Helmut Weiß verlässt die Regionaldirektion Sulingen-Verden des LGLN

40 Jahre Reformzeit enden bald

Abschied von der LGLN-Regionaldirektion nimmt am 26. Juni deren Leiter Helmut Weiß.  
Foto: Bartels
+
Abschied von der LGLN-Regionaldirektion nimmt am 26. Juni deren Leiter Helmut Weiß. Foto: Bartels
  • Harald Bartels
    vonHarald Bartels
    schließen

Sulingen – Helmut Weiß, Leiter der Regionaldirektion Sulingen-Verden des Landesamts für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN), wird am 26. Juni in den Ruhestand verabschiedet. Zahlreiche Projekte hat er in seiner Amtszeit begleitet, diverse Veränderungen erlebt: „Es war eigentlich immer Reformzeit.“

Sein Rentenbescheid weise 45,6 Dienstjahre aus, aber da seien die drei Jahre Studium eingerechnet. Wichtiger ist dem Vermessungsdirektor eine andere Zahl: „Ich bin seit genau 40 Jahren in Sulingen.“

Geboren 1952 in Osterburg (Altmark), studierte er Geodäsie in Hannover an der Technischen Universität, der heutigen Leibniz Universität. Anschließend verbrachte er eine kurze Zeit im Amt für Agrarstruktur (AfA) in Bremerhaven, bevor er in das von Klaus Rinne geleitete Sulinger AfA, damals noch eine Außenstelle der hannoverschen Behörde, wechselte. 2003 übernahm Weiß die Leitung des Sulinger Amtes, das 2005, mit Auflösung der Bezirksregierungen in Niedersachsen, in Landesbehörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL) umbenannt wurde. „Das war eine tolle Zeit, weil wir über den direkten Draht zum Ministerium viel schneller arbeiten konnten.“ Die nächste Umbenennung folgte 2011, als aus der GLL das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen wurde – mit Weiß als Leiter der Regionaldirektion Sulingen. Die bisher letzte Reform gab es 2014: Das Kürzel LGLN blieb, es steht seither aber für Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen und die Sulestadt wurde Sitz der Regionaldirektion Sulingen-Verden.

Für ihn bedeutete das den Wechsel von der Landentwicklungs- in die Vermessungs- und Katasterverwaltung – außerdem sei er damit verantwortlich gewesen für 200 Mitarbeiter an sechs Standorten, erinnert Weiß: „Das war wunderbar – ich kann jedem nur empfehlen, auch im fortgeschrittenen Alter noch neue Aufgaben zu übernehmen.“

Flurbereinigung für ihn wichtigstes Projekt

„Bei meinem Engagement ging es immer um die Weiterentwicklung“, blickt er zurück. Als wichtigstes Projekt nennt er die Flurbereinigungen Sulingen, Sulingen-West und Sulingen-Nord: Ohne einen einzigen Widerspruch seien damit die Umgehungsstraßen entstanden und verbunden damit das Trinkwasserschutzgebiet Büchenberg, die Wiedervernässung des Siedener Moores, der Stadtsee mit Rodelberg, das nördliche Suletal, die Dorferneuerung in den Sulinger Ortschaften sowie der Wegebau für die Landwirtschaft. „Die Philosophie war immer: Das Eine mit dem Anderen verbinden, dann hat man über lange, lange Zeit etwas davon.“ So sei es gelungen, die Landwirtschaft mit dem Trinkwasserschutz und der Naherholung zu verbinden: „Vieles hat sich daraus entwickelt, weil wir nicht nur ein oder zwei Jahre in die Zukunft geblickt haben, sondern über 20 Jahre.“

Auch das Mitwirken am Regionalmanagement Mitte Niedersachsen habe „viel Spaß gemacht, weil man gesehen hat, wie Kommunen über Kreisgrenzen hinweg zusammenarbeiten können und wollen.“ Ein großer Erfolg seien auch die städtebaulichen Umlegungsverfahren gewesen, beispielsweise in Lemförde und Syke, wo im Auftrag der Kommunen durch die veränderte Planung baureife Grundstücke zur Innenstadtverdichtung entstanden seien. Inzwischen sei das LGLN auf dem Weg zum Dienstleister für Geodaten, beispielsweise mit dem hier entwickelten Baulücken- und Leerstandskataster.

Allerdings waren nicht alle Projekte erfolgreich, bilanziert Helmut Weiß. Eine „tolle Idee“ des damaligen Stadtdirektors Klaus Dinklage und von anderen sei der Sulinger „Südsee“ gewesen. Mit 96 Prozent der Flächeneigentümer beider möglicher Standorte habe Einigkeit geherrscht, ebenso mit den Behörden und den Naturschutzverbänden, und auch ein Abnehmer für den Bodenaushub sei bereits gefunden gewesen – als die Flächen als Windkraftstandorte ins Gespräch gekommen seien. „Die Idee kam vielleicht 20 Jahre zu früh, aber heute steht kein einziges Windrad da, und der See hätte für Sulingen noch mal einen Schub gebracht.“

Teamwork und Bürgerbeteiligung

Teamwork und Bürgerbeteiligung seien ihm immer wichtig gewesen, betont Weiß. Und das nicht nur als Behördenleiter, sondern auch in anderen Funktionen. So habe er viele Jahre den Vorsitz im Sulinger Arbeitskreis „Stadtentwicklung und Verkehr“ innegehabt. „Wir haben irre viel erreicht, unter anderem den Kreisel und weitere Verkehrskonzepte.“ Nach dem Abschied von Horst Wiesch aus der Sulinger Verwaltung und dem zu frühen Tod von Klaus Dinklage sei es für den Arbeitskreis schwieriger geworden. Ein anderes Feld sei das Projekt „Tapetenwechsel“, an dem er weiter mitarbeiten wolle und das schon Erfolge – wie das neue Beleuchtungskonzept für die Lange Straße – vorweisen könne.

Seit 2005 sei er Vorsitzender des Dümmer-Beirats, der vom Umwelt- und vom Landwirtschaftsministerium „toll gefördert“ werde, weil zu sehen sei, wie gut die Arbeit unter Einbeziehung der Experten vor Ort laufe in Zusammenarbeit von Naturschutz, Landwirtschaft und Wasserwirtschaft.

Schließlich steht Weiß seit sechs Jahren auch der 1989 gegründeten Niedersächsischen Akademie ländlicher Raum (ALR) vor, nachdem er zuvor drei Jahre deren stellvertretender Vorsitzender war. Die ALR sei ein Zusammenschluss von 190 Mitgliedern aus Politik, Verwaltung und Planung, aber vor allem sei sie ein Netzwerk. Vom Vorsitz möchte sich Weiß jetzt allerdings zurückziehen.

Nachfolger von Helmut Weiß als Regionaldirektor wird Thomas Schaefer, bislang Leiter Zentrale Aufgaben des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Rückkehr nach Mallorca - ein Erfahrungsbericht

Rückkehr nach Mallorca - ein Erfahrungsbericht

Schöne Picknick-Plätze in Deutschland

Schöne Picknick-Plätze in Deutschland

Wie man Backups und Datenumzüge meistert

Wie man Backups und Datenumzüge meistert

Mit der App auf Motorrad-Tour

Mit der App auf Motorrad-Tour

Meistgelesene Artikel

„Beamte“ auf vier Pfoten haben eine Nase für Drogen

„Beamte“ auf vier Pfoten haben eine Nase für Drogen

Zwei Todesopfer nach schwerem Unfall auf der B6 bei Asendorf

Zwei Todesopfer nach schwerem Unfall auf der B6 bei Asendorf

Am Montag zerschlug sich letzte Option auf zusätzliches Personal für die Öffnung

Am Montag zerschlug sich letzte Option auf zusätzliches Personal für die Öffnung

Twistringen trauert um Peter Dünzelmann

Twistringen trauert um Peter Dünzelmann

Kommentare