Planfeststellungsbeschluss liegt vor

Linie 8: In Niedersachsen könnte es bald losgehen

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In Stuhr und Weyhe haben die Ausbaupläne für die BSAG-Linie 8 jetzt Rechtssicherheit.

Stuhr/Weyhe - Von Andreas Hapke. Der Ausbau der Straßenbahnlinie 8 hat auf niedersächsischer Seite eine wesentliche Hürde genommen: Mit dem Planfeststellungsbeschluss liegt die Baugenehmigung für das lange und kontrovers diskutierte Projekt vor.

Darüber haben gestern die Bürgermeister der Gemeinden Stuhr und Weyhe, Niels Thomsen und Frank Lemmermann, sowie Wilfried Eisenberg, Geschäftsführer der Bremen-Thedinghauser Eisenbahn (BTE), im Stuhrer Rathaus informiert.

Für den Baustart fehlt noch die Genehmigung des Bremer Antrags. Dort befindet sich das an den Ausbau der Linie 1 gekoppelte Projekt noch in der Planfeststellung. Mit einem Beschluss rechnet Eisenberg für 2015.

Zusätzlich könnten auf beiden Seiten der Landesgrenze Klagen den Startschuss verzögern. In Stuhr und Weyhe ist dieser Schritt bis zum 7. Juni, dem Ende der Klagefrist, möglich. Bis 8. Mai liegt der für zehn Jahre gültige Planfeststellungsbeschluss in den beiden Rathäusern aus. In mehreren Aktenordnern ist nachzulesen, welche Einwendungen es gab und wie sie beschieden beziehungsweise abgearbeitet wurden. Neue Einwendungen sind nicht möglich. Rechtssicherheit gibt der Beschluss auch in Grundstücksfragen, da er öffentliches über privates Recht stellt. In letzter Konsequenz wäre eine Enteignung möglich.

„Wir sind ein gutes Stück vorangekommen und haben die nächste Etappe erreicht, wenn auch nicht in dem Tempo, wie es angedacht war“, sagte Lemmermann. Sein Kollege Thomsen sprach von einem „elementaren Schritt im Hinblick auf die Inbetriebnahme“. Mehr denn je rechne er damit, dass die Straßenbahn im Jahr 2018 durch Stuhr und Weyhe rollt.

Den Planfeststellungsantrag hatte die BTE im März 2009 gestellt. Ihre vorhandenen Bahnanlagen ermöglichen den Bau der 9,1 Kilometer langen Strecke auf niedersächsischem Gebiet für rund 30,4 Millionen Euro. „Das ist ein durchschnittlicher Kilometerpreis von 3,34 Millionen Euro. Sonst baut man für zehn Millionen Euro“, rechnete Eisenberg vor. Stuhr sitzt mit 5,13 Millionen, Weyhe mit 3,8 Millionen Euro im Boot. Der Rest kommt aus unterschiedlichen Landes- und Bundestöpfen. Ein Überschreiten des Betrags schloss Eisenberg aus, allein schon weil Bundesmittel fließen würden. „Das wird dauernd geprüft. Zudem haben wir die Plansummen zuletzt halten können“, sagte er aus seiner Erfahrung als Vorstand der Bremer Straßenbahn AG (BSAG).

Eisenberg räumte ein, in der Diskussion der vergangenen Jahre Fehler gemacht zu haben: „Wir hätten mehr kommunizieren müssen, um der Bevölkerung den Nutzen dieser Infrastrukturmaßnahme klarzumachen.“ Insbesondere in Huchting hat es viele Proteste gegen den Ausbau gegeben. Dort wird die Diskussion laut BSAG-Pressesprecher Jens-Christian Meyer inzwischen „sehr offen“ geführt. Die Zahl derer, die die Linie 8 befürworten, steige.

Eisenberg und Meyer betonten, dass auf niedersächsischer Seite diverse Wünsche in die Planungen eingeflossen seien. Für Stuhr nannte der BTE-Geschäftsführer etwa die Lärmschutzwand an der Lärchenstraße und die Überplanung der Haferflockenkreuzung in Moordeich, letztere um den Individual- und den Öffentlichen Personennahverkehr besser zu führen. In Weyhe werde der Bahnübergang Jahnstraße durch eine Halbschranke gesichert.

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