Kirsten Artal ist die neue Leiterin von Kids mit Pfiff / Wegen Corona Treffen draußen

„Wir probieren einfach, was geht“

Aber bitte mit Abstand: Auch die Kids mit Pfiff müssen sich coronabedingt in Zurückhaltung üben. Im Hintergrund die Leiterin Kirsten Artal.
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Aber bitte mit Abstand: Auch die Kids mit Pfiff müssen sich coronabedingt in Zurückhaltung üben. Im Hintergrund die Leiterin Kirsten Artal.

Heiligenrode – In Sachen Musik ist Kirsten Artal ein Profi. „Wenn nicht gerade Corona ist, singe sich auch Konzerte. Man kann mich als Solistin buchen“, sagt die Absolventin der Hochschule für Künste in Bremen. Sie mag es aber auch, „mit Menschen zu arbeiten, die sich für Musik interessieren und Spaß daran haben. Egal auf welchem Niveau.“ Davon profitiert jetzt die Kirchengemeinde Heiligenrode, wo Kirsten Artal den Kinderchor Kids mit Pfiff leitet. Sie hat ihn von Monja Uhde und Livia Rosa übernommen.

Zu ihren coronabedingten Open-Air-Proben treffen sich die Sprösslinge jeden Dienstag an der Kirche: ab 15.45 Uhr sind die Schulkinder an der Reihe, ab 16.15 Uhr die Kindergartenkinder. Ziel der Leiterin ist es nach eigener Auskunft, beide Gruppen einzeln angemessen zu fordern und zu fördern. Ihr sei es aber auch wichtig, dass sich die Mädchen und Jungen aus beiden Gruppen kennen und zusammen singen. Das ist ab 16.15 Uhr für eine Viertelstunde möglich.

Ob bei „Das wünsch’ ich sehr, dass immer einer bei mir wär“ oder „Gott mag Kinder, große und kleine“: Die Premiere nach den Sommerferien verlief etwas schleppend. Insbesondere in der Gruppe der Drei- bis Sechsjährigen hat man eher die Mama oder die Oma singen hören. Das war unter anderem der Hitze, den Wespen und der Tatsache geschuldet, dass der Spielplatz nur einen Steinwurf entfernt war.

Eine Woche später sah das schon anders aus. Um der Ablenkung durch die herumtollenden Altersgenossen zu entgehen, zogen die beiden Gruppen am Dienstag zum Brunnen um. „Da war schon konzentrierteres Arbeiten möglich“, sagt Kirsten Artal. Bei Regen könnten die Kinder in einen Carport mit angrenzendem Partyzelt unterkommen.

Nicht nur hinsichtlich des Probenorts beeinflusst Corona die Arbeit nachhaltig, auch der einzuhaltende Abstand des Nachwuchses zueinander spielt eine Rolle: „Da einen großen Klang reinzukriegen, ist nicht so einfach“, erklärt die Leiterin. Nur allzu gerne würde sie mit den Teilnehmern tanzen, doch auch da schiebt Covid-19 (noch) einen Riegel davor. „Die ganze Zeit auf einer Stelle zu stehen, macht es schwierig“, sagt die Leiterin. Es sei außerdem schade, dass sie keine Instrumente herumgeben könne. „Aber wir probieren jetzt einfach, was geht.“

„Singen ist mein Lebenselexier“ – mit diesem Satz lässt sich Kirsten Artal in dem Gemeindebrief der evangelischen Kirche zitieren. Ihr Interesse für Musik kommt nicht von ungefähr: Der Papa hat einen Gemeindechor in ihrer Heimatstadt Hannover geleitet, die Mama ehrenamtlich die Kirchenorgel gespielt. Tochter Kirsten sang im Kinderchor der Musikschule und lernte bereits in frühen Jahren Flöte und Klavier. Sogar ihre Chorleiterausbildung hat sie während ihrer Schulzeit an der Landesmusikakademie absolviert.

Die Chorleitung bildete auch den Schwerpunkt ihres späteren Lehramtsstudiums. Nach dem Referendariat studierte Kirsten Artal Gesang an der Hochschule für Künste in Bremen. Seitdem kennt man sie auch in Varrel, wo sie 2011 die Leitung des Kirchenchors und 2012 die des Gospelchors Chorios übernahm. Der Kontakt zu Heiligenrode entstand, weil sich Pastorin Tabea Rösler bei den benachbarten Kirchengemeinden nach einer Chorleiterin umgehört habe, berichtet Artal. Die 40-Jährige schreibt keine Lieder selbst, arrangiert Stücke aber bei Bedarf für den betreffenden Chor.

Privat mag Kirsten Artal gerne Barockmusik, kann sich aber auch für gute A-cappella-Gruppen wie May be Bop begeistern. Zu Hause höre sie ständig Musik, „auch viele Kinderlieder“ mit dem eigenen Nachwuchs (drei und sechs Jahre alt). Sich nicht dazu bewegen oder nicht singen – das könne sie gar nicht. Umso mehr bedauert sie die Einschränkungen für die Kinderchöre.

Erst seit knapp einem Jahr wohnt die Familie in Brinkum, wo sie eine halbe Stelle als Musiklehrerin an der KGS bekleidet. Für den Geldbeutel ist das notwendig, denn als Musikerin erlebt Kirsten Artal nach eigener Auskunft „eine schwierige Zeit“. Mit dem Varreler Kirchenchor habe sie zwischenzeitlich 24 Wochen nicht geübt, erst nach den Ferien seien die Proben wieder angelaufen. „Und bei einem Honorarvertrag gibt es ohne Probe kein Geld“, sagt sie. Die insgesamt 13 Online-Proben mit Chorios auf der Plattform Zoom haben sie nicht restlos überzeugt: „Man kann nicht zusammen singen. Ich habe den Mitgliedern etwas vorgesungen oder Aufnahmen von Auftritten eingespielt, um das Gefühl von Gemeinsamkeit zu erzeugen.“

Auch mit den Varreler Chören singt Kirsten Artal an der frischen Luft. Doch was, wenn es kälter wird? Wenn Treffen unter freiem Himmel nicht mehr möglich sind? „Dann“, sagt Kirsten Artal, „muss man sehen, was die Landeskirche vorschreibt.“

Was die Teilnehmer bei Kids mit Pfiff angeht, besteht laut Kirsten Artal noch „Luft nach oben“. Zuletzt waren es acht Kinder bei den Großen und sechs bei den Kleinen. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich per E-Mail an Kirsten Artal wenden. kidsmitpfiff@gmx.de lautet die Adresse.

Von Andreas Hapke

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