Künstler-Gruppe Mach Art lädt zu neuer Ausstellung ein / Atelier gekündigt

Zukunft ungewiss

Die Köpfe hinter Mach Art zeigen einige ihrer aktuellen Bilder. Von links: Gudrun Meyer-Kollatz, Amelie Schilbach, Gerda Hartmann, Irmgard Radtke, Helga Bröning, Helma Andresen und Gerlinde Koschade. Foto: Jantje Ehlers

Heiligenrode - Von Luka Spahr. Eigentlich gibt es bei den sieben Künstlerinnen von Mach Art aus Heiligenrode Grund zur Freude. Am Samstag, 18. Mai, wollen sie ihre neue Ausstellung im Gutshaus Varrel eröffnen. Sieben mal sieben Bilder wollen sie dann zeigen. Und diese sind, wie immer, im wahrsten Sinne des Wortes bunt gemischt. Landschaftsmotive, Tiere und wilde Farbvariationen. Eigentlich eine runde Sache.

Wäre da nicht der Umstand, dass es den Entstehungsort der Bilder künftig wohl nicht mehr in dieser Form geben wird. Etwas verlassen sitzen die sieben Frauen an diesem Nachmittag in dem kleinen Raum des Atelierhauses der Heiligenroder Schule. „MachArt“ steht auf einem kleinen Papier, das unten an der Eingangstür klebt. Geht es nach der Gemeinde, hängt er dort nicht mehr lange. Sie hat den Frauen am vergangenen Mittwoch die Kündigung des Mietvertrages überreicht.

Das an sich ist erst einmal nicht unüblich. Immer wieder waren die Malerinnen in ihrer 35-jährigen Vereinsgeschichte in verschiedene Bereiche auf dem Schulgelände umgezogen, berichten sie. Nach jeder Kündigung hatte die Gemeinde der Gruppe neue Räume dort zur Verfügung gestellt. Nur diesmal nicht.

„Jetzt stehen wir auf der Straße“, stellen sie fest. Zwar nicht von heute auf morgen, aber innerhalb von einem Jahr müssen sie die Fläche räumen. Rund acht Jahre waren sie in den Zimmern im Obergeschoss des Atelierhauses. Jetzt soll in dem Bau ein Kindergarten mit zwei Gruppen untergebracht werden. Zuerst werde das Untergeschoss baulich angepasst, dann soll auch das Obergeschoss saniert werden, erklärt Kerstin Frohburg von der Gemeinde Weyhe. Das Erdgeschoss soll bereits ab dem 1. Oktober genutzt werden.

Bisher hatten sich die Künstlerinnen von Mach Art einmal in der Woche in den Räumen getroffen. Aufgeteilt in zwei Gruppen haben sie dann zusammen Bilder gemalt und Skulpturen geschaffen. Wer die Damen im Obergeschoss besucht, läuft im Treppenhaus an großen Gemälden vorbei. Oben angekommen sind überall Schränke und Staffeleien zu sehen. Pinsel, Farben und alles, was ein Künstler braucht, sind dort zu finden. Sie hätten viel in das Inventar finanziert, so die Frauen. Wo dieses jetzt untergebracht werden soll, ist unklar. Einfach in ein Wohnzimmer von jemandem aus ihren Reihen gehen, das wollen sie auch nicht. Das Atelierhaus war etwas Besonderes. Ein Ort, zu dem man jederzeit gehen konnte.

Als die Malerinnen zum Pressegespräch eingeladen haben, ist die Nachricht der Kündigung noch recht neu. Im Anschluss wollen sie ein Krisengespräch führen. In diesem Moment soll aber erst einmal die Ausstellung im Mittelpunkt stellen. Denn diese sei durch die Kündigung keineswegs bedroht. Alle anderen Nutzflächen, die Mach Art sonst gelegentlich von der Gemeinde nutze, seien von der Kündigung nicht betroffen, erklären sie. Daher seien alle Interessierten auch herzlich eingeladen zur neuen Ausstellung der Gruppe. Am Samstag von 14 bis 19 Uhr und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr ist die Ausstellung im Gutshaus geöffnet. Der Eintritt ist wie immer frei, viele der Kunstwerke können erworben werden. Die Künstlerinnen werden an beiden Tagen durchgehend vor Ort sein und stehen für Fragen zur Verfügung.

Mach Art wäre allerdings nicht Mach Art, wenn es nicht doch ein Thema oder ein kleines Extra bei der Ausstellung gäbe. So werden die Besucher am Wochenende schnell feststellen, dass ein Motiv unter den Bildern mehrfach auftaucht. Es zeigt einen Flusslauf mitten im bergigen Grünen. „Irgendwo in Süddeutschland“ sei das, sagen die sieben Frauen und lachen. Genau wüssten sie das nicht mehr. Die Bilder basieren auf einer Fotografie. Die Aufgabe: Jede der Künstlerinnen hat das Bild selbst interpretiert und ein eigenes Kunstwerk geschaffen. Daher gibt es den Flusslauf jetzt sieben mal. Immer sieht er dabei ein wenig anders aus. Die Besucher sind zum Vergleichen eingeladen.

Vielleicht haben die Damen auch mit ihrem Atelier Glück. Vielleicht ergibt sich ein neuer Raum, der zwar nicht ganz so aussieht wie der alte, in dem sie sich aber trotzdem wohlfühlen und in dem sie ihre nächsten 49 Bilder malen können.

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