19-Jährige landesweit auf Platz drei

Raumausstatterin Luisa Immoor ist Kammersiegerin und gewinnt Stipendium

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Ehemalige Auszubildende und ehemaliger Ausbilder: Luisa Immoor und Lennart Brümmer bei der Ehrung der Kammersieger in Hannover.

Siedenburg - Luisa Immoor ist 19 Jahre alt, lebt in Schweringen bei Hoya. „Jedem, der annähernd Interesse am Handwerk hat, kann ich eine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb nur empfehlen“, sagt sie. Luisa Immoor selbst begann im August 2015 bei Brümmer Raumgestaltung in Siedenburg ihre Ausbildung – und ist jetzt Kammersiegerin im Handwerkskammerbezirk Hannover. Auf Landesebene wurde sie dritte Siegerin – und freue sich jetzt über ein mit bis zu 7000 Euro dotiertes Stipendium, das ihr die Meisterschule vereinfachen soll.

Die Nachricht, die Gesellenprüfung als Beste im Kammerbezirk abgeschlossen zu haben, kam per Post, sagt die junge Frau. „Ich fühlte mich zunächst ein wenig überrumpelt, habe mich dann aber ganz schnell ganz schön doll gefreut.“ Der Fleiß der vergangenen drei Jahre habe sich gelohnt. „Ich bin stolz.“

Kreativität und handwerkliches Geschick seien ihr in die Wiege gelegt worden, sagt die 19-Jährige. „Wenn man auf einem Resthof aufwächst, dann kennt man sich auch in der Werkstatt aus.“ Kunst und Textiles Gestalten hätten sie schon zu (Real-)Schulzeiten begeistert. „Eine Ausbildung zur Raumausstatterin lag insofern nahe“, sagt Luisa Immoor.

Dass Ausbildungsbetrieb und Auszubildende erst im zweiten Anlauf zueinander fanden, davon spricht heute in Siedenburg und in Schweringen niemand mehr. Gabriele und die beiden Raumausstattermeister Ulrich und Lennart Brümmer hatten sich 2015 erst spät entschieden, eine Auszubildende zu beschäftigen. Luisa Immoor: „Nach meiner Bewerbung hatte ich zunächst eine Absage bekommen, mich dann aber mega gefreut, dass es doch noch klappte.“

Brümmer Raumgestaltung in Siedenburg gilt als Familienbetrieb, „in dem jeder alles können muss“, sagt Lennart Brümmer. „Für Luisas Prüfung war das sicherlich von Vorteil.“ Die Kammersiegerin nickt: In jedem der vier Themenbereiche der Fertigkeitsprüfungen habe sie sich zuhause gefühlt. Gardinen, Boden, Wand und Polster; Themenbereiche, aus denen während der fünftägigen Prüfung Kenntnisse und Fertigkeiten abverlangt werden sollten.

Die Prüfung selbst absolvierte sie an den Berufsbildenden Schulen der Stadt Oldenburg, deren Räume Luisa Immoor aus der Zeit des Berufsschulunterrichtes kennt. Den erlebte die junge Frau, wie die überbetrieblichen Weiterbildungen, in der Form von Blockunterricht.

Luisa Immoor besucht seit Beginn des Schuljahres 2018/2019 die Wirtschaftsschule Dr. Paul Rahn in Nienburg. „Ein Jahr, um meine Fachhochschulreife nachzuholen“, erklärt die 19-Jährige. „Im Fachbereich Gestaltung.“ Danach ziehe es sie zurück in das Raumausstatter-Handwerk, „am liebsten zu Brümmers in Siedenburg, um dann möglichst schnell mit der Meisterausbildung zu beginnen“. Gabriele und Lennart Brümmer hören das gerne. „Details müssen wir aber noch besprechen“, sagt Gabriele Brümmer.

Wie in anderen Zünften, klagen auch die Raumausstatter über Fachkräftemangel und fehlende Bewerbungen von möglichen Auszubildenden. Lennart Brümmer: „Was schade ist. Das ist ein vielseitiger und damit interessanter Beruf.“ Er hatte 2010 die Meisterprüfung abgelegt, Ulrich Brümmer schon 1983.

Über zu wenig Aufträge könne man sich in dem Familienbetrieb an der Speckenstraße im Flecken Siedenburg nicht beklagen. „Die Bücher sind voll“, sagt Gabriele Brümmer. Neben ihr sowie Ulrich und Lennart Brümmer sind aktuell drei weitere Mitarbeiter für das Unternehmen tätig. 

oti

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