Zwei Männer, ein Name

Verwechslungsgefahr zwischen Ortsbrandmeister und Sparkassen-Filialleiter

+
Der Ortsbrandmeister Rainer Troue (l.) wurde öfters mit dem anderen Rainer Troue aus der Gemeinde Stuhr verwechselt.

Moordeich/Heiligenrode - Von Katharina Schmidt. In Deutschland gibt es 92 Telefonbucheinträge zu dem Familiennamen Troue. Die meisten der Anschlüsse sind im Landkreis Diepholz gemeldet, dort sind es nämlich 36. Der achthäufigste Vorname zu Troue lautet Rainer. Diese Daten sind zumindest in der Online-Datenbank Geogen zu finden. Sicher ist, dass es in Stuhr zwei Rainer Troues gibt, die schon das ein oder andere Mal verwechselt wurden.

Der eine ist 57 Jahre alt, wohnt in Moordeich am Heiligenbeilweg, ist Ortsbrandmeister, hat fünf Kinder und läuft öfters im Blaumann herum. Der andere zählt 46 Jahre, ist an der Heiligenroderstraße zu Hause, leitet die Brinkumer Sparkassen-Filiale und trägt dementsprechend häufig Anzug und Krawatte.

Knapp 15 Jahre ist es her, dass die beiden zum ersten Mal von ihrem jeweiligen Namensvetter erfahren haben. Das geschah nicht etwa durch Bekannte oder den Dorftratsch, wie es früher wohl üblich gewesen wäre. Ortsbrandmeister Troue kann sich noch erinnern, dass er von seinem Elternhaus in Varrel als Kind quer über Felder zum nächsten Landwirt schauen konnte. Damals habe fast jeder jeden gekannt.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Und somit musste erst ein Missverständnis Verwirrung stiften, bevor sich die Sache mit den Troues aufgeklärt hat.

„Als wir hier das Haus gebaut haben, ist es aufgeflogen“, erzählt Heidrun Troue, Frau des Ortsbrandmeisters. Sie und die beiden Rainer Troues sitzen in gemütlicher Runde beisammen und kramen im Gespräch mit unserer Zeitung Anekdoten über die Namensgleichheit hervor. Heidrun Troue führt aus, dass sie und ihr Mann sich bei einem Termin bei einem Geldinstitut schon über den beiläufig erwähnten Kommentar gewundert hätten, dass sie angeblich oft umgezogen seien. Später warteten sie dann vergeblich auf ein sehr wichtiges Dokument von dem besagten Geldinstitut – denn das war versehentlich im Briefkasten des anderen Rainer Troues gelandet.

„Das kam schon öfter vor“

Das Dokument ist letztlich beim richtigen Adressaten gelandet. Aber noch öfter kam es zu Verwechslungen. Hier und da erhielt der Ortsbrandmeister Troue einen Anruf von damaligen Fußballkollegen von dem Banker Troue. Dieser hat in der Freizeitliga in Bremen gespielt. „Das kam schon öfter vor“, erinnert sich der Troue, der immer wieder erzählen musste, dass er kein Fußball spielt. Heute lacht er darüber.

Der Sparkassen-Filialleiter hingegen wurde seltener für einen andern Troue gehalten. „Ab und zu habe ich mal ein Gratisheft mit Feuerwehrinformationen bekommen“, erzählt er, die Mundwinkel nach oben gezogen. „Da habe ich immer gedacht: Was soll ich damit? Ich habe mit der Feuerwehr nichts am Hut.“

Sein Namensvetter aber. Feuerwehr ist sein Leben. Er will gar nicht daran denken, irgendwann altersbedingt aus dem aktiven Dienst ausscheiden zu müssen. Der jüngere Troue spielt hingegen in seiner Freizeit Gitarre.

Um die Verwirrung perfekt zu machen: Die Frau des Ortsbrandmeisters heißt, wie bereits erwähnt, Heidrun Troue. Auf exakt den gleichen Namen hörte auch die Schwester des Sparkassenleiters vor ihrer Hochzeit.

Nicht verwandt oder verschwägert

Rainer Troue und Rainer Troue sind nicht verwandt oder verschwägert – zumindest nicht, dass sie wüssten. Beide kennen aber die Geschichte, dass ein Schuster namens Troué irgendwann in die Huchtinger Gegend eingewandert sein soll.

Außer ihren Namen haben sie bei all den Unterschieden doch noch etwas gemeinsam: Sie sind bisher immer einem Arbeitgeber treu geblieben. Einer arbeitet seit 27 Jahren bei der Sparkasse, der andere seit 41 Jahren bei der KSB Service Gesellschaft. Dort ist er als Montageleiter tätig.

Dass Neujahrswünsche oder Rechnungen zum Jahresanfang von dem jeweils anderen bei ihnen ankommen, müssen die Troues mittlerweile eher nicht mehr befürchten. Ihnen zufolge sind die Verwechslungen nicht zuletzt durch den technischen Fortschritt seltener geworden.

Wer wissen will, wie oft sein Nachname in Deutschland vorkommt, kann unter folgendem Link nachschauen:

www.geogen.stoepel.net

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

UN: 5000 Menschen fliehen aus kurdischer Enklave Afrin

UN: 5000 Menschen fliehen aus kurdischer Enklave Afrin

Die Emanzipation des Wurzelgemüses

Die Emanzipation des Wurzelgemüses

DS DS7 Crossback im Test: Pretiose aus Paris

DS DS7 Crossback im Test: Pretiose aus Paris

Online auf hoher See: Als IT-Managerin an Bord

Online auf hoher See: Als IT-Managerin an Bord

Meistgelesene Artikel

ASB auf Expansionskurs: Fahrdienst nun am Heldenhain

ASB auf Expansionskurs: Fahrdienst nun am Heldenhain

Gemüseanbau in Donstorf: Der Hollerhof soll im Frühjahr starten

Gemüseanbau in Donstorf: Der Hollerhof soll im Frühjahr starten

Syker Schützen schießen zu selten

Syker Schützen schießen zu selten

Ortsfeuerwehr Eydelstedt tagt erstmals mit neuen Kameraden aus Dörpel

Ortsfeuerwehr Eydelstedt tagt erstmals mit neuen Kameraden aus Dörpel

Kommentare