Neue Ideen für Sulingen

15 000 Euro für den Kleister

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Horst Heinicke, Produktmanager Städtebau der Planungsgesellschaft Sweco, regte bei der Jahreshauptversammlung der Initiative Sulingen ein so genanntes Dialog-Verfahren an.

Sulingen - Philipp Leymann hatte am Montag ein deutliches Votum von den Mitgliedern der Initiative Sulingen eingefordert; tatsächlich signalisierten sie Zustimmung, bis zu 15.000 Euro in einen Prozess zu investieren, der mittel- bis langfristig einen Tapetenwechsel der Sulinger Langen Straße einleiten könnte.

Entwickelt worden war die Anregung in den Reihen der Arbeitsgruppe Wohlfühlstadt des Bürgerbeteiligungsprozesses „Wir sind Sulingen 2.029“ um Sprecherin Rita Mohrmann. Arbeitsgruppen-Mitarbeiter Helmut Weiß hatte vor Wochenfrist noch von einem Ideenwettbewerb gesprochen, den man favorisieren würde. Horst Heinicke, Produktmanager Städtebau der Planungsgesellschaft Sweco, regt ein so genanntes Dialog-Verfahren an.

Welche Leistungen die Initiative für den Einsatz der bis zu 15 000 Euro erhält, umriss Heinicke am Montag nur vage. Philipp Leymann: „Darüber werden wir uns im Detail noch austauschen. Uns geht es um die grundsätzliche Zustimmung, das Projekt anzugehen.“ Heinicke: „Und wir wissen im Groben, mit welchem Budget wir planen können.“

Kommentar zum Thema von Carsten Schlotmann

Deutlicher scheint die Zielstellung, die Helmut Weiß eingangs der Beratungen vor den gut 50 Teilnehmern der Jahreshauptversammlung im Hotel „Zur Börse“ formuliert hatte: „Mit kleinen Ausnahmen ist die Lange Straße seit 25 Jahren nicht mehr angefasst worden. Es ist zwar nichts verloddert, aber eine Aufwertung sollte doch jetzt mal Thema sein.“ Weiß sprach von Hard- und Software-Lösungen. Zum einen solle man auf städtebaulichen Entwicklungen langfristig vorbereitet sein, zum anderen Ideen entwickeln, schon heute die „Meile“ kreativ zu bespielen. „Das geht nicht alleine, auch nicht zu zweit. Wir brauchen eine Arbeitsgruppe, die von einem Profi begleitet wird.“

Weiß legt Hilfe durch Horst Heinicke nahe

Weiß legte den Mitgliedern die Erfahrungen Horst Heinickes ans Herz, der unter anderem das bisherige Regionalmanagement „Mitte Niedersachsen“, an dem 16 Kommunen über drei Landkreise hinweg beteiligt waren, koordiniert hat. Heinicke verfüge nicht nur über fachliche Qualifikationen, sondern auch Netzwerke, die den Prozess vereinfachen würden. Alternativen wurden weder vom Vorstand, noch von den Mitgliedern der Initiative am Montag nachgefragt. Aufgabe einer noch zu bildenden Arbeitsgruppe sei, die Arbeit Heinickes zu begleiten.

Der Architekt und Stadtplaner selbst hatte noch vor der Versammlung die Lange Straße in Augenschein genommen. Heinicke mit Blick auf den Prozess Tapetenwechsel Lange Straße: „Wir sprechen nicht über eine Neugestaltung. Vieles ist gut, vieles ist sehr gut, aber es gibt Ecken, an denen man etwas verbessern kann – und wir brauchen ein Gesamtkonzept.“ Der Bremer warf Schlagworte wie Belebung, Werteaktivierung, Perspektivwechsel und Impulsgeber in den Versammlungsraum. Wasser und Brunnen seien mögliche Themen für die Innenstadt, Lichtinszenierungen, aber genauso die Möblierung des öffentlichen Raumes.

Ziel des Prozesses sei, Ideen für die Innenstadt zu entwickeln, Pläne, die bei Bedarf gegriffen werden könnten. Einem Ideenwettbewerb oder einem so genannten Gutachterverfahren erteilte Heinicke mit Blick auf die Zielsetzung eine Abfuhr. „Die Teilnehmer können nicht unbedingt damit rechnen, dass ihre Idee auch wirklich kurzfristig umgesetzt wird. Das wirkt sich nicht unbedingt auf die Kreativität aus.“ Im Dialogverfahren würden unterschiedliche Experten für Grundbeträge an den Tisch geholt werden, deren Ideen dann einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Vorteile laut Heinicke: „Es liegt dann am Betrachter, wann welche Ideen durch wen umgesetzt werden – oder auch, ob man Ideen mischt.“ Und: „So ein Verfahren kann man in zwei bis drei Monaten umsetzen.“

 oti

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