125-Jähriges Bestehen: Ortsfeuerwehr Sulingen bittet ins Stadttheater

Kameradschaft ist ihr Trumpf

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Ein Sketsch der Ortsfeuerwehr: Auf die Inhalte eines Lehrgangs machten sich die Teilnehmer ihren eigenen Reim.

Sulingen - Mit einem Festakt stimmten sich Gastgeber und Gäste am Samstagmorgen auf die interne Jubiläumsfeier der Ortsfeuerwehr Sulingen zum 125-jährigen Bestehen im Restaurant Dahlskamp ein. Zur Festveranstaltung im Stadttheater begrüßte Ortsbrandmeister Ralf Schröder 180 Mitglieder, Ehrengäste, Vertreter der Nachbarfeuerwehren sowie Abordnungen der örtlichen Vereine und Institutionen.

Er erinnerte in Wort und Bild an die Meilensteine der Entwicklung der Ortsfeuerwehr. „Helfen in der Not ist unser Gebot“ – diesem Wahlspruch sei die Feuerwehr seit der Stunde Null verpflichtet. Sie absolviere jährlich 70 bis 90 Einsätze, hinzu kämen Dienste, Aus- und Fortbildungen und Kameradschaftspflege. Viele Mitglieder seien außerdem als Ausbilder und Führungskräfte auf Landkreis- und Landesebene tätig.

64 Aktive, 20 Alterskameraden, 15 Jugendfeuerwehrmitglieder und 14 Förderer gehören der Feuerwehr an. Schröder sprach von einer „Kameradschaft der Extraklasse“, bedauerte aber, dass Sulinger Geschäftsleute – anders als in den ersten Jahrzehnten der Geschichte – so gut wie nicht mehr vertreten seien. Sei Dank galt Carola Dohrmann für ihre Hilfe bei der Erstellung einer Chronik zum 125-Jährigen.

Bürgermeister Dirk Rauschkolb ließ seine Gedanken scherzhaft „zurück in die Zukunft“ schweifen: Im Jahr 2040 „schweben“ solarbetriebene Fahrzeuge zu den Einsätzen, die Feuerwehr ist hochspezialisiert, modern ausgerüstet und multinational besetzt. Der Zusammenhalt in den Reihen der Feuerwehr sei rückblickend der größte Erfolgsfaktor, stellte der Bürgermeister fest. Die Stadt Sulingen sei ihrerseits bemüht, moderne Rahmenbedingungen zu schaffen.

„Nur wer selbst in einer Notsituation war, kann ihre Arbeit wirklich wertschätzen“, sagte Landrat Cord Bockhop. Aktuell danke er der Feuerwehr dafür, dass sie bei der Schaffung von Erstaufnahmelagern für Flüchtlinge „selbstverständlich angepackt“ habe. In der heutigen, von Individualisierung geprägten Gesellschaft sollte man über die Einführung eines einjährigen verpflichtenden Staatsdienstes nachdenken, so Bockhop – nicht erst bei der nächsten Katastrophe.

Die Feuerschutztechnik habe sich gewandelt, der Idealismus und der Kameradschaftsgeist der Gründerjahre sei geblieben, stellte Stadtbrandmeister Heinfried Melloh fest. Solidarität und Hilfsbereitschaft seien in der Feuerwehr keine leeren Worte. Er lobte die Aktiven für ihr Engagement sowie deren Familien für ihre Unterstützung und ihr Verständnis.

Der Leitsatz „Dat heb wie jümmer so mookt“ sei in dieser Zeit so fehl am Platz wie nie zuvor, sagte Kreisbrandmeister Michael Wessels in Bezug auf die derzeitige Schnelllebigkeit und den rasanten technischen Fortschritt. Er wünsche der Sulinger Ortsfeuerwehr, dass auch in Zukunft „die richtigen Leute an richtigen Stellen“ Verantwortung übernehmen.

Mit einem Sketsch verabschiedete die Jubiläumswehr die Gäste in die Pause. Ralf Schröder ließ sechs Kameraden der Ortsfeuerwehr zur „Lernzielkontrolle“ antreten: Die vermeintlichen Absolventen eines „Speziallehrgangs an der Feuerwehrschule“ machten sich auf die Ausbildungsinhalte ihren eigenen Reim.

mks

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