Zwei Frauen, die etwas zu sagen haben

Iris Rose und Dorothea Bätjer sind jetzt Lektorinnen

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Iris Rose (r.) und Dorothea Bätjer gestalten den Gottesdienst in Heiligenrode. 

Heiligenrode - Von Andreas Hapke. Bei der Besetzung von Gottesdiensten können die Heiligenroder Pastoren Tabea Rösler und Marc Heinemeyer künftig auf kompetente Unterstützung bauen. Iris Rose und Dorothea Bätjer haben kürzlich ihre Ausbildung zu Lektorinnen erfolgreich abgeschlossen. Sie sind nun befugt, alleinverantwortlich Gottesdienste zu gestalten. Im Rahmen eines Lektorinnengottesdienstes werden sie morgen in ihr neues Amt eingeführt. Beginn ist um 11 Uhr in der Klosterkirche Heiligenrode.

Beide Frauen sind keine Unbekannten in der Kirchengemeinde. Iris Rose ist die Pfarrsekretärin, die zudem den Posaunenchor leitet und beim Gemeindebrief mithilft. Dorothea Bätjer war Mitglied des Kirchenvorstands, stellte sich aber im März nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Wahl. Von ihrem Aufbruch zu neuen Taten berichten die Frauen voller Begeisterung.

„Ich habe es als Luxus empfunden, dies lernen zu dürfen. Das war schon aufregend“, lautet das Fazit von Iris Rose zur eineinhalbjährigen Ausbildung, die teilweise in der Woche, teilweise an Wochenenden über die Bühne ging. Sie könne sich jetzt gut vorstellen, einen Gottesdienst alleine zu halten. Ideen für Predigten habe sie bereits. „Von einer Künstlerin haben wir ein Kreuz für die Fahrenhorster Kapelle geschenkt bekommen. Daraus könnte man zum Beispiel etwas machen.“

Eine Fülle von Predigten zu den verschiedensten Themen finden sich auch im Internet, von den Erneuerbaren Energien bis hin zur Embryonenforschung. „Eins zu eins würde ich nichts übernehmen. Das muss immer authentisch sein“, sagt Iris Rose.

Sich Lesepredigten anzueignen, bildete einen wichtigen Teil der Lektorenausbildung. Außerdem ging es darum, den Gottesdienst, seine Elemente und Hintergründe zu verstehen und ihn mit diesem Wissen zu gestalten. Für die gelernte Fremdsprachensekretärin Iris Rose waren auch die rhetorischen Übungen hilfreich: „Ich dachte immer, ich könnte sprechen, aber dann sagte man mir, dass Passagen meiner Predigt langweilig waren.“

So ganz unbedarft sind die Frauen nicht in das Hildesheimer Michaeliskloster gefahren. Beide haben schon bei Gottesdiensten ausgeholfen. Sie habe Texte gelesen und Wechselpredigten gehalten, erzählt Dorothea Bätjer. Ebenso wir Iris Rose fand sie, „dass es an der Zeit war, das Ganze mal auf festen Grund zu stellen und hinter die Kulisse zu blicken. Was muss ich alles planen? Das hat mich interessiert.“

Dorothea Bätjer war der Kirche gegenüber immer schon „sehr positiv“ eingestellt. „Kirche gehört zu meinem Alltag. Ich bin mit ihr aufgewachsen, mein Vater war Pastor.“ Nun hat sie selbst Verantwortung für die Gemeindeglieder. In der Ausbildung habe sie gemerkt, „dass ich mich in dieser Rolle wohlfühle. Das war toll.“ Da Dorothea Bätjer in ihrem Job als Physiotherapeutin zeitlich sehr eingebunden ist, schätzt sie es, ihre neue Aufgabe flexibler ausüben zu können als das Amt im Kirchenvorstand. „Das nimmt viel Raum ein, wenn man das von Herzen machen will. Die Lektoren-Tätigkeit ist überschaubarer, eher wie eine Projektarbeit.“

Pastorin Tabea Rösler, die auch Mentorin der neuen Lektorinnen ist, freut sich auf die Zusammenarbeit. „Das sind zwei Frauen, die etwas zu sagen haben.“ Dass in Iris Rose auch eine Sprecherin der plattdeutschen Sprache dabei ist, eröffnet laut Tabea Rösler ganz neue Perspektiven. Sie könne sich vorstellen, mit ihr einen Gottesdienst zu gestalten, der zur Hälfte auf Plattdeutsch über die Bühne geht.

Gemeinsamer Gottesdienst

Am Sonntag, dem zweiten Tag des Schützenfestes in Heiligenrode, erwartet die Kirchgänger ein gemeinsamer Gottesdienst von Iris Rose und Dorothea Bätjer. Die Frauen predigen zum Thema „Gastfreundschaft und Feiern“, auch die insgesamt sechs Lieder haben sie selbst ausgesucht. „Das ist ein großer Vorteil“, verrät Iris Rose – und klingt fast ein wenig konspirativ. „Endlich kann man mal seine Lieblingslieder in der Kirche hören.“

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