Mit dem Nabu auf Vogelstimmen-Tour

Zaunkönig oder Drossel – wer singt da bloß?

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Uwe Weitemeier (vorne) macht mit 15 Naturfreunden eine Exkursion zur Erkennung verschiedener Vogelstimmen.

Varrel - „Was piept denn da“, fragen sich momentan wieder viele Menschen beim Gang durch den eigenen Garten oder die Natur. Im nunmehr 20. Jahr bietet die Stuhrer Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) wieder praktische Hilfestellung beim Erkennen der vielen Vogelstimmen. Im vergangenen Jahr musste die Vogelexkursion erstmalig wegen Schietwetter ausfallen. In diesem Jahr fiel die Veranstaltung zwar nicht ins Wasser. Aber am Samstagmorgen galt es, die dicke Winterjacke, warme Schuhe, Schal und Mütze anzuziehen. Der Gruppe aus 15 Naturfreunden aus Weyhe, Leeste, Stuhr und Harpstedt machte die Kälte offensichtlich nichts aus, denn Hobby-Ornithologe Uwe Weitemeier hatte eine interessante Tour rund um das Varreler Gut vorbereitet.

„Der gerade da schmettert, ist ein Zaunkönig“, stand schon vor dem Start quer durch Varrels grüne Wege fest. „Dann haben wir den auch in unserem Garten“, war sich eine Teilnehmerin absolut sicher. Nach dem ersten Erfolgserlebnis im Kurs der Tierstimmenerkennung ging es weiter mit einem Blick auf die vielen grünen Kästen für die Vogelwelt. Die belegen die Tiere nach Lust und Laune: Uwe Weitemeier hielt dafür viele Beispiele parat. Wie etwa den für Hohltauben gebauten Kasten, der aber oft erst einmal von den Dohlen genutzt werde.

„Hurra der Mauersegler ist da“ – und plötzlich reckten die Teilnehmer ihre Köpfe in die Höhe. Über dem neuen Kunstrasenplatz des TuS Varrel zeigten sich einige Mauersegler als sehr seltene Gäste in Varrel. Sie bestätigten damit die uralte Bauernregel fast auf den Tag genau – diese besagt: „Am 8.5. kommen sie und am 5.8. sind sie wieder weg“. „Vielleicht hatten sie günstigen Rückenwind und sind dadurch schneller hergekommen“, meinte Uwe Weitemeier, der sich nicht als einziger über die Überraschung am Himmel freute. Zudem lauschte die Gruppe dem seltenen Gesang der Misteldrossel, vernahm Finken, Drossel, Zilp Zalp, Mönchgrasmücke und die Plaudertasche der Natur – die Gartengrasmücke.

„Die Singdrossel ist wie ein Lehrer“

„Die Singdrossel ist wie ein Lehrer, sie wiederholt alles zwei bis dreimal“, gab es eine weitere Lektion. „Jörg mach die Dorngrasmücke“, wurde der erste Vorsitzende Jörg Böttcher aufgefordert, die entsprechende Vogelstimme per Computerstift erschallen zu lassen.

Dass der Boden lebt, stellten die Naturfreunde außerhalb des Kunstrasenplatzes mit vielen nach Würmern pickenden Vögeln fest. Im Hintergrund rief der Fasan, auf der Bäke schwammen acht kleine Enten und ein Reiher stand unbeweglich mitten in der Fischtreppe. Viel Wissen gab es mit nach Hause. Aenne Weitemeier, die währed der Exkursion die Vogelstimmen auf ihrem Klemmbrett protokolliert hatte, verkündete zum Abschluss nach der gut zweistündigen Wanderung: „Es gab 26 Vogelarten.“ Eine gute Zahl, die sich ein stabiles Verhältnis in Varrel zeigt.

Wer Lust hat, kann sich am Sonntag, 28. Mai, um 8 Uhr auf eine dann dreistündige Exkursion in der Steller Heide mit einer ganz anderen Pflanzen- und Tierwelt machen. Treffpunkt ist der Parkplatz zur einzigen Hundewiese am Großen Heerweg in Stelle.

ak

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