Positiver Effekt für die Bürger

Wohngeldreform: Mehr Stuhrer Haushalte profitieren von höheren Zuschüssen

Die Reform des Miet- und Lastenzuschusses hat in Stuhr zu mehr anspruchsberechtigten Haushalten geführt – und zu einem verbesserten Zuschuss.
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Die Reform des Miet- und Lastenzuschusses hat in Stuhr zu mehr anspruchsberechtigten Haushalten geführt – und zu einem verbesserten Zuschuss.

Laut Verwaltung haben die Bürgerinnen und Bürger Stuhrs von der im Januar 2020 eingeführten Wohngeldreform profitiert. Die Auszahlungssumme stieg von 284 400 im Jahr 2019 auf 360 000 Euro im vergangenen Jahr. Nach Auskunft des zuständigen Fachbereichsleiters hält der Trend auch 2021 an.

Stuhr – Die Gemeinde Stuhr hat von der zum 1. Januar 2020 in Kraft getretenen Reform des Bundes-Wohngeldes profitiert. Zu diesem Ergebnis kommt Lars Janßen, Fachbereichsleiter Sozialer Service und Senioren, nach Betrachtung der Zahlen aus dem vergangenen Jahr.

Nachdem in den Vorjahren „aus heutiger Sicht eher Reförmchen“ mit geringen Auswirkungen auf die Gemeinde zustande gekommen seien, habe er sich diese Zahlen mit gewissen Vorbehalten angesehen, sagt Janßen. Gehen auch diese Reformen wieder ins Leere? Die Antwort ist ein klares „Nein“, denn: „Die Höhe und die Steigerung der Mieten sind jetzt berücksichtigt“, sagt Janßen.

Seiner Auskunft nach hat die Zahl der anspruchsberechtigten Haushalte seit der Reform deutlich zugenommen. Abzulesen sei das an den vorgenommenen Auszahlungen an die Bürger Stuhrs im vergangenen Jahr: 1 533 gegenüber knapp 1 400 im Jahr 2019. Damit habe diese Form der Unterstützung durchschnittlich 128 Haushalte pro Monat erreicht, das sind 9,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Fast 100 Erstanträge seinen positiv beschieden worden.

Auszahlungsbetrag steigt um 16,3 Prozent

Einen positiven Effekt habe die Wohngeldreform auch auf die Höhe der Zahlungen gehabt, berichtet Janßen. Demnach betrug der monatliche Auszahlungsbetrag pro Haushalt im vergangenen Jahr durchschnittlich 236 Euro, eine Steigerung von 16,3 Prozent. Die Summe der Wohngeldzahlungen stieg somit zwischen 2019 und 2020 von 284 400 Euro auf mehr als 360 000 Euro. Der Trend hält an: Bis Mitte Juli dieses Jahres haben die Stuhrer Bürger schon 48 Erst- und 73 Weiterleistungsanträge gestellt. „Damit sind die versprochenen Auswirkungen eingetreten“, sagt Janßen.

Die Reform hatte die Regelungen des Wohngeldgesetzes an die allgemeine Entwicklung der Mieten und Einkommen angepasst. Dies sollte zu mehr anspruchsberechtigten Haushalten und einem verbesserten Zuschuss führen. „Um sicherzustellen, dass alle Zielgruppen des Wohngeldes dauerhaft entlastet werden“, wie es in der Mitteilung der Gemeinde heißt.

Janßen macht aber auch darauf aufmerksam, dass ein Teil der 2020 eingereichten Anträge auf Regelungen und Auswirkungen der Pandemie zurückgehen. Janßen spricht von acht bis zehn Prozent. Coronabedingt hätten einige Bewohner geringere Einkünfte, weshalb zum Beispiel Bezieher von Kurzarbeitergeld unter den Antragstellern zu finden seien. „Während der Pandemie haben wir den Kontakt zu den Antragstellern nicht verloren“, bekräftigt Janßen. Auch die Betreuung der Bürger aus dem Homeoffice heraus sei kein Problem gewesen. „Wir haben Beratungen von Wohnzimmer zu Wohnzimmer gehabt.“

Hohes Einkommenniveau in Stuhr

Über die Gewährung von Wohngeld entschieden die Wohnungsgröße, das Familieneinkommen und die Zahl der Familienmitglieder, sagt Janßen. „Das ist sehr individuell, da kann man keine allgemeinen Aussagen zu treffen.“ Einzelhaushalte könnten ebenso profitieren wie fünf- oder sechsköpfige Familien. „Früher wurden Leute aus teuren Gegenden in günstigere Lagen verdrängt. Das ist jetzt nicht mehr so“, sagt Bürgermeister Stephan Korte. Regionale Unterschiede innerhalb Stuhrs gebe es aber nicht, fügt Janßen hinzu. „Natürlich kommen mehr Anträge aus Brinkum und Stuhr, ganz einfach, weil dort auch mehr Menschen leben.“ Außerdem sei der Bestand an Mietwohnungen dort höher, während in ländlicheren Bereichen Eigentum eine größere Rolle spiele.

Angesichts von 16 476 Haushalten, in denen durchschnittlich zwei Personen leben (Stand 2019), muss die Stuhrer Wohngeldquote von 128 Haushalten als gering bezeichnet werden. Darin spiegelt sich laut Korte der allgemeine Wohlstand in der Gemeinde wider. Bei den Mieten mache sich zwar die Nähe zu Bremen bemerkbar. „Doch das Einkommenniveau in Stuhr ist sehr hoch, auch wenn es viele Menschen gibt, die in unteren Einkommensgruppen arbeiten.“

Wichtig ist laut Janßen, das Wohngeld in jedem Jahr neu zu beantragen. „Alles wird komplett neu geprüft.“

Informationen

Buchstabenbereich A bis H, 0421/56 95 133 (Kastens);

Buchstabenbereich I bis Z, 0421/56 95 140 (Tillner)

Von Andreas Hapke

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