Neujahrsempfang der Interessengemeinschaft

„Wir müssen jetzt die Ärmel hochkrempeln“

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Stephan Korte (mit Mikrofon), gewählter Bürgermeister der Gemeinde Stuhr, begrüßt die Gäste auf dem Neujahrsempfang der Brinkumer Interessengemeinschaft (Big). Links: Lars Gudat, Vorsitzender der Big. 

Brinkum - Mitglieder und geladene Gäste konnte der Vorstand der Brinkumer Interessengemeinschaft (Big) am Sonntag im Hotel Bremer Tor zum Neujahrsempfang 2020 begrüßen. Knapp 80 Gäste waren der Einladung zum 14. Neujahrsempfang der Big gefolgt, darunter auch Vertreter aus Politik und Verwaltung, der Feuerwehr, von Vereinen und von benachbarten Interessengemeinschaften.

„Es ist immer wieder eine Freude, so viele verschiedene Menschen zu treffen“, sagte Kristine Helmerichs, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Stuhr, in ihrem spontanen Grußwort. „Die Big ist mit einem relativ jungen Vorstand und einer flachen Hierarchie gut aufgestellt“, lobte sie. „Langsam wird es peinlich, wenn ich immer sage, ich werde bald Bürgermeister“, so Stephan Korte, gewählter Bürgermeister der Gemeinde Stuhr, der im Sommer vergangenen Jahres aus einer Stichwahl hervorging, jedoch erst am 14. Februar sein Amt antreten wird. Nicht zuletzt dank solcher Einladungen, wie zum Neujahrsempfang der Big, habe er bereits viele Menschen kennengelernt. „Ich bin sehr guter Dinge, freue mich jetzt ungemein auf den 14. Februar und brenne darauf, dass es jetzt endlich losgeht“, sagte Korte. Als eine der wesentlichen Aufgaben, die anstehen, erinnerte er unter anderem an die Linie 8, deren Fertigstellung einen deutlichen stadtplanerischen Schub gerade für den Ortsteil Brinkum bringen sollte. Er bedauerte, zwei Termine gleichzeitig angenommen zu haben und daher die Veranstaltung vorzeitig verlassen zu müssen. „Sie sehen schon mal, wo nicht unbedingt meine Kernkompetenz liegt“, sagte Korte und zog damit die Lacher auf seine Seite.

Gastredner Andreas Greve, Geschäftsführer des Bremer Beratungsunternehmens nextpractice GmbH, sprach zum Thema „Arbeits- und Führungskultur im Zeitalter der Digitalisierung“. In seinem gut 50-minütigen Vortrag stellte der 56-Jährige heraus, vor welche Herausforderungen die Digitalisierung die Menschen stellt. „Wir analysieren, warum die Menschen so handeln, wie sie handeln“, erklärte Greve ein Konzept seiner Firma. „Das betrifft die Kunden eines Unternehmens, aber auch die Mitarbeiter. Durch unsere Methoden befähigen wir Unternehmensleitungen, klügere Entscheidungen zu treffen.“ „Durch die weltweite Vernetzung hat sich das Miteinander der Menschen verändert. Die Kommunikationsgeschwindigkeit hat sich erhöht. Menschen und Unternehmen vergessen dabei zu hinterfragen: Was wollen wir eigentlich?“, stellte Greve heraus.

Nach seinen Worten geht es um die Überlebensfähigkeit heute und in der Zukunft. „Durch die Vernetzung und Digitalisierung, die wir uns gegönnt haben, ist nicht alles besser geworden. Menschen entscheiden unbewusst“, so der Referent. „Teilweise entsteht ein kollektiver Realitätsverlust. Es wird nicht mehr klar, was sind die Vitalfunktionen, die die Lebensqualität in einer Gesellschaft ausmachen.“

„Man muss gelegentlich inne halten und sich fragen: in welcher Gesellschaft wollen wir eigentlich leben und wie wollen wir miteinander arbeiten, um Leistung und Innovationen hervorzubringen. Wir brauchen neben der Digitalisierung einen Kulturwandel“, empfahl Greve. Dazu regte er unter anderem an: „Wir müssen jetzt die Ärmel hochkrempeln und versuchen, einen intelligenten Weg einzuschlagen. Wir müssen lernen, kontrovers miteinander zu diskutieren, um aus den Diskussionen heraus die bestmögliche Lösung für das Gesamtsystem, für die Gemeinschaft oder für das Unternehmen herauszubekommen.“ Der Vortrag lieferte Gesprächsstoff für die Besucher, die die Veranstaltung auch nutzten, um sich bei einem Mittagessen mit den anderen Gästen zu unterhalten und auf das neue Jahr anzustoßen.

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