Familie Seel besitzt seit fünf Jahren ein Grundstück im Kleingärtnerverein

„Wenn Besuch kommt, ist das Gewächshaus danach leer“

Svetlana und Johannes Seel bewirtschaften seit mittlerweile fünf Jahren den Garten mit der Nummer 20 im Kleingartengebiet an der Stuhrer Landstraße - Foto: sb

Stuhr - Von Sandra Bischoff. Dass Kinder den Garten Nummer 20 nutzen, sieht man auf den ersten Blick: Auf dem Rasen reihen sich ein großes Trampolin, eine Schaukel und ein Swimmingpool aneinander. „Wir haben das Grundstück in erster Linie für unsere drei Töchter gekauft. Damit sie sich austoben können und lernen, dass Obst und Gemüse nicht im Supermarkt wachsen“, sagt Johannes Seel.

Das rund 470 Quadrameter Grundstück von Johannes Seel und seiner Frau Svetlana liegt im Kleingärtnerverein an der Stuhrer Landstraße. „Wir haben zufällig beim Spazierengehen vor fünf Jahren gesehen, dass der Garten zum Verkauf steht und haben daraufhin einen Besichtigungstermin vereinbart“, sagt Svetlana Seel.

Das Ehepaar wohnt mit seinen Töchtern im Alter von sieben bis 13 Jahren in direkter Nachbarschaft zum Kleingartengebiet in einer Vier-Zimmer-Wohnung. Die Familie war Anfang 2011 von Bremerhaven nach Stuhr gezogen, weil Johannes in der Gemeinde eine neue Arbeitsstelle gefunden hatte. „Wir hatten eigentlich vor, ein Haus mit Garten zu kaufen, aber das ist hier nicht so einfach“, sagt die 32-jährige Svetlana. So also ein Grundstück im Kleingärtnerverein. Zwei Jahre lang haben die Seels die grüne Oase nach ihren Wünschen gestaltet.

„Wir sind im Frühling und Sommer fast jeden Tag hier“, sagen die Eheleute. Schon im Februar war Johannes regelmäßig vor Ort, um das kleine Häuschen zu renovieren. Das verfügt nun über eine Schlafcouch im Erdgeschoss sowie über ein großes Bett unterm Dach. In einem kleineren Schuppen hinter dem Holzhaus befinden sich ein Waschbecken und eine chemische Toilette. Nur eine Dusche fehlt.

„An den Wochenenden übernachten wir hier oft. Es ist herrlich, wenn man morgens aufsteht, die Vögel singen hört und es überall so frisch riecht. Und dann draußen frühstücken, das ist einfach toll“, schwärmt der 34-Jährige. Auch die Überdachung vor dem Gartenhaus hat Seel selber gebaut, ebenso den großen Holztisch mit den Sitzbänken, an dem die Familie mit Freunden zum Essen zusammenkommt. „Mir macht so etwas Spaß“, sagt er.

Viel zu tun gibt es auf dem Grundstück noch immer. Zwei große Gewächshäuser stehen dort. Darin wachsen Gurken, Tomaten, Paprika, Rhabarber, Chili und Kräuter wie Basilikum, Dill und Petersilie.

Ein Jahr lang hatte Seel nach gebrauchten Fenstern und Scheiben gesucht, um das größere der beiden Gewächshäuser nach seinen Wünschen zu bauen. Es ist nach Seels Aussage das größte im ganzen Gebiet. „Bevor ich das aufstellen durfte, musste der Vorstand sein Einverständnis geben“, berichtet er.

„Allein die Pflanzen darin zu gießen braucht Zeit. Das ist alles viel Arbeit, aber wenn man die Früchte sieht, freut man sich“, sagt seine Frau. Ein Süßkirschen- und ein Apfelbaum komplettieren das Angebot. Ein Zuviel an eigener Ernte gibt es für die Seels indes nicht. „Wir haben eine große Familie, Wenn die aus Bremerhaven zu Besuch kommt, ist das Gewächshaus danach leer“, sagt Johannes und schmunzelt.

Der Lieblingsplatz der Gartenbesitzer und ihrer Besucher ist jedoch die Bank hinter dem Schuppen, in dem die Toilette untergebracht ist. Die Geräusche der Stuhrer Landstraße sind dort kaum noch zu hören, und der Betrachter hat einen weiten Blick über die Pferdeweiden des benachbarten Reiterhofs. „Man kann hier die Pferde anschauen und zusehen, wie die Flugzeuge in den Himmel steigen. Außerdem hat man hier ab dem Nachmittag Schatten.“

Das Wissen über die Aufzucht und den richtigen Beschnitt der Pflanzen hat sich das Paar erst aneignen müssen. „Wir haben viel gelesen, und der Vorbesitzer hatte uns zum Glück einige Gartenbücher überlassen.“

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