Beim zweiten Visionärin-Tag dreht sich alles um die Arbeitsweise im digitalen Zeitalter

Workshops in virtuellen Räumen

Visionärinnen unter sich: (v.l.) Nicole Feldmann-Paske, Amrei Runte-Laue und Christiane Blenski. Am Visionärin-Tag treffen sich die Teilnehmerinnen zwischen den Workshops an virtuellen Stehtischen.
+
Visionärinnen unter sich: (v.l.) Nicole Feldmann-Paske, Amrei Runte-Laue und Christiane Blenski. Am Visionärin-Tag treffen sich die Teilnehmerinnen zwischen den Workshops an virtuellen Stehtischen.

Stuhr – Wie schön, dass das Coronavirus ausnahmsweise mal nicht einer Veranstaltung in die Quere kommt. Eigentlich ist sogar das Gegenteil der Fall. Unter dem Motto „New Work mit Konzept“ widmen sich die Organisatorinnen des zweiten Visionärin-Tags am Montag, 8. Februar, der Digitalisierung in der Arbeitswelt. Und was wäre da passender, als dies in einem digitalen Format zu tun? Zumal in Zeiten von Corona, wo in vielen Jobs das Homeoffice den Schreibtisch im Unternehmen ersetzt hat.

„Logisch“ findet das Stuhrs Gleichstellungsbeauftragte Nicole Feldmann-Paske. Gemeinsam mit dem Förderverein des Treffpunkts Sie(h)da und dem Unternehmerinnen-Netzwerk FairNet Weyhe Plus hat sie die Online-Konferenz via Zoom auf die Beine gestellt. Diese richtet sich an Gründerinnen und Solo-Selbstständige ebenso wie an Führungskräfte und langjährige Unternehmerinnen.

New Work beschreibt die neue Arbeitsweise der Gesellschaft im globalen und digitalen Zeitalter. „Es ist schon länger Thema in der Arbeitswelt, aber die Umsetzung stockte an vielen Stellen“, stellt Feldmann-Paske fest. Es gehe darum, New Work auf konzeptionelle Füße zu stellen. „Um agieren zu können, nicht nur reagieren wie im Learning by doing vom Homeoffice aus.“ Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei dabei immer noch ein Kernthema.

Dies sehen auch Dörthe Siemers-Wulff und Amrei Runte-Laue so, die erste und zweite Vorsitzende des Fördervereins des Treffpunkts Sie(h)da: „New Work braucht klare Werte und neue Regeln für Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das betrifft durch Homeoffice und Homeschooling Mütter wie Väter mehr denn je. Es ist uns wichtig, dass diese Themen sich bei den Workshops wiederfinden, denn Frau und Beruf, ebenso wie Gründungen, gehören von je her zum Angebot des Sie(h)da.“

Laut Christiane Blenski von Fair Net ist die Digitalisierung schon immer in den Köpfen gewesen. Doch in Zeiten von Corona „sind alle reingeschubst worden“. Ihrer Auskunft nach ist in dem Programm mit seinen 16 Workshops für jeden etwas dabei. „Ich kann beispielsweise meine Führungskräfte fitter machen für die virtuelle Zusammenarbeit, ich kann am technischen Check-up für meinen Betrieb teilnehmen oder gewinne virtuelle Vertriebsideen und Impulse für die Personalgewinnung“, sagt Christine Blenski.

Jede Teilnehmerin kann sich für vier Workshops anmelden, muss sich dabei aber für einen der vier virtuellen Räume entscheiden. Raum 1 ist Themen rund um die Unternehmensgründung gewidmet, Raum 2 den Folgen und Konsequenzen aus der Corona-Krise, Raum 3 der Digitalisierung und Raum 4 der virtuellen Führung. Digitalisierung spielt aber nicht nur in dem dafür vorgesehenen Raum eine Rolle. Die Gründerinnen zum Beispiel beschäftigen sich mit Möglichkeiten, ihre Geschäftsmodelle zu digitalisieren. Jeder Workshop dauert 45 Minuten.

Die Veranstaltung beginnt um 12.45 Uhr mit einer Begrüßung durch Bürgermeister Stephan Korte und einer kurzen Einführung in die Plattform Zoom. Für 15 Uhr ist ein Impuls-Referat von Christiane Brandes-Visbeck zum Thema „Was ist New Work? Ziele und Sinnstiftung der neuen Art der Arbeit“ vorgesehen. Die Organisatorinnen sind froh, die „New-Work-Vordenkerin“ (Blenski) für den Visionärin-Tag gewinnen zu können. Den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion, über deren Zusammensetzung noch nicht endgültig entschieden ist.

Zwischen den Workshops können sich die Teilnehmerinen in kurzen Pausen untereinander austauschen – natürlich an virtuellen Stehtischen. „Der Gedanke des Netzwerkens soll digital gelebt werden“, sagt Blenski und fügt hinzu: „In die Veranstaltung fließen alle Erfahrungen hinein, die wir bei Online-Seminaren gemacht haben.“ Zudem die Erfahrungen von Amrei Runte-Laue, die New Work in ihrer Tätigkeit für diverse Agenturen kennengelernt hat und während des Seminars als Ansprechpartnerin in technischen Fragen fungiert. Sie weiß: „Es gibt Unternehmen, die nur noch virtuell miteinander kommunizieren.“

Einen Schritt in diese Richtung sei die Volksbank gegangen, die ihre Auszubildenden mittels einer App in ihr Unternehmen eingeführt hat. Monika Finkmann berichtet darüber unter dem Titel „Onboarding von Auszubildenden digitalken“.

Der erste Visionärin-Tag zum Thema „Chefinnen im Handwerk“ war noch „in Präsenz“ über die Bühne gegangen, wie es in Zeiten der Pandemie heißt. Nach dem positiven Feedback stand für die Organisatorinnen laut Nicole Feldmann-Paske fest: „Das würden wir gerne nochmal machen.“ Das Thema der ursprünglich für 2020 geplanten Wiederauflage habe sich dann quasi aufgedrängt.

Für die Teilnahme benötigt niemand einen separaten Account, jeder kann sich online unter www.siehda-stuhr.de ein Ticket buchen und dann via Handy, Tablet, Notebook oder PC einen gewählten Raum besuchen. Für Gründerinnen der Jahre 2019 bis 2021 ist das kostenfrei. Alle anderen kommen noch bis Sonntag, 17. Januar, in den Genuss eines Frühbucherpreises von 29 Euro. Ab dann fallen 39 Euro an.

Ob das Ticket später dazu berechtigt, verpasste Vorträge aus anderen Räumen zu verfolgen, steht noch nicht fest. Dies hängt von der Bereitschaft der Referenten ab, sich filmen zu lassen.

Von Andreas Hapke

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Super Bowl: NFL-Star Brady will Geschichte schreiben

Super Bowl: NFL-Star Brady will Geschichte schreiben

Neuer Mode-Stil für das Weiße Haus

Neuer Mode-Stil für das Weiße Haus

Wie werde ich Verfahrensmechaniker/in?

Wie werde ich Verfahrensmechaniker/in?

Russland protestiert: «Putin, hau ab!»

Russland protestiert: «Putin, hau ab!»

Meistgelesene Artikel

Zufälle gibt’s: Lotto-Spieler gewinnt knapp 10 Millionen Euro

Zufälle gibt’s: Lotto-Spieler gewinnt knapp 10 Millionen Euro

Zufälle gibt’s: Lotto-Spieler gewinnt knapp 10 Millionen Euro
Erweiterung als Puffer für unsichere Zeiten

Erweiterung als Puffer für unsichere Zeiten

Erweiterung als Puffer für unsichere Zeiten
Keine Corona-Impfdosis geht verloren ‒ auch, wenn mal was weggekippt wird

Keine Corona-Impfdosis geht verloren ‒ auch, wenn mal was weggekippt wird

Keine Corona-Impfdosis geht verloren ‒ auch, wenn mal was weggekippt wird

Kommentare