50 Jahre DRK-Ortsverein Heiligenrode / Groß Mackenstedt

„Wir haben uns nie vor der Arbeit gescheut“

+
50 Jahre DRK-Ortsverein – das feiern am Sonntag (hinten v.l.) die Blutspende-Organisatorin Andrea Fastje und die Vorsitzende Elke Krebs sowie (vorne v.l.) Schriftführerin Angelika Dethlefs und die „Urgesteine“ Helga Hensel und Inge Rose.

Heiligenrode - Von Andreas Hapke. Als die frischgebackene Vorsitzende Elke Krebs im Frühjahr 2016 in den Protokollen des Ortsvereins Heiligenrode / Groß Mackenstedt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) stöbert, wird ihr mit einem Schlag bewusst: „In zwei Jahren werden wir 50 Jahre alt. Da kann man schlecht drüber weggehen.“ Gehen die Mitglieder auch nicht. Sie feiern das Jubiläum am Sonntag, 17. Juni, gemeinsam mit der Kirchengemeinde und haben dafür ein buntes Programm auf die Beine gestellt.

Gleichwohl wäre es um ein Haar nicht zu dem Fest gekommen. In der Mitgliederversammlung 2016 drohte dem Ortsverein das Aus, weil sowohl der langjährige Vorsitzende Folkhard Hanken als auch seine Stellvertreterin Inge Rose und Schatzmeister Alois Brefka zuvor erklärt hatten, dass sie nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren würden. Die Gründe waren persönlicher und gesundheitlicher Natur. 

„Die Brinkumer waren da und bereit für die Fusion. Sie hatten sogar einen Notar mitgebracht“, erinnert sich Elke Krebs. Schließlich übernahm sie das Zepter, und das Schreckensszenario war vorerst abgewendet.

Die Gründung des Ortsvereins geht auf den 20. Juni 1968 zurück. Dem Protokoll der Versammlung ist zu entnehmen, dass der damalige Kreisvorsitzende auf eine „menschliche Grundhaltung“ hinwies, die vorhanden sein müsse, damit sich der Geist der Gründer auf die Mitglieder übertrage: „Dass Aktivität entwickelt wird, um dem Mangel an elementarer Menschlichkeit zu begegnen und sich somit Freundschaft und Verbundenheit entwickeln mögen zum Segen der ganzen Einwohnerschaft.“ 

In dieser Hinsicht hatte sich der Ortsverein von Beginn an nichts vorzuwerfen. Schon auf der ersten Tagesordnung tauchten Punkte wie „Mitwirkung in der Sozialarbeit“ und „Pflege der Kontakte zur Bevölkerung“ auf.

Die ersten DRK-Frauen begannen mit Handarbeiten

Der Gründungsvorsitzenden und Apothekerin Elisabeth Wellmann war es zu verdanken, dass das DRK schnell Fuß fasste in den Ortsteilen. Wer in ihren Laden kam, musste damit rechnen, als Mitglied geworben zu werden. „Ihr konnte man einfach nicht entkommen“, sagt Elke Krebs und lacht. 

Dank ihres Jobs erfuhr Elisabeth Wellmann frühzeitig, wem es gesundheitlich nicht so gut ging oder aus anderen Gründen Not litt. Um diese Personen kümmerten sich dann die Ortsvertrauensfrauen.

Es sind Frauen der ersten Stunde wie Helga Hensel (87) und Inge Rose (86), die die guten Vorsätze des Ortsvereins mit Leben füllten. „Wir haben gleich mit den Handarbeiten angefangen, bei Frau Wellmann in der Wohnstube“, erinnert sich Inge Rose. Gestrickt und gehäkelt wurde und wird mittwochnachmittags für den Weihnachtsbasar. 

Einmal profitierte eine Tombola, deren Erlös in die Gründung des DRK-Kindergartens fließen sollte. „Das DRK hatte 150. 000 Mark geerbt mit der Maßgabe, den Kiga ins Leben zu rufen“, sagt Krebs. Heute ist die Einrichtung am Sportplatz in kommunalen Händen.

„Fräulein Wellmann“ meldet 102 Blutspender

Bis zur ersten Blutspende sollte es nach der Gründungsversammlung auch nicht mehr lange dauern. In einem Schreiben vom 10. Oktober 1969 bedankte sich der Blutspendedienst bei „Fräulein Wellmann“ für die Bemühungen, Freiwillige für einen Termin in der Gemeinde zu werben. Wenig später ließ Wellmann den Verantwortlichen eine Liste mit 102 Spender zukommen. Am Ende begrüßte das DRK im Jahr 1970 zur Premiere 112 Personen.

Immer wieder gelang es, fleißige Helferinnen für das Herrichten des Büfetts zu finden. Auch Helga Hensel hatte lange Brote dafür geschmiert, Inge Rose die Blutspenden sogar bis vor drei Jahren organisiert. „Wir haben uns vor Arbeit nicht gescheut“, sagt Helga Hensel. „Und das auch nicht als Arbeit empfunden“, fügt Elke Krebs hinzu. 

Nach Auskunft der neuen Organisatorin Andrea Fastje gelingt es inzwischen auch, „punktuell“ jüngere Helferinnen zu gewinnen. Nur für Vorstandsposten lässt sich nach wie vor niemand finden.

Der Ortsverein machte früher auch Ausflüge

Auf die Frage, was ihnen die Mitgliedschaft im DRK-Ortsverein in den fünf Jahrzehnten gegeben hat, antworten Helga Hensel und Inge Rose: „Spaß und Zusammenhalt.“ Dafür stehen auch heute noch Angebote wie Turnen ab 50, Stuhlgymnastik und der bunte Nachmittag, den beide Frauen besuchen. Laut Schriftführerin Angelika Dethlefs wird am Ende „immer gezockt“. „Ich spiele jedes Eselspiel mit“, sagt Helga Hensel, die mit dem Angebot des DRK „sehr zufrieden“ ist.

Inge Rose hat ein Fotoalbum angelegt mit den Ausflügen des Ortsvereins. „Der erste ging 1983 nach Kaiserslautern“, sagt sie und zählt weitere Ziele auf: Bornholm, Norwegen, Nizza, Irland. Die langen Reisen kommen inzwischen mangels Teilnehmern nicht mehr zustande. Doch immer noch organisiert Inge Rose Tages- und Theaterfahrten.

Zum runden Geburtstag wünscht sich Elke Krebs „weiterhin eine gute Zusammenarbeit“ im Ortsverein. Ansonsten freut sie sich gleichermaßen auf die Jubiläumsfeier und das Ende der arbeitsreichen Vorbereitungen: „Ich mache drei Kreuze, wenn Sonntagabend ist.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Griechenland sagt Deutschland Rücknahme von Flüchtlingen zu

Griechenland sagt Deutschland Rücknahme von Flüchtlingen zu

Fernbus kippt um - 22 Verletzte bei Unfall nahe Rostock

Fernbus kippt um - 22 Verletzte bei Unfall nahe Rostock

Brückeneinsturz: Ursachensuche und Schuldzuweisungen

Brückeneinsturz: Ursachensuche und Schuldzuweisungen

Verhärtete Fronten im Streit zwischen USA und Türkei

Verhärtete Fronten im Streit zwischen USA und Türkei

Meistgelesene Artikel

Brand an der B6: Zahlreiche Autofahrer benachrichtigen Einsatzkräfte

Brand an der B6: Zahlreiche Autofahrer benachrichtigen Einsatzkräfte

Highlands in Abbenhausen

Highlands in Abbenhausen

BBZ Dr. Jürgen Ulderup: Angehende Landwirte reisen in die Niederlande

BBZ Dr. Jürgen Ulderup: Angehende Landwirte reisen in die Niederlande

Erstmals Kinderanimation zum Start des Brokser Markts

Erstmals Kinderanimation zum Start des Brokser Markts

Kommentare