Zusammenkommen, gedenken, sich kennenlernen

Projekt „Stimme und Licht für den Frieden“ beschäftigt sich mit Flucht und Vertreibung

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Das Schiff, das von Dörte Siemers-Wulff gebaut und von den Kindern im Flüchtlingstreff bemalt wurde, soll bei „Stimme und Licht für den Frieden“ eine zentrale Rolle spielen. 

Brinkum - Momente der Stille und Einkehr sollen sich einstellen, aber nicht nur. Eine Kooperation aus der Gemeinde Stuhr, dem Flüchtlingsnetz-Stuhr sowie der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Brinkum ermöglicht es Bürgern jetzt, sich mit dem Thema Flucht und Vertreibung vertraut zu machen. „Im Vordergrund steht aber, dass wir uns ein Stück näher kommen und einander besser kennenlernen wollen“, erklärt Fathma Atenhahn vom Sozialen Service der Gemeinde.

Am Samstag, 11. November, ab 17 Uhr bietet die Kooperation im Haus Lohmann in Brinkum eine Plattform für das Vorhaben. „Mit dem Projekt ‚Stimme und Licht für den Frieden’ möchten wir alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Stuhr, aber auch Menschen aus aller Welt ansprechen und einladen“, so Atenhahn. Dörthe Siemers-Wulff und Anne-Lene Sembdner vom Flüchtlingsnetz-Stuhr sowie Pastor Detlef Korsen ergänzen das Organisationsteam. „Wir möchten abseits des Alltags in einer besonderen Atmosphäre zur Ruhe kommen, um uns zu besinnen und miteinander an Menschen zu denken, die in der Ferne sind. Der Aspekt Flucht ist natürlich auch dabei“, sagt Atenhahn.

Vor zwei Jahren hatte eine ähnliche Veranstaltung bereits in den Räumen der Kirche stattgefunden. „Wir haben uns in diesem Jahr ganz bewusst für einen religiös neutralen Boden entschieden“, so Atenhahn. Für viele sei dies ein wichtiger Aspekt.

Gedanken und Wünsche auf einem Zettel notiert

Während der interkulturellen Veranstaltung dient ein von Bildhauerin Dörthe Siemers-Wulff gebautes und von Kindern des Brinkumer Flüchtlingsteffs bemaltes Papierschiff als optischer Mittelpunkt und als Symbol für die beschwerliche Überfahrt, die so mancher Geflüchteter auf sich genommen hat. Im Gedenken an zurückgelassene oder vermisste Angehörige können alle Teilnehmer in ihrer Sprache ihre Gedanken und Wünsche jeweils auf einem Zettel notieren, der dann an dem Schiff befestigt werden soll. Ebenso wird das Singen von Liedern einen Teil des Festes ausmachen. Auch gemeinsam mit buntem Transparentpapier gestaltete Gläser mit Teelichtern sind als stimmungsvolle Ergänzung geplant. „Mit Stimme und Licht wollen wir ein Zeichen setzen für Frieden und Toleranz“, heißt es in der Einladung. Während die Organisatoren einige Speisen als Grundstock vorbereitet haben, werden die Besucher gebeten, etwas für ein Buffet mitzubringen.

Vom Kunstobjekt ‚M/S Anton’ inspiriert

„Wir haben uns bei der Planung von dem Kunstobjekt ‚M/S Anton’ inspirieren lassen“, berichtet Pastor Korsen. Das bundesweite, im Sommer in Bremen zum Thema Flucht und Migration gestartete Schiffsprojekt des dänischen Künstlers Jens Galschiot hatte unter dem Motto „Mit Sicherheit gut ankommen“ für Aufmerksamkeit gesorgt. „Das Boot ist auch als Symbol für einen sicheren Hafen zu sehen, den wir den Geflüchteten hier in der Gemeinde bieten wollen“, sagt Anne-Lene Sembdner vom Flüchtlingsnetz-Stuhr.

„Mit den Liedern, dem Essen und damit, dass wir ins Gespräch kommen, hoffen wir auf eine ganz tolle Atmosphäre“, wünscht sich Atenhahn möglichst viele Besucher. Denkbar sei, dass das Boot später während einer Wanderausstellung an Orten von Stuhr gezeigt wird. „Wir möchten diesen Gedanken einfach weitertragen.“ 

rjy

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