Eva Müller tritt erstmals als Geldgeberin des Stiftungshauses Fahrenhorst in Erscheinung

„Wir brauchen das Haus sehr“

Sieben Leute für einen Vogelbeerbaum: (v.r.) Stiftungsvorsitzender Dierk Jobmann und Ehefrau Ellen, Bürgermeister Stephan Korte, Spenderin Eva Müller sowie die Garten- und Landschaftsbauer Tobias Brunsch, Harry Feldmann und André Abel.
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Sieben Leute für einen Vogelbeerbaum: (v.r.) Stiftungsvorsitzender Dierk Jobmann und Ehefrau Ellen, Bürgermeister Stephan Korte, Spenderin Eva Müller sowie die Garten- und Landschaftsbauer Tobias Brunsch, Harry Feldmann und André Abel.

Fahrenhorst – Auf dem Gelände des Stiftungshauses Fahrenhorst hat der Garten- und Landschaftsbaubetrieb von Harry Feldmann alle Hände voll zu tun. Neun Bäume wollen gepflanzt werden, alle gespendet und mit einem entsprechenden Namensschildchen versehen. Sechs Kugelrobinien, eine Blutbuche und zwei Ebereschen, auch Vogelbeerbäume genannt, stehen jetzt rund rund um die neue Kultur- und Begegnungsstätte herum. Jeder Baum ist ungefähr zwei Meter groß.

Die Fahrenhorsterin Eva Müller hat sich für einen Vogelbeerbaum entschieden. „Da haben im Frühjahr die Insekten und im Herbst die Vögel etwas davon“, begründet sie. Nachhaltigkeit sei ihr ein wichtiges Anliegen.

Eva Müller ist nicht irgendeine Spenderin. Ohne die 86-Jährige würde es auch die Stiftung „Stiftungshaus Fahrenhorst“ nicht geben. Zum ersten Mal ist sie gestern öffentlich als Hauptgeldgeberin des Projekts in Erscheinung getreten, was sie nach eigener Auskunft zunächst habe vermeiden wollen. „Es war nicht so leicht, hier anzufangen. Es gab einige Kritiker“, erinnert sie sich an die Anfänge der Planungen. Nun aber überwiegt bei ihr die Freude über das, was seit Gründung der Stiftung im Dezember 2018 an der Turmstraße entstanden ist. „Für mich ist das heute Weihnachten und Geburtstag an einem Tag“, erzählt sie. Sie freue sich auch darüber, dass „so viele Menschen mit uns gespendet haben, zum Beispiel ein Klavier oder Geschirr“.

Gemeinsam mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann sei sie als Rentnerin von Bremen nach Fahrenhorst gezogen, berichtet Eva Müller. „Wir waren früher immer wieder mal im Grünen unterwegs und wollten im Ruhestand weg aus Bremen.“

Aus der Zeitung habe sie erfahren, dass es das vom Ehepaar Ellen und Dierk Jobmann betreute Mehrgenerationenhaus gibt. „Das sind sehr empathische, nette Menschen“, sagt sie. Dass sie ihre „Lebensleistung“ und die ihres Mannes in die Stiftung gegeben habe und nun allein von ihrer Rente lebe, sei für sie kein Problem. „Das reicht mir. Ich war sehr alleine und wollte unbedingt, dass das MGH weitergeführt wird.“ Es gebe kein Geschäft und kaum einen öffentlichen Personennahverkehr in dem Dorf. „Wir Fahrenhorster brauchen das Haus sehr. Ich habe viel Hoffnung, dass wir uns hier oft treffen.“

In dem Gebäude lobt Eva Müller die ehrenamtliche Planung durch den stellvertretenden Stiftungsvorsitzenden Rainer Knebel, der in Bremen mit seinen Partnern ein Büro für Ingenieurs- und Architektenleistungen betreibt, sowie den guten Geschmack von Ellen Jobmann, die sich mit ihrem Mann und Stiftungsvorsitzenden Dierk um die Ausstattung des Hauses verdient gemacht hat. Dass es zwischen der Spenderin und dem Stiftungsvorstand während des Baus die eine oder andere Unstimmigkeit gegeben hatte, ließ sich gestern nicht unter den Teppich kehren, kommt aber in den besten Familien vor.

„Das Gebäude erfüllt die Dinge, die mir wichtig sind“. stellt Eva Müller fest. Wir können hier zum Beispiel vorlesen lassen und Filme gucken. Und es können sich auch ein paar Leute mit Abstand treffen.“ Lieber als an der Turmstraße und damit in der Nähe zur „Autobahn B 51“ hätte sie das Gebäude allerdings im Grünen gebaut. Und dass die Stiftung das Grundstück habe kaufen müssen, versteht sie auch nicht. „Das waren noch einmal 100 000 Euro.“ Geld, dass man ihrer Ansicht nach gut für den laufenden Betrieb hätte verwenden können.

Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte ist begeistert von dem Stiftungshaus und seinen „großen, hellen Räumen“. Er sehe viele Verwendungen und Möglichkeiten für Kinder und Erwachsene. „Insgesamt macht mir das hier den Eindruck, dass alles sehr gut durchdacht ist.“ „Schade“ findet es der Verwaltungs-Chef, „dass man das Haus nicht so übergeben kann, wie man es sich wünscht.“ Dierk Jobmann setzt auf das Frühjahr 2021: „Dann wollen wir mit den Schützen und der Feuerwehr ein Fest feiern und auch das Haus groß einweihen.“

Von Andreas Hapke

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