Zusätzliche Unterrichtsräume müssen an der KGS Brinkum und der Grundschule Moordeich her

Zahl der Schüler steigt leicht an

An der Grundschule Moordeich könnten die Mobilbauten aufgestockt werden. Foto: Ehlers

Stuhr - Von Andreas Hapke. Wie entwickeln sich die Schülerzahlen in der Gemeinde Stuhr? Was bedeutet das für den Bedarf an allgemeinen Unterrichtsräumen (AUR)? Jahr für Jahr muss die Gemeinde diese Entwicklungen aufs Neue in Augenschein nehmen. Auf der Basis der Anmeldezahlen für das laufende Schuljahr sowie den Geburten bis zum 1. Oktober 2018 stellte Rathausmitarbeiterin Ann-Kathrin Dannemann am Donnerstagabend die aktuelle Prognose im Schulausschuss vor. Demnach werden 2024/25 insgesamt 3 531 Mädchen und Jungen die beiden Kooperativen Gesamt- und fünf Grundschulen besuchen, das sind 115 mehr als jetzt.

Während die Grundschulen in ihrer Entwicklung insgesamt konstant bleiben – die Zahl der Sprösslinge steigt von jetzt 1 244 auf 1 247 im Jahr 2024/25 –, legen die beiden KGS um 164 auf 2 336 Kinder und Jugendliche zu. Der Prognosezeitraum der weiterführenden Schulen ist bis einschließlich 2028/29 angelegt. Bei den Grundschulen funktioniert das naturgemäß nicht, da deren Schüler dann noch nicht geboren sind.

Ausschlaggebend für die Entwicklung bei den KGS ist allein Brinkum. Aktuell verteilen sich die 1 344 Schüler auf 62 Klassenverbände, denen 70 Räume zur Verfügung stehen, 55 am Brunnenweg und 15 an der Feldstraße. Doch der Puffer von acht AUR täuscht: Schon zum Schuljahr 2024/25 liegt der Bedarf mit 71 Räumen über dem Angebot. Das ändert sich auch bis 2028/29 nicht, wenn 1 509 Schüler 72 AUR benötigen.

Laut Dannemann hat der Zuwachs zwei Gründe: zum einen die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren (G9), zum anderen der Zuzug von Flüchtlingen. An der KGS Moordeich macht sich das nicht bemerkbar. Dort verharren die Schülerzahlen auf dem aktuellen Stand. 828 sind es jetzt, voraussichtlich 827 im Schuljahr 2028/29. Dafür reichen die 39 AUR.

Was die Grundschulen betrifft, kann der Platzbedarf an den Standorten Brinkum, Heiligenrode, Seckenhausen und Varrel gedeckt werden. Handlungsbedarf besteht in Moordeich, wo spätestens ab 2022/23 ein zusätzlicher Raum vonnöten ist. Die Entwicklung im Einzelnen:

Brinkum

Die Zahl der Schüler sinkt bis 2024/25 leicht um fünf auf 360. Zurzeit stehen 17 Klassen 17 AUR gegenüber. Schon im kommenden Jahr dürften 16 AUR reichen. Eine erneute Steigerung sei wegen der 40 zusätzlichen Grundstücke im Baugebiet Am Steinkamp aber nicht auszuschließen, sagte Dannemann.

Heiligenrode

Zurzeit besuchen 229 Kinder die Schule, doch schon im kommenden Jahr werden es 256 sein. Bis 2024/25 bleibt der Stand weitgehend unverändert (253). Bis zum Ende des Prognosezeitraums muss also ein zwölfter AUR her, den die Schule aufgrund der aufgelösten Kooperationsklasse im Bestand findet.

Moordeich

Bis 2024/25 legt die Zahl der Schüler um 26 auf 283 zu, weshalb schon ab 2022/23 ein 13. AUR einzurichten ist. Der könne durch Aufstocken der vorhandenen Systembauten geschaffen werden, sagt Ann-Kathrin Dannemann.

Seckenhausen

Lediglich in Seckenhausen geht die Schülerzahl deutlich zurück, und zwar von 225 auf 185. Der Bedarf an AUR sinkt von elf auf neun.

Varrel

Die Schule hat bereits jetzt eine „freie Spitze“ von einem Unterrichtsraum, acht Klassen stehen neun AUR gegenüber. Das wird sich nicht ändern, da die Schülerzahl in etwa konstant bleibt: 168 jetzt, 166 im Jahr 2024/25.

Die Politiker stellten klar, dass Bildung für sie an erster Stelle stehe. Die Situation in Brinkum „wird uns zu kurzfristigem Handeln auffordern“, sagte Alexander Carapinha-Hesse. Doch die Prognose im jüngsten Finanzausschuss mache „eine Flexibilität in dem Bereich“ möglich. KGS-Lehrer Björn Siemers wünschte sich von dem Ausschuss, „überfraktionell“ nach Brinkum zu schauen und sich zu einem „schnellen Handeln“ zu entschließen. Der Bedarf sei schon im Oktober 2018 unstrittig gewesen. „Wir haben alle Schulen auf dem Schirm, die KGS Brinkum besonders“, sagte Peter Strohmeyer (SPD).

Dass die Seckenhauser Schule auch die frei werdenden Kapazitäten vor dem Hintergrund von Differenzierung und Inklusion benötige, betonte Lehrerin Wiebke Bittner: „Wir würden uns über Ausweichmöglichkeiten freuen.“ Klaus Froehner, Elternvertreter an der KGS Brinkum und der Grundschule Heiligenrode, schlug vor, die Heiligenroder Kinder „komplett“ nach Moordeich zu schicken. „Dann wachsen beide KGS.“ In Moordeich sei dann zum Beispiel Spanisch als weitere Fremdsprache möglich, und in Brinkum müsse man nicht so viel bauen. „So weit sind wir noch nicht, sagte die zuständige Fachdienstleiterin Kerstin Frohburg. „Das ist ein Teil unseres Prüfauftrags.“

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