Zahl der Entleihen geht leicht zurück

Statistik der Bibliothek Stuhr für 2017

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Angelika Karting mit neuen Büchern für die Moordeicher Zweigstelle der Stuhrer Bibliothek.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Wenn Schüler in einer der beiden Stuhrer Bibliotheken anrufen und sich nach einem Referat zu diesem oder jenem Thema erkunden, dann müssen die Mitarbeiter passen: „Leider gibt es so etwas bei uns nicht zu kaufen.“ Es ist eine Anekdote, die Leiterin Sigrid Mattner kürzlich im Ausschuss für Jugend, Freizeit und Kultur erzählte, aber sie lässt tief blicken: Schüler kennen sich nicht mehr so gut aus im Angebot der Büchereien.

Die Zusammenarbeit mit den Schulen habe etwas nachgelassen, bedauert Mattner, sie zähle aber immer noch zu den vorrangigen Aufgaben der Bibliothek – gerade im Hinblick auf die Leseförderung sowie die Medien- und Informationskompetenz. Das spiegelt sich in Angeboten wie Einführungen und Klassenkisten zu einem Thema wider, die auch für Kindertagesstätten gelten.

Aus Mattners Bericht geht hervor, dass die Bibliotheken ständig in Bewegung sind, auch wenn es manchmal wehtut. Eine „erschreckende Entwicklung“ etwa habe das Kollegium bei einigen Kinder- und Jugendbüchern registriert: Astrid Lindgren, die zu den bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautoren der Welt zählt, sei nicht mehr gefragt. „Und vom Sams sind nur die neuesten Bücher interessant.“ Für Mattner & Co. bedeutet dies, dass mitunter auch lieb gewonnene Schmöker aus dem Bestand verschwinden müssen. „Bewahren können wir uns in solchen Fällen nicht leisten. Wir sind kein Museum.“ Trotzdem entfallen noch ein Drittel der Ausleihen auf die Kinder- und Jugendliteratur.

Immer wieder muss das Kollegium überprüfen, wie effizient die einzelnen Medien sind. Ausschlaggebend dafür ist das Verhältnis zwischen dem Anteil des Mediums am Gesamtbestand und dem Anteil an den Ausleihen. Demzufolge müssten die Mitarbeiter die Sachbücher für Erwachsene – zurzeit 23 Prozent der Sammlung – weiter reduzieren. Im Gegenzug müssten Hörbücher, DVDs, Zeitschriften und Konsolenspiele zulegen.

Der Bestand der Bibliothek umfasste Ende vergangenen Jahres 32 688 Medien, 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Fast 81 Prozent machten die 26 410 Printmedien aus. Zu den Rennern zählten unter anderem die DVD „Road Chip“ mit 43 Ausleihen, Kinderbücher der Reihe „Gregs Tagebuch“ (25 bis 31) sowie der Roman „Glückssterne“ von Claudia Winter (29).

97.000 Medien mehr durch Online-Ausleihe

Insgesamt ging die Zahl der Entleihen um 0,5 Prozent auf 126 695 zurück. Da der Rückgang im Vorjahr noch 3,6 Prozent betragen hatte, sieht Mattner die Bibliothek mit der Veränderung des Bestandsprofils und den Beitritt zum Online-Verbund Niedersächsische Bibliotheken 24 Stunden (NBib24) auf dem richtigen Weg. Die Online-Ausleihe sorge für rund 97 000 zusätzliche Medien.

Aus der Statistik geht zudem hervor, dass die durchschnittlichen Entleihen pro Benutzer um 3,7 gestiegen sind. „Eltern leihen für ihre Kinder aus“, begründet Mattner. 1 972 aktive Nutzer bedeuten einen Rückgang um 3,3 Prozent, 413 Neuanmeldungen eine Abnahme um 5,7 Prozent.

Dass die Bibliotheken immer mehr zu Aufenthaltsorten werden, hatte Mattner schon in ihrem letzten Bericht festgestellt. Daran hat sich ihrer Auskunft nach nichts geändert.

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