„Wir sind in den 36 Jahren auch älter geworden“

Bastelkreis der Kirchengemeinde veranstaltet letzten „Basar unterm Sternenhimmel“

Karin Zittlosen (l.) und Heidemarie Diestelkamp vom Bastelkreis verkaufen seit Jahren unter anderem Adventstütchen für den guten Zweck. - Archivfoto: Ehlers

Varrel - Von Sandra Bischoff. In der evangelischen Kirchengemeinde Varrel geht am kommenden Sonnabend eine Ära zu Ende: Der Bastelkreis veranstaltet den 36. und letzten „Basar unterm Sternenhimmel“. Mehr als 86 000 Euro sind in den vergangenen Jahrzehntenten für soziale Zwecke zusammengekommen,berichtet Karin Zittlosen.

1980 fing alles an, erinnert sich die 75-Jährige. Der damalige Pastor Uwe Harms wollte einen Kreis für Erwachsene einrichten. Zum ersten Treffen waren viele gekommen, die gerne handarbeiten wollten. „Zwei andere Frauen und ich hatten vorher schon zusammen gebastelt und den Erlös an die Kindernothilfe gespendet. Deshalb fragte der Pastor mich, ob ich mich um das neue Angebot kümmern wollte.“ Der Bastelkreis war geboren.

Fortan trafen sich die über 20 Frauen regelmäßig, um für den guten Zweck zu stricken, zu häkeln, zu nähen und zu sticken. Die Ergebnisse verkaufen sie seitdem einmal im Jahr beim „Basar unterm Sternenhimmel“ in der Kirche und dem Gemeindehaus. „Wir dachten uns, wir machen es dann auch richtig mit Kaffee und Kuchen“, sagt Zittlosen. Die Frauen spendeten die Erlöse an örtliche Einrichtungen und Vereine wie die Wohnheimat Stuhr und den Förderkreis Stuhr-Sigulda für die Suppenküche in der Partnerstadt. Aber auch „Brot für die Welt“, die Somalia-Hilfe, ein Waisenhaus auf Madagaskar, die Frauenhilfe Nepal und viele andere nationale und internationale Organisationen kamen in den Genuss von Spenden aus Varrel. Für die Kirchengemeinde blieb ebenfalls immer noch etwas übrig. „Besonders stolz sind wir darauf, dass wir die zweite Glocke und die Bleiglasfenster finanzieren und mit einem beträchtlichen Betrag den Bau des Jugendraums bezuschussen konnten“, sagt Zittlosen.

Selbst gekochte Marmeladen, Kekse und Gestecke

Mittlerweile rennen die Besucher den knapp 15 Frauen aber nicht mehr die Türen ein. „Es gibt überall Basare, und Handarbeiten laufen so gut wie gar nicht mehr.“ Vor einigen Jahren hat der Bastelkreis deshalb umgeschwenkt und bietet seitdem selbst gekochte Marmeladen, Kekse und Gestecke an. Die Frauen kochen und backen jede für sich zum Großteil zu Hause, nur zum Binden der Gestecke treffen sie sich kurz vor dem Basar. „Die Woche davor ist eine stramme Woche. Wir sitzen dann täglich im Partykeller einer Teilnehmerin zusammen, die Gestecke sollen ja möglichst frisch sein.“

Aber auch damit ist dann Schluss. „Es lohnt sich einfach nicht mehr, wenn man die ganze Arbeit und die Aufregung im Vorfeld bedenkt“, sagt Karin Zittlosen. Nach dem Basar im vergangenen Jahr habe sich der Bastelkreis überlegt aufzuhören. „Die Resonanz ist einfach nicht mehr so groß, junge Leute kommen meist gar nicht.“

Zudem machten bei vielen Teilnehmerinnen des Bastelkreises die Augen oder die Hände nicht mehr richtig mit. „Wir sind in den vergangenen 36 Jahren auch älter geworden.“ Alle Frauen haben die 70 bereits überschritten, die älteste ist fast 90 Jahre alt.

Einige wie Christa Böschen, Georgia Sebrandtke, Inge Schnack und Inge Reins sind von Anfang an dabei, erzählt Zittlosen. „Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft.“ Deshalb fällt ihr das Aufhören auch nicht ganz leicht. „Traurig sind wir alle.“

Der letzte Basar des Bastelkreises geht am Sonnabend, 26. November, von 14.30 bis 16.30 Uhr im Gemeindehaus an der Varreler Landstraße über die Bühne.

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