Ein schwieriges Frühjahr

Zu viel Regen: Stuhrer Landwirt beklagt Produktionsausfall

Mann vor einem Gemüsefeld
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Dass auf dem moorigen Boden das Wasser steht, nervt Klaus True.

Geht es nach Horst True, hätte es in den vergangenen Wochen ruhig etwas weniger regnen dürfen. Sein landwirtschaftlicher Betrieb hängt mit der Produktion drei Wochen zurück, weil auf den Feldern kaum gearbeitet werden kann. Das Wasser steht dort trotz Drainagen. Grund ist der moorige Boden.

Blocken – Das Wetter ist zurzeit nicht der Freund des Gemüsebauern Horst True. Wegen Kälte und Nässe, berichtet der Landwirt, hänge seine Produktion hinterher. „Normalerweise hätten wir schon drei Wochen verkaufen können. Das kann man nicht mehr aufholen“, stellt er fest. „Der erste Salat und Kohlrabi wären sicher schon weg.“

Niederschläge im Frühjahr – das, worüber sich die meisten Landwirte freuen, wird für True schnell zum Problem. Grund ist der moorige Boden, auf dem das Wasser zurzeit trotz Drainagen steht. Zuletzt sei ihm „vor fünf, sechs Jahren im Sommer alles ersoffen, ständig Gewitter und Starkregen“.

Seine Ländereien zu beiden Seiten der Blockener Straße bezeichnet True als „nicht besonders fruchtbar“. Der Boden schließe per se den Anbau von Möhren, Kartoffeln oder Spargel aus. Für Obst eigne er sich ebenso wenig. „Eigentlich pflanzen wir hier auf unfruchtbarem Grund. Nur eine intensive Bewirtschaftung ermöglicht es, bei manchen Sorten eine gute Ernte zu erzielen.“ Dass der Betrieb nicht gegen Ungeziefer spritzt, schränkt den Anbau zusätzlich ein. Lauchgewächse wie Porree etwa sind wegen der Lauchmotte tabu.

Und nun kommt noch das wechselhafte Wetter obendrauf. Die Kälte, die das Wachstum verhindert, und die Nässe, die das Arbeiten auf dem Feld erschwert. „Bis vor zehn Tagen hatten wir Nachtfrost“, klagt True. Dies mache sich auf den Feldern bemerkbar. „Die Bohnen, die wir wie immer am 10. April gepflanzt haben, sind gerade mal fünf Zentimeter groß, 15 Zentimeter kürzer als sonst. Wir haben zwar Vlies drüber gelegt, um sie vor Frost zu schützen, doch ihnen hat Wärme und Sonnenschein gefehlt.“

Von Gurken und Tomaten über Salate, Mangold und Fenchel bis hin zu Kohlrabi, Blumenkohl und Rote Beete reichen die rund 40 Gemüsesorten, die True anbaut. Normalerweise wäre jetzt Kürbis an der Reihe. „Zurzeit können wir den aber nicht pflanzen, weil der Boden so nass ist. Da würden wir mit dem Traktor festsitzen.“ Um die Pflanze doch noch in den Boden zu bekommen, will True in einer trockeneren Periode kleine Erdwälle ziehen, auf die er Folien legen möchte. „Da kommen Löcher rein, und in die Löcher pflanzen wir dann den Kürbis, damit er beim nächsten Regen nicht ersäuft.“

Vollversorgung mit Obst und Gemüse

Nicht jede Frucht und jedes Gemüse ist so robust wie Sellerie. „Der kann große Feuchtigkeit ertragen und ist aufgegangen“, sagt True und deutet auf ein nasses Feld, aus denen grüne Blätter ragen. Überdies läuft die Sellerie-Ernte nicht Gefahr, von Schädlingen zerstört zu werden. „Da geht kaum etwas ran“, sagt True.

Mit seinen Produkten ist sein Hof an unterschiedlichen Tagen auf insgesamt vier Bremer Wochenmärkten präsent. „Unser Stand bietet eine Vollversorgung an Obst und Gemüse“, sagt True. In der Regel stamme ein Drittel der Produkte aus dem eigenen Anbau. Doch zurzeit sei fast das komplette Sortiment vom Großmarkt zugekauft, abgesehen vom Treibhaus-Kohlrabi und Salat. Doch den wird True noch nicht einmal vollständig los. „Die Leute brauchen Salat zum Grillen. was sie bislang nicht oft konnten. Zudem geht viel an Restaurants und Kneipen, die lange nicht geöffnet hatten.“ Fazit: Es war schon immer schwer, nur in diesem Jahr alles noch problematischer.

Insgesamt, schätzt True, hat das Wetter Einfluss auf 20 Prozent des Umsatzes. Dass sich das noch nicht im Portemonnaie bemerkbar mache, liege an der Corona-Pandemie. „Die Nachfrage ist groß, die Preise sind höher.“ Ihm geht es vor allem darum, endlich richtig loszulegen: „Es würde einfach mehr Spaß machen, jetzt auf dem Trecker zu sitzen und zu singen: ,Der Mai ist gekommen.‘“

Robust: Dem Sellerie macht die Nässe nichts aus.

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