Tag der offenen Moschee

Ahmadiyya-Gemeinde hat neuen Vorsitzenden: Ziel ist mehr Transparenz

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Die Vorstandsmitglieder Masroor Ahmad (Öffentlichkeitsarbeit, l.) und Mujib Ata (Vorsitzender) nehmen den Imam Syed Salman Shah in ihre Mitte.

Brinkum - Die Gemeinde Ahmadiyya Muslim möchte künftig (noch) transparenter auftreten. Dies jedenfalls ist das erklärte Ziel ihres neuen Vorsitzenden Mujib Ata. „Wie ticken wir? Wie sind wir organisiert?“ – Antworten auf diese Fragen bewertet Ata auch 15 Jahre nach Eröffnung der Nasir-Moschee an der Marie-Curie-Straße in Brinkum als unerlässlich. „Wir streben Akzeptanz durch Erklärung an“, sagt er. Es sei wichtig, dass das Gemeindeleben „außen richtig ‘rüberkommt“.

Ata ist 40 Jahre alt und der erste Vorsitzende der Amadiyya-Gemeinde in Stuhr/Bremen, der in Deutschland aufgewachsen ist. „Er steht dafür, dass die neue Generation Verantwortung übernimmt“, sagt Masroor Ahmad, der die Nachfolge von Ata als Referent für Öffentlichkeitsarbeit angetreten hat. Diese Verantwortung spüre er täglich, bekennt Ata.

Als Chef des 16-köpfigen Vorstands gibt Ata nicht nur den spirituellen Weg für die 300 Mitglieder der Gemeinde vor. Er sieht sich auch als „Brückenbauer zwischen den Kulturen“. Damit meint er jene Muslime, die in Deutschland aufgewachsen sind, und die, die ihre Wurzeln noch in ihrer alten Heimat haben. Seine Amtszeit dauert drei Jahre und kann zunächst nur für eine weitere Wahlperiode fortgesetzt werden. „Danach müssen wir aussetzen. So etwas wie mit Putin ist bei uns nicht möglich.“

Islamausstellungen und interreligiöse Dialoge nennt Ata als mögliche Formen, die Gemeinde in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. „Darauf werde ich verstärkt hinarbeiten.“ Der Anfang ist gemacht: Für Donnerstag, 14. November, 19 Uhr, lädt die Gemeinde zu einem interreligiösen Dialog zum Thema „Rolle der Religion in der heutigen globalisierten Welt“ in die Nasir-Moschee ein. Welchen Anteil hat Religion an den aktuellen Konflikten? Ist sie vielleicht ein Garant für mehr Frieden? 

Feste Zusagen gibt es laut Ata bereits von Julia Kreitz, Vorsitzende der „Partei der Humanisten Bremen“, Syed Salman Shah, Imam und islamischer Theologe der Ahmadiyya-Gemeinde und Pedro Lourenzo. Der stellt als Vorsitzender des interreligiösen Dialogs „Menschen des Weges“ die christlich-jüdische Perspektive vor. Um Vertreter des Hinduismus und/oder des Buddhismus bemüht sich die Gemeinde derzeit noch. „Vielleicht gestalten wir das als Podiumsdiskussion“, überlegt Ata. Der Eintritt ist frei, doch zwecks besserer Planung bittet die Gemeinde um Anmeldungen per E-Mail an die Adresse kontakt@nasir-moschee.de.

Zuvor, am 3. Oktober, veranstaltet die Gemeinde von 11 bis 18 Uhr ihren Tag der offenen Moschee. Auch dies betrachtet Ata als passenden Rahmen, um Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Es bestehe die Möglichkeit, Fragen zu stellen, ohne ins Fettnäpfchen zu treten. Jeder sei willkommen – auch wenn er Vorurteile gegenüber Muslime hege. „Gerade dann freuen wir uns, zur Aufklärung beizutragen.“ In der Regel würden die Gäste globale Fragen stellen, etwa zur Stellung der Frau im Islam. Die habe nichts mit Unterdrückung zu tun, betont der Imam. Im Gegenteil: „Derjenige, der mit seiner Frau am besten umgeht, ist der beste Muslim.“

„Wir müssen uns immer wieder erklären, um Akzeptanz zu erreichen und Missverständnissen vorzubeugen“, sagt Ata. Imam Sha nennt ein weiteres Beispiel: Der Begriff Dschihad werde oft und fälschlicherweise im Zusammenhang mit Terrorismus verwendet. „Der große Dschihad ist, die wahre Botschaft des Islam zu verbreiten.“ Die Amadiyya-Muslim- Gemeinde handele nach dem Motto „Liebe für alle – Hass für keinen“, sagt Ata.

Für den Tag der offenen Moschee kündigt er sogar Gespräche auf Plattdeutsch an – das Ganze bei orientalischen Spezialitäten sowie Kaffee und Kuchen. Radler dürfen sich wieder auf einen Boxenstopp mit Verpflegung und Getränken freuen.

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