Wirtschaftsforum: OHB-Aufsichtsrätin Christa Fuchs gibt Einblicke

Weltkonzern statt Wollladen

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Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier (l.) und Bürgermeister Niels Thomsen begrüßen die Referentin Christa Fuchs.

Stuhr - Von Sandra Bischoff. Als erste weibliche Referentin hat Christa Fuchs beim zwölften Stuhrer Wirtschaftsforum am Donnerstagabend auf unterhaltsame Art und Weise die Historie ihres Unternehmens Otto Hydraulik Bremen (OHB) vorgestellt. Im voll besetzten Ratssaal hatten sich nicht nur Vertreter der Wirtschaft, sondern auch Politiker und Lehrer eingefunden, um Fuchs‘ Ausführungen mit der Überschrift „Vom Kleinunternehmen zum erfolgreichen Raumfahrtkonzern – Strategie oder auch eine Portion Glück?“zu lauschen.

1981 hatte die gebürtige Pinnebergerin die kleine Firma Otto Hydraulik Bremen übernommen, die sich mittlerweile zum börsennotierten Technologie- und Raumfahrtkonzern mit weltweit etwa 2000 Angestellten entwickelt hat. Knapp 800 davon arbeiten in Bremen. Das Unternehmen weist eine jährliche Gesamtleistung von etwa 700 Millionen Euro auf und trägt heute den Namen Orbital- und Hydrotechnologie Bremen-System GmbH.

Als die Kinder aus dem Haus waren, stellte sich für die damalige Mittvierzigerin die Frage, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollte. „Durch Zufall lernten mein Mann Manfred und ich das Ehepaar Otto kennen, das keine Erben für seinen Betrieb hatte. Man kann sagen, wir waren zur rechten Zeit am rechten Ort. Mir war es damals egal, ob ich einen Wollladen eröffne oder eine kleine Werkstatt übernehme“, blickte Fuchs zurück.

Sie wurde Chefin von fünf Mitarbeitern, die in der Werkstatt Reparaturdienstleistungen für die Bundeswehr erbrachten. Noch heute sei die Bundeswehr einer der liebsten Kunden, weil sie pünktlich zahle.

Ehemann Manfred, der vor anderthalb Jahren verstarb, war damals beim Vorgänger des heutigen Raumfahrtkonzerns EADS angestellt gewesen. 1985 wechselte er in den Betrieb seiner Frau, die ihre Mitarbeiterzahl bereits verdoppelt hatte.

Mit seinem Eintritt begann die Firma, kleinere Satelliten anzubieten. Die ersten Typen finanzierte das Ehepaar selbst. „Wir nahmen Kredite bei der Bank auf. Es gehörte auch immer Mut dazu, etwas auszuprobieren“, sagte die heutige Aufsichtsrätin der OHB und Honorarkonsulin von Kasachstan.

Klare Aufteilung

der Aufgaben

Die Arbeitsteilung zwischen ihrem Mann und ihr sei immer klar gegliedert gewesen. „Er hat sich nicht in die Finanzen eingemischt, und ich mich nicht in die Technik.“ Er sei Visionär gewesen mit einem großen Gespür für Technik und mit vielen neuen Ideen. „Ich musste ihn oft bremsen“, sagte sie schmunzelnd.

Nach den ersten Satelliten kamen schnell öffentliche Aufträge hinzu. Den Durchbruch schaffte das Unternehmen mit dem Radar-Aufklärungssystem SAR-Lupe. „Die Bundeswehr orderte sie. Fünf Stück davon schauen noch heute aus dem All auf die Erde.“

Als Rezept für ein erfolgreiches Unternehmen benötigt man laut Christa Fuchs nicht nur gute Ideen und eine passende Strategie, sondern auch eine ordentliche Portion Glück und die richtigen Menschen. „Ganz wichtig sind intern flache Hierarchien und kurze Wege. So kann man schnell reagieren und ist vor allem den großen Konzernen dann immer einen Schritt voraus.“

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