Rat beschließt Veränderungssperre

Wohnungen statt Blumen

Das Gelände der Gärtnerei Heinken umfasst knapp 5 500 Quadratmeter. - Foto: Ehlers

Stuhr - Von Sandra Bischoff. Noch können Kunden an der Blockener Straße Blumen kaufen. Das soll sich bald ändern: Dann weichen Verkaufsraum und Gewächshäuser Wohnhäusern. Um möglichen Wildwuchs zu vermeiden, hat der Rat in seiner Sitzung am Mittwochabend einstimmig eine Veränderungssperre für den Bebauungsplan „Tannenstraße“ beschlossen.

Aus Altersgründen wollen die Inhaber der Gärtnerei ihren Betrieb in absehbarer Zeit aufgeben und das Grundstück verkaufen. Es habe bereits Gespräche mit Bauträgern gegeben, die darauf schließen ließen, dass auf dem Areal Stadtvillen mit zwei Voll- und einem Staffelgeschoss errichtet werden sollen, berichtete Stadtplaner Christian Strauß den Politikern. „Das ist baurechtlich zulässig, fügt sich aber nur bedingt in die nähere Umgebung ein, denn auf zahlreichen anderen Grundstücken wurde das zulässige Maß der baulichen Nutzung deutlich unterschritten“, sagte er.

Daher hatte sich der Verwaltungsausschuss Anfang Juli dafür ausgesprochen, den Bebauungsplan Tannenstraße komplett neu aufzustellen und eine Veränderungssperre zu erlassen. „Entscheidend ist, dass auf etwa der Hälfte der Grundstücke im Plangebiet die zulässige Zahl von zwei Vollgeschossen nicht ausgenutzt wurde.“

Um zu verhindern, dass bei eventuellen Verkäufen die vorhandenen eingeschossigen Häuser abgerissen und durch höhere ersetzt werden, schlägt die Verwaltung vor, den Bebauungsplan neu aufzustellen. Wie der aussehen könnte, erläuterte der Stadtplaner in groben Zügen. So solle die Geschosszahl auf eins reduziert werden. „Ansonsten wäre zu erwarten, dass in unmittelbarer Nachbarschaft von sieben Meter hohen Einfamilienhäusern zehn bis elf Meter hohe Stadtvillen entstehen“, sagte Strauß.

Die vorhandene Bebauung ermögliche es jedoch, Bereiche mit unterschiedlicher Geschosshöhe voneinander abzugrenzen, so dass eine „städtebaulich sinnvolle Gliederung aus dem Bestand heraus entwickelt“ werden könne. Zusätzlich sollte es Festsetzungen bezüglich der zulässigen Wohneinheiten je Gebäude sowie der maximalen First- und Traufhöhen geben.

Die knapp 5 500 Quadratmeter große Fläche der Gärtnerei könnte in drei Baufelder geteilt werden. Im Südosten, angrenzend an die Stuhrreihe, wäre Platz für weitere Reihenhausbebauung. „Für diese Bauform hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren kaum Flächen geschaffen, obwohl die Nachfrage vorhanden ist“, erklärte Strauß.

Im östlichen Bereich könnten Häuser mit einem Vollgeschoss und maximal drei bis vier Wohneinheiten entstehen, und das dritte Feld im Osten des Plangebiets sollen Einfamilienhäuser vorbehalten bleiben.

Um das zukünftige Gebiet erreichen zu können, werde der Kiefernweg um etwa 60 Meter ausgebaut. Darüber könnten auch drei Grundstücke der Blockener Straße angeschlossen werden. Die westlichen Grundstücke sollten von der Blockener Straße aus angefahren werden.

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