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Stuhrer Fleischereien hoffen auf Ende der Preiserhöhung

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Grillfleisch auf dem Grill
Das Grillvergnügen wird für Fleischliebhaber in diesem Sommer ein teurerer Spaß als noch in den vergangenen Jahren. © panthermedia.net/Aelxraths

Die Fleischpreise steigen – und das ausgerechnet zu Beginn der warmen Jahreszeit und zum Start der Grillsaison. Wann ist die Spitze der Preiserhöhungen erreicht? Und hat sich im Kaufverhalten der Kunden etwas geändert? Wir haben bei Stuhrer Fleischereien nachgefragt.

Stuhr – Die Grillsaison ist eröffnet. Für viele Menschen also Zeit, ein Nackensteak oder eine Bratwurst auf den Grill zu legen. Doch die Fleischpreise in Deutschland steigen wegen der hohen Energiekosten durch Corona und den Ukraine-Krieg und machen den Grillspaß oder die Wurst auf dem Butterbrot zu einem teuren Vergnügen. Ist die Spitze der Preiserhöhung schon erreicht? Und hat sich im Kaufverhalten der Kunden beim Fleischkauf etwas geändert? Wir haben in Stuhrer Fleischereien nachgefragt.

Michael Wendholt, Produktleiter und zuständig für den Einkauf bei der Fleischerei Friebel, sagt: „Ich glaube, dass die Preise nicht noch höher werden, ich hoffe es zumindest. Eine Glaskugel habe ich aber nicht.“ Um 30 Prozent sei der Preis zum Beispiel für Schwein im Einkauf bei der Fleischerei Friebel im Verhältnis zum vergangenen Jahr im Mai gestiegen, erklärt Wendholt nach kurzer Recherche. Selbst verkaufen sie es aber nur für etwa 10 bis 15 Prozent mehr. „Wir dürfen natürlich nicht zu viel Geld für unser Fleisch verlangen, es muss ja auch jemand kaufen“, begründet Wendholt.

Gerade die Logistik- und Energiekosten seien durch die Decke gegangen, sagt er. „Das sehen wir ja alle, es wird alles teurer“, betont Wendholt.

Keine Veränderung beim Kaufverhalten bei der Fleischerei Friebel

Beim Kaufverhalten der Kunden gab es laut dem Produktleiter der Firma Friebel keinen Wandel. „Wir haben bisher keine negative Resonanz zu den teureren Preisen bekommen. Aber es wissen ja alle, dass die Beträge auch bei Fleisch gestiegen sind“, begründet er.

Ähnlich sieht das bei der Fleischerei-Filiale der Firma Hemmerling im Stuhrer Ortsteil Moordeich aus. Eine Mitarbeiterin sagt: „Im Kaufverhalten der Kunden gab es bisher merklich keine Veränderungen in den vergangenen Monaten.“

Eine etwas andere Meinung dazu hat Reinhard Guder, Chef der Fleischerei Guder. „Ich spüre schon eine gewisse Zurückhaltung bei einigen Leuten. Ich vermute, dass es daran liegt, dass wieder verreist werden kann. Da geben die Menschen lieber fürs Wegfahren Geld aus, statt zu Hause zu bleiben und zu Hause zu essen“, sagt er. Im vergangenen Jahr im Oster-Lockdown sei deutlich mehr Fleisch verkauft worden als dieses Jahr zu den Osterfeiertagen.

Preis steigt im Einkauf fast alle zwei Wochen

Kaum noch hinterher kommt Guder mit den ständigen Preiserhöhungen. „Fast alle zwei Wochen wird unser Einkauf teurer, das habe ich in vielen Jahren noch nicht erlebt. Wenn überhaupt, sind die Preise einmal im Jahr gestiegen“, erzählt er. Für ihn sei nicht absehbar, wann die Spitze erreicht ist. Er betont dabei, dass nicht etwa der Lieferant daran Schuld sei. „Das fängt mit den Spritpreisen an, das ist der erste Schritt, mit dem vieles teurer wird“, sagt Guder. Auch er verkauft sein Fleisch nicht so viel teurer, wie er es einkauft.

Trotz der hohen Kosten will und wird die Firma Guder weiterhin auf regionale Produkte zurückgreifen. Ihr Fleisch bekommt das Unternehmen von Pleus Fleischwaren aus Wulfhoop. Reinhard Guder erklärt: „Viele Firmen versuchen, regional einzukaufen. Dieses Motto können wir gut bedienen. Wir werden keine billigeren Fleischwaren woanders kaufen. Die Regionalität ist unser Erfolg.“

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