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Erstes Storchennest in Seckenhausen auf dem Hof Daneke

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Von: Horst Meyer

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Richtfest für Familie Adebar. Von links: Birgit Stolle, Meike und Jürgen Daneke, Mark Schlenz, Leo Hilbers, Elke Waßmann und Gerold Leschke.
Richtfest für Familie Adebar. Von links: Birgit Stolle, Meike und Jürgen Daneke, Mark Schlenz, Leo Hilbers, Elke Waßmann und Gerold Leschke. © Horst Meyer

Stuhr – Ein-Zimmer-Appartement mit fließend Wasser (je nach Jahreszeit kalt oder warm) zu vergeben. Hochlage mit Top-Aussicht auf Wiesen und Felder in Seckenhausen.

Menschliche Interessenten könnten sich vielleicht daran stören, dass das es keine Seitenwände und auch kein Dach gibt. Aber für Meister Adebar und seine Gefährtin ist das Angebot sicherlich attraktiv, zumal die Inneneinrichtung noch selbst gestalten werden muss. Und die Wiesen und Ackerflächen in der Umgebung versprechen ihnen und ihrem Nachwuchs ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Vom erhöhten Standpunkt haben sie dieses Angebot gut im Blick.

Zu verdanken hat Familie Storch das Jürgen Daneke: Der hatte in den letzten Jahren auf seinen Ackerflächen vermehrt Störche wahrgenommen. „In der Kreiszeitung las ich dann einen Artikel über Störche in Stuhr, was mich auf die Idee brachte, in Hofnähe ein Nest anzubieten. Im Internet und beim Nabu Stuhr habe ich mir dann Tipps geholt und aus vorhandenen Materialien den Untergrund und den Rahmen geschweißt“, verrät er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Am Samstag stellte er zusammen mit seinen Mitarbeitern Mark Schlenz und Leo Hilbers das auf einem zehn Meter langen Pfahl befestigte Nest in seiner Weihnachtsbaumschonung auf. Unter Zuhilfenahme des Hofladers stellte Mark Schlenz den Pfahl in ein zuvor gegrabenes, zwei Meter tiefes Loch.

Meike Daneke freut sich schon darauf, demnächst ein Storchenpaar beim Nestbau und der Aufzucht von Nachwuchs von der Terrasse aus beobachten zu können. Gerold Leschke weist allerdings darauf hin, dass neue Nester im ersten Jahr noch nicht unbedingt angenommen werden. Als Storchenbeauftragter des Nabu Stuhr freut er sich über mittlerweile 14 Nester im Gemeindegebiet. Im letzten Jahr waren es noch elf, in denen Storchenpaare insgesamt neun Jungstörche aufzogen.

In Seckenhausen ist dies jetzt das erste Nestangebot. Leschke freut sich besonders über die Eigeninitiative der Familie Daneke. „Um die privaten Nester müssen wir uns als Nabu in der Regel nicht kümmern. Die Menschen haben dann einen direkten Bezug zu den Tieren und kümmern sich selbst darum. Wir stehen aber gerne mit Rat und Tat zur Seite“ sagt er, und räumt danach auch gleich noch mit einem Vorurteil auf. „Oft heißt es, dass Störche sich dort wohlfühlen, wo viele Frösche sind. Die fressen sie zwar auch. Ihre Hauptnahrung besteht aber aus Mäusen, Regenwürmern, Maulwürfen und manchmal auch kleineren Hasen und Kaninchen“

Störche wären übrigens nicht die einzigen großen Vögel auf dem Hof. „Als wir vor drei Jahren die Nutzviehhaltung aufgegeben haben, bot mir ein Bekannter Nandus an“, schildert Jürgen Daneke. Die flugunfähigen großen Vögel sagten ihm zu. Seitdem beherbergt der Hof vier Nandu Hennen, von denen sich eine nach einiger Zeit als Hahn entpuppte. Die Anschaffung hat sich für die Familie inzwischen gelohnt. „Der Fuchs hat seitdem nicht ein Huhn mehr geholt. Die Nandus passen auf und der Fuchs hat Respekt vor ihnen.“

Von Horst Meyer

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