Kreisverband mit konkretem Angebot

DRK wird Träger der Kita in Neukrug

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Der Bau der Kindertagesstätte Neukrug macht Fortschritte. In der kommenden Woche geht das Richtfest über die Bühne.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Der Kreisverband Diepholz des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wird Träger der im Bau befindlichen Kindertagesstätte in Neukrug. Diese am Mittwochabend im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung getroffene Entscheidung hat Bürgermeister Niels Thomsen am Donnerstag auf Nachfrage bestätigt.

Der Vertrag laufe über fünf Jahre und beinhalte eine Option auf Verlängerung. „Ich freue mich, dass wir jemanden aus der Region gefunden haben, der mit hoher Qualität Kindergärten betreiben kann“, sagte Thomsen. Schon beim Richtfest am kommenden Freitag, 17. November, können sich die DRK-Verantwortlichen ein Bild von ihrer neuen Wirkungsstätte machen.

Der Träger bringt eine Menge Erfahrung in der Betreuung von Sprösslingen mit. Im Landkreis Diepholz betreibt das DRK bereits Kitas in Barenburg, Barnstorf (2), Kirchweyhe, Lemförde, Rehden, Ströhen, Syke und Wehrbleck sowie die Krippe in Barenburg. Neukrug ist somit die elfte Einrichtung in Zuständigkeit des DRK.

Laut Thomsen war der Verband am Ende konkurrenzlos. „Es gab viele Interessenten, nachdem wir die Ausschreibung veröffentlicht hatten. Doch ein konkretes Angebot hat dann nur das DRK abgegeben, sagte Thomsen. Es habe ihn gewundert, dass nicht auch die Lebenshilfe oder die Kirchen zum Kandidatenkreis gezählt hätten. „Aber vielleicht war das Projekt mit zwei Krippen- und drei Kindergartengruppen einfach zu groß.“

„Die Zeit ist recht kurz“

Das DRK hingegen unterhält nach Auskunft seiner Kreisgeschäftsführerin Ulrike Hirth-Schiller bereits vier fünfgruppige Kitas. „Wir freuen uns sehr, dass Neukrug dazukommt. Wir hatten in Stuhr bislang noch kein hauptamtliches Angebot.“

Bis zum Sommer 2018 hat das DRK Zeit, das Personal für die neue Aufgabe zusammenzubekommen – ein ambitioniertes Ziel. Aus dem Stellenangebot im Internetauftritt geht hervor, dass der Verband schon jetzt vier Vakanzen in bestehenden Einrichtungen hat.

Für die Kitas in Syke und Kirchweyhe etwa sucht er jeweils eine Erzieherin. Zwei weitere Stellen in der Barenburger Krippe und der Kita Syke könnten alternativ auch mit einer Sozialassistentin besetzt werden.

„Die Zeit ist recht kurz“, weiß auch Ulrike Hirth-Schiller, die der Herausforderung gleichwohl optimistisch gegenübersteht. „Stuhr ist ein attraktiver Standort, der verkehrsgünstig angebunden ist. Hinzu kommt, dass Neukrug eine neue Einrichtung ist. Wir finden immer mal wieder Mitarbeiter“, sagt die Geschäftsführerin und lacht. Es sei grundsätzlich leichter, zum Start eines Kindergartenjahrs neues Personal zu gewinnen. „Wir sehen das im Moment sehr entspannt. Wir sind ein attraktiver Arbeitgeber.“ Erst im Juni hatte das DRK alle hauptamtlichen Bereiche – von der Pflege über den Rettungsdienst bis hin zur Kinderbetreuung – zertifizieren lassen. „Das haben wir gemacht, weil wir der Überzeugung sind, dass wir eine qualitativ hochwertige Arbeit leisten. Das wollten wir transparent und nachhaltig dokumentieren“, sagt Ulrike Hirth-Schiller.

Der Ausschreibung war ein Antrag der Grünen vorangegangen, deren Fraktionschefin Kristine Helmerichs die Vergabe begrüßt. „Ich bin sehr, sehr froh, dass es das DRK geworden ist, weil es gute Kindergärten macht und für Verlässlichkeit steht. Wir wollten mal ein anderes Konzept, und das bekommen wir“, sagte Helmerichs gestern auf Anfrage und nannte gruppenübergreifende Aktivitäten als Beispiel. Zudem erlaube ein anderer Träger den Eltern einen Vergleich mit dem kommunalen Angebot. „Und auch wir können Erfahrungen für unsere Kitas sammeln.“

Wie die Kreiszeitung erfahren hat, haben SPD und „Besser“ auch in der nicht-öffentlichen Abstimmung ihr Veto gegen die Vergabe an einen privaten Träger eingelegt. Schon in den vorangegangenen Gremien hatten sie ihre Bedenken geäußert und sich grundsätzlich gewünscht, die Gemeinde möge bei der Kinderbetreuung das Heft in der Hand behalten. Es hatte auch Zweifel gegeben, ob ein freier Träger seine Mitarbeiter nach Tarif bezahlen und Integrationsgruppen vorhalten würde.

Doch diese Angst kann Ulrike Hirth-Schiller den Bedenkenträgern nehmen. „Natürlich bezahlen wir das Personal nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst“, betonte die Kreisgeschäftsführerin. Die Aufnahme von Integrationskindern schloss sie nicht aus.

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