Es wird eng auf der Bühne des Gutshauses

Neujahrskonzert in Varrel: Suzhou Chinese Orchestra mit mehr als 90 Musikern

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Zehn von mehr als 80 Mitgliedern des Suzhou Chinese Orchestra. Sie alle müssen am 17. Januar auf die Bühne des Guts Varrel passen.

Varrel – Mit einer großen Besetzung gastiert das Suzhou Chinese Orchestra am Donnerstag, 17. Januar, in der Varreler Gutsscheune. So groß, dass Marjet Melzer-Ahrnken von der Kulturabteilung des Rathauses prophezeit: „Wir werden noch ins Schwitzen geraten, um alle Musiker unterzubringen.“ Mehr als 90 Mitglieder umfasst das Ensemble des großen chinesischen Neujahrskonzerts in diesem Jahr. Es beginnt um 20 Uhr.

Seit 2005 geht die Veranstaltung in Stuhr über die Bühne, diesmal unter der künstlerischen Leitung des Chefdirigenten Pang Kapang. „Er war schon 2010 hier und hat einen sehr guten Eindruck mitgenommen. Er wollte wissen, ob alles noch so ist wie damals“, berichtet Organisator Peter Thöle. Für die Musiker sei der Auftritt in Varrel immer etwas besonderes. „Nirgendwo auf der Tour ist der Abstand zwischen Publikum und Ensemble so gering wie hier. Die Musiker sind praktisch mit den Besuchern verheiratet.“

Laut Thöle hat das Suzhou Chinese Orchestra die besten Musiker des Landes eingesammelt. Anders als in den Vorjahren sei deshalb das Programm nicht regional begrenzt. Es sei wesentlich konzertanter und spiegele die gesamte chinesische Literatur wider. „Die schönsten Stücke werden gespielt“, kündigt Thöle an.

Dazu zählt auch der schon mehrfach in Varrel vorgetragene Schmetterlingstraum, gewissermaßen Romeo und Julia auf Chinesisch. Es geht um den Selbstmord zweier junger Liebender, die nicht zusammenkommen dürfen, weil sie aus verfeindeten Familien stammen. Während der Beerdigung steigen zwei Schmetterlinge aus dem Grab, musikalisch dargestellt durch ein Flötensolo. „Das Solo leitet diesmal das Konzert ein“, sagt Thöle.

Besonders freut er sich darüber, Daniel Finkernagel als Moderator gewonnen zu haben: „Er hat eine tolle Begabung. Er kann selbst ernste Sachen humorvoll rüberbringen.“ Schon 2018 hat Finkernagel das Neujahrskonzert begleitet, allerdings nicht in Stuhr. Generell sei der Zugang zur Musik besser, wenn es Erklärungen gebe, sagt Marjet Melzer-Ahrnken. Diese Rückmeldung habe das Publikum nach einer Vorstellung ohne Moderation gegeben.

Thöle spricht von dem Neujahrskonzert als das „bedeutendste Austauschprogramm“ traditioneller chinesischer Musik im europäischen Kulturkalender. Es geht auf einen Besuch des Konzertveranstalters Zezhou Wu bei seinem in Wien studierenden Sohn zurück. Begeistert von einem Strauß-Konzert, holte Wu die Wiener Musik nach China. Von da an dauerte es nicht mehr lange, bis ein chinesisches Orchester ein Neujahrskonzert in der österreichischen Hauptstadt spielte. Thöle: „Nach drei Jahren in Wien wurde das Konzert auf ganz Europa ausgeweitet.“ Inzwischen ist es die 22. Tour, sie führt durch neun europäische Länder.

Die Veranstaltung in Varrel ist ihrer Zeit voraus, da die Chinesen erst am 5. Februar Neujahr feiern. Für sie beginnt dann das Jahr des Schweins. Menschen, die im Jahr des Schweins geboren sind, gelten als zuvorkommend, wahrheitsliebend und sehr gewissenhaft in dem, was sie tun. Sinnlich orientiert, sehr umgänglich, ehrlich und unparteiisch sind weitere Attribute. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr der Genuss-Sucht, Unsicherheit, Naivität und Leichtgläubigkeit. Um aus dieser Falle zu entkommen, werden diese Menschen schnell eigensinnig und grob, manchmal auch etwas tölpelhaft.

Eintrittskarten gibt es zum Preis von 30 Euro (ermäßigt 25 Euro) in den Geschäftsstellen der Mediengruppe Kreiszeitung.

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