Highland Games am Steller See

Ein wilder und bärtiger Haufen mit Herz am rechten Fleck

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Ín einer der sieben Disziplinen müssen die Teilnehmer mit zwei Händen einen 20 Kilogramm schweren Stein werfen.

Gr. Mackenstedt - Von Andreas Hapke. Wenn der Campingplatz des Ehepaars Reiter für einen Tag sein Motto Märchen gegen Mittelalter tauscht, dann sind wieder Heiko Matz und seine Mitstreiter zu Gast. Zum dritten Mal veranstalten sie am Sonnabend, 17. Juni, ihre Highland Games am Steller See. Amateure sind wieder aufgefordert, sich in skurrilen Disziplinen zu messen, etwa Baumstamm schubsen und Treckerreifen ziehen.

Bis zu 45 Teams à zwei Personen können an diesem an die schottischen Highland Games angelehnten Wettstreit teilnehmen. Laut Matz haben sich schon knapp 40 Mannschaften angekündigt. Die Veranstaltung beginnt mit der Begrüßung um 11 Uhr, sportlich wird es eine halbe Stunde später. Wer noch dafür trainieren möchte, kann dies parallel zum Aufbau am kommenden Freitagnachmittag tun. Die Siegerehrung ist für 18 Uhr vorgesehen. Danach klingt der Abend bei Live-Musik sowie einem Kilkenny oder einem Whisky aus. Beim Wettkampf selbst herrscht absolutes Alkoholverbot.

Die Disziplinen sind nach Angaben von Heiko Matz so ausgelegt, dass sie trotz eines gewissen Anspruchs auch von ungeübten Teilnehmern bewältigt werden können. „Wir waren um eine gute Balance zwischen Kraft und Geschicklichkeit bemüht“, sagt der Bremer. „Kraft allein ist bei uns nicht der Schlüssel zum Erfolg.“ Deshalb könnten die Mannschaften auch gemischtgeschlechtlich an den Start gehen.

Whiskytasting im Abendprogramm

Die Teilnehmer müssen einen Hammer weit und einen Speer auf ein Bodenziel werfen. Beim Baumstammschubsen kommt es darauf an, den Stamm überschlagend zu werfen, so dass dieser möglichst nah und gerade an einer vorgegebenen Linie zum Liegen kommt. Weiter geht es mit dem einhändigen und dem zweihändigen Steinwurf und dem Ziehen eines Treckerreifen mit dem Seil, und zwar vom ganzen Team über eine Distanz von 15 Metern. Hinzu kommt das Bogenschießen, betreut von den Achimer Bogenschützen.

Zum Rahmenprogramm zählt ein abendliches Whiskytasting durch den Scotch-Club Bremen zur Musik zweier Dudelsackspieler. Victor Besch, ein Meister und Lehrer an dem Instrument, hat sein Kommen ebenso zugesagt wie Matthias Gröger, der seine Band „MacIntosh“ mitbringt. Außerdem gibt es einen kleinen Mittelaltermarkt. Der bietet neben Live-Lederverarbeitung und Axtwerfen für Erwachsene allerlei Kurzweil für die kleinen Besucher, etwa Kinder-Highland-Games und ein Geschichtenzelt.

Der Campingplatz mit seinem Trampolin, Swimmingpool und der Kinderdisco ermöglicht ebenfalls einiges an Aktivitäten. Vor allem garantiert er laut Matz optimale Bedingungen für die Bedürfnisse der Veranstaltung. Er verfüge über eine entsprechende Infrastruktur und einen „ollen Bolzplatz, auf dem es nicht so schlimm ist, wenn wir ihn mit unseren Baumstämmen umpflügen“, sagt Matz. „Wobei wir tatsächlich deutlich weniger Spuren hinterlassen, als man vermuten mag. Nichts, was nicht nach drei Wochen wieder verwächst.“

Idee entstand im Jahr 2008

Die Idee zu den Highland Games kam Matz beim Besuch einer solchen Veranstaltung in Schwiegershausen/ Harz 2008. Noch im selben Jahr haben er und einige Gleichgesinnte die Interessengemeinschaft „Highland-Games Bremen“ ins Leben gerufenen, aus der im Januar dieses Jahres ein Verein geworden ist. Ihm gehören rund 20 Mitglieder im Alter zwischen 25 und 45 Jahren an. „Auch wenn wir auf den ersten Blick nach einem wilden, bärtigen Haufen aussehen, sind wir doch sehr familientauglich, mit Herz am rechten Fleck“, sagt Matz.

Er und seine Freunde wollen ein wenig schottische Kultur in den Norden holen und sie einem breiten Publikum zugänglich zu machen. „Wir betrachten unsere Art als ,Verbeugung’ vor der schottischen Kultur. Aus unserer Sicht verträgt die sich wunderbar mit unserer norddeutschen Mentalität.“ Die Veranstalter würden sich über jeden Teilnehmer freuen, der in einem Kilt erscheint. Dazu verpflichtet ist aber niemand.

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