Statistik für die Stuhrer Bibliotheken

Zahl der Nutzer und Medien nimmt ab

Matylda Bialek vor den Büchern der Rubrik „Deutsch als Fremdsprache in der Bibliothek Moordeich. - Foto: Ehlers

Stuhr - Von Andreas Hapke. Die Zahl der Nutzer und Ausleihen in den beiden Stuhrer Bibliotheken in Brinkum und Moordeich hat im vergangenen Jahr weiter abgenommen. Dies geht aus einer Statistik von Mitarbeiterin Sigrid Mattner hervor. Demnach haben 2 111 „aktive Benutzer“ insgesamt 131 .938 Medien ausgeliehen, was in beiden Fällen das schlechteste Ergebnis innerhalb der vergangenen fünf Jahre bedeutet.

2014 waren es noch 2 177 Interessenten und 135. 167 ausgeliehene Medien. Die Zahl der 15- bis 17-jährigen Leser brach um 35,5 Prozent ein. Doch es gibt auch positive Trends: Diejenigen zum Beispiel, die den beiden Büchereien die Treue gehalten haben, haben im Schnitt mehr Bücher, Spiele und CDs ausgeborgt: 62,5 gegenüber 55,5 im vergangenen Jahr. Die Neuanmeldungen legten von 385 auf 441 zu (14,5 Prozent), die Zahl der Nutzer zwischen 18 und 20 Jahren um 14,6 Prozent.

Im Bestand haben Sigrid Mattner und ihre Kolleginnen ordentlich ausgemistet. Hier ist weniger mehr, wie Mattner berichtet: „Wenn viel Müll im Regal steht, dann werden die Schätze nicht gesehen.“

Die Sammlungen in Brinkum und Moordeich beinhalteten zum Ende des vergangenen Jahres insgesamt 34 .726 Medien und damit rund 2 700 weniger als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres. Das bedeutet einen Rückgang von 7,3 Prozent. „In den vergangenen Jahren hatten wir immer Angst, Sachen rauszuschmeißen, doch es lohnt sich“, sagt Mattner. Der Fundus soll schließlich ausgewogen, aktuell und attraktiv sein. Den „Mut zur Lücke“ hat sie sich während einer Fortbildung im vergangenen Jahr angeeignet.

Das Missverhältnis zwischen Bestand und Ausleihe führte unter anderem dazu, dass rund ein Viertel der Romane und Erzählungen für Erwachsene bei der Revision im Sommer rausflog (minus 25,4 Prozent). Laut Mattner war entscheidend, welche Bücher in den vergangenen fünf Jahren nicht gelesen wurden. Erfahrungsgemäß werde die Hälfte aller Ausleihen mit Medien erzielt, die jünger als vier Jahre sind.

Im Hinblick auf eine wirksamere Präsentation haben die Mitarbeiter in beiden Bibliotheken darauf geachtet, die Romane nicht mehr in den unteren und oberen Regalen auszustellen. Außerdem stehen jetzt auf jedem Regalbrett auch Titel frontal.

Eventuell nehmen die Bibliothekarinnen noch die Frauenromane aus der Sammlung. Deren Inhalt entspreche nicht mehr der heutigen Vorstellung von Frauen, die sich verwirklichen wollten, sagt Mattner.

Nicht nur der Bestand an schöner Literatur verzeichnet eine rückläufige Entwicklung, sondern auch der an Sachbüchern für Erwachsene (minus 7,6 Prozent), an CD- und DVD-Rom (-2,6), die Zeitschriftenhefte (-7,8), an DVDs (-6,3) und an Bilderbuchkinos (-19,6). Den größten Zuwachs im Fundus gab es bei den Spielen und den Konsolenspielen (plus 7,4 beziehungsweise 6,4 Prozent). Insgesamt haben die Mitarbeiter 3 981 Medien neu eingearbeitet und 6 706 aussortiert.

Unverändert stark nachgefragt ist die Kinder- und Jugendliteratur, die auf 40 .618 Ausleihen kommt (2014: 39 601). Der Generationswechsel hat laut Mattner dazu geführt, dass die jahrzehntelang begehrten Enid-Blyton-Bücher rausgeflogen sind. „Die drei Fragezeichen halten sich aber noch.“

Um dem negativen, bundesweit festzustellenden Trend bei den Ausleihen von Sachbüchern für Erwachsene entgegenzuwirken (minus rund 1 000), führt das Team um Mattner nach Potsdamer Vorbild das Kabinett „Kaleidoskop“ mit frontaler Präsentation aktueller Titel in Flurregalen ein, und zwar über den Zeitraum eines Jahres oder kürzer.

Ausgebaut und besonders hervorgehoben haben die Mitarbeiter den Bestand „Deutsch als Fremdsprache“. Für die Leser mit Migrationshintergrund sei eine mehrsprachige Benutzerordnung in Arbeit, so Mattner, auch mehrsprachige Bibliotheksführer seien angedacht.

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