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19-Jähriger Sulinger muss sich wegen Trunkenheitsfahrt verantworten

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Von: Volker Rathmann

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In der Verhandlung vor dem Amtsgericht Sulingen räumte der Angeklagte den erhobenen Tatvorwurf in vollem Umfang ein.
In der Verhandlung vor dem Amtsgericht Sulingen räumte der Angeklagte den erhobenen Tatvorwurf in vollem Umfang ein. © Bartels

Sulingen – Mit einem sogenannten Zuchtmittel im Jugendstrafrecht, nämlich einer Verwarnung, ahndete das Amtsgericht Sulingen jetzt die strafrechtliche Verfehlung eines 19-Jährigen aus Sulingen. Der junge Mann war der vorsätzlichen Trunkenheit im Straßenverkehr angeklagt. Er hatte sich demnach in den frühen Morgenstunden des 18. Juni 2022 alkoholisiert (Blutalkoholgehalt 1,18 Promille) ans Steuer seines VW Polo gesetzt. Die Fahrt endete dann abrupt in Maasen, als er im Kurvenverlauf einer Nebenstraße von der Fahrbahn abkam und mit dem Wagen in einem angrenzenden Waldstück landete.

In seiner Vernehmung durch die Vorsitzende Richterin räumte der Angeklagte den erhobenen Tatvorwurf in vollem Umfang ein. Er sei zuvor auf einer Feier gewesen, habe sich auf dem Heimweg befunden. Ohne Beteiligung anderer sei er von der Fahrbahn abgekommen. Auf den anschließenden Versuch, das stark beschädigte Auto mit hinzugekommenen Personen zu bergen, sei eine Polizeistreife aufmerksam geworden und habe das Treiben beendet. Gegenüber den eingesetzten Polizeibeamten habe er sich sofort als verantwortlicher Fahrzeugführer zu erkennen gegeben und auch vorherigen Alkoholkonsum eingeräumt. Daraufhin habe er sich einer Blutprobenentnahme unterziehen und seinen Führerschein abgeben müssen.

Gericht wendet Jugendstrafrecht an

In ihrem Plädoyer regte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft an, bei dem zur Tatzeit 18-jährigen Angeklagten nach Gesamtwürdigung seiner Persönlichkeit das Jugendstrafrecht anzuwenden und beantragte, ihn durch eine Verwarnung nach dem Jugendgerichtsgesetz förmlich zurechtzuweisen. Das Gericht entsprach diesem Antrag, entzog dem Sulinger weiterhin die Fahrerlaubnis. Die Verwaltungsbehörde wird angewiesen, ihm vor Ablauf von noch sechs Monaten keine neue Fahrerlaubnis zu erteilen.

Die Richterin erklärte dem Angeklagten, dass er einen positiven Eindruck hinterlassen habe. Dass er sich schon am Tatort, trotz Anwesenheit anderer Personen, in dem Wissen seiner Alkoholisierung gegenüber der Polizei sofort als Verantwortlicher zu erkennen gegeben hatte, spreche für seinen Charakter. Das Urteil sei sehr milde ausgefallen – im Erwachsenenstrafrecht wäre zumindest eine empfindliche Geldstrafe fällig gewesen.

VON VOLKER RATHMANN

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