Täter behindern Erfolg von Fischbesatz

Wilderer an Seen und Flüssen: „Die Fische gehen elendig zugrunde“

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So entspannt kann Fischen sein, wenn alles mit rechten Dingen zugeht.

Stuhr - Von Katharina Schmidt. Wer ohne Erlaubnis in fremden Gewässern fischt, macht sich strafbar. Darauf machen Angelvereine bereits seit vielen Jahren aufmerksam – doch geändert hat sich laut Thomas Schöntaube nichts. Dem Pressewart des Sportfischervereins Bremen-Stuhr zufolge ist sogenanntes Schwarzangeln nach wie vor ein großes Problem.

Die Justiz ahndet Fischwilderei mit Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren oder Geldbußen. So steht es im Paragrafen 293 des Strafgesetzbuches. In der Realität kommen die Täter allerdings meistens mit deutlich milderen Strafen davon, schildert Schöntaube. Oft bliebe es nur bei einer Belehrung. Anzeigen verliefen eh im Sande. „Meines Erachtens wird das viel zu lasch gehandhabt“, bedauert der Erichshofer.

Fischer benötigen an Gewässern in Deutschland zwei Dokumente: den Angelschein und eine Berechtigung für das jeweilige Revier. Fehlt eines oder gar beide, dürfen sie noch nicht mal eine Angel in der Hand halten.

Ehrenamtliche Fischereiaufseher sehen sich regelmäßig an Silbersee, Brinkumer See und Co. nach Straftätern um. Acht Aufseher sind Mitglied im Sportfischerverein Bremen-Stuhr. Manche von ihnen gehören gleichzeitig zu den 15 von der Gemeinde bestellten Kontrolleuren.

Die Reaktionen von denen, die erwischt werden, fielen unterschiedlich aus. „Oft meinen sie, nicht zu wissen, dass sie etwas Verbotenes tun“, erzählt Schöntaube. „Manche sind auch rabiat und holen fast die Fäuste raus.“ Andere würden all ihre Utensilien liegen lassen und schnell das Weite suchen. Dass solche abrupten Fluchten immer wieder passieren, beweist ein Blick auf den Dachboden des Vereinsheims des Sportfischervereins. Dort liege eine ganze Sammlung zurückgelassener Reusen und Netze.

Qualvoller Tod durch Reusen

Reusen könnten Tieren einen qualvollen Tod bescheren, sagt der Pressewart. In der Fangvorrichtung verfangen sich alle Arten von Gewässerbewohnern – ungeachtet von Mindestmaßen und Schonzeiten. Bis ein Wilderer eine Schleuse leert, vergehen Schöntaube zufolge manchmal Tage. „Die Fische gehen elendig zugrunde“, klagt er. Manche Schwarzangler würden zudem fast unsichtbare Angelschnüre auslegen. „Da verfängt sich manch ein Vogel.“ Vorwiegend würden die Täter auf der Suche nach Aal, Barsch, Hecht oder Zander an den Seen der Region ihr Unwesen treiben. „Man fällt dort weniger auf als an Fließgewässern“, nennt Schöntaube einen möglichen Grund.

Ihm zufolge ein weiteres Ärgernis: Wilderer behindern den Erfolg von Naturschutzmaßnahmen. Regelmäßig setzt der Verein neue Fische in die Gewässer ein – und Schwarzangler holen sie wieder heraus. Ein Aalbesatz kostet laut Schöntaube gut und gerne 5 000 oder 6 000 Euro und wird von der Europäischen Union gefördert.

Häufig würden leider nur diejenigen erwischt, die gar nicht mit böser Absicht handeln. „Jeder Jugendliche hat mit Schwarzangeln angefangen. Ich auch“, erzählt der 70-Jährige. Solche „Täter“ würden die Aufseher daher freundlich aufklären und ermutigen, der Jugendgruppe des Fischereivereins beizutreten – oft mit Erfolg.

Angeln wird laut Schöntaube immer beliebter. Damit dem rechtmäßigen Fischen nichts im Wege steht, bildet der Fischereiverein für den Angelschein aus.

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