Ausschuss berät über Antrag

Neue Flugroute über Stuhr: Weniger Fluglärm für Anwohner?

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Wäre das schön, wenn alle Flugzeuge, die westwärts starten und nach Süden abdrehen, die grüne Route fliegen würden. Das würde den Lärm Richtung Stuhrbaum verlagern. Große und schwere Flieger aber dürften das nicht schaffen.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Weniger Fluglärm über den besiedelten Stuhrer Gebieten – da kann die Kommune doch eigentlich nicht nein sagen. Mit einem entsprechenden Antrag der Fluglärmkommission (FLK) auf Änderung der Flugroute über Stuhr beschäftigt sich morgen der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt. Beginn der Sitzung in Raum 145/146 ist um 18 Uhr.

Bei Starts in Richtung Westen mit Zielen im Süden wünscht sich der Antragsteller und stellvertretende FLK-Vorsitzende Volker Reinhold eine Linkskurve auf einem 180-Grad-Kurs. Die Flugzeuge würden dann die dicht besiedelten Wohngebiete im Süden Huchtings sowie in Altstuhr und Brinkum nicht mehr überfliegen. Stattdessen würden das Gewerbegebiet Stuhrbaum sowie die wenig beziehungsweise unbesiedelten Flächen nördlich und südlich Stuhrbaums auf ihrem Weg liegen. Ziel ist, dies so im Luftfahrthandbuch für Bremen festzuschreiben. Zurzeit befinden sich die Flugzeuge auf einem 198-Grad-Kurs, wenn sie nach Starts in westliche Richtung nach Süden abdrehen. Davon sind vor allem die Bewohner Altstuhrs betroffen.

Antragsteller Reinhold lebt in Stuhr und ist Mitglied in der Vereinigung der Fluglärmgeschädigten. Er plädiert auch dafür, dass die Maschinen die Linkskurve früher einschlagen, also schon nach 450 statt nach 500 Fuß. Doch da habe die Deutsche Flugsicherung (DFS) bereits abgewunken, sagt der FLK-Vorsitzende Ralf Bohr. „Das lässt sich wohl nur in Hunderterschritten darstellen.“

„Jedes Dezibel weniger hilft“

Nach Einschätzung Bohrs dürfte es innerhalb der FLK keinen Gegenwind für Reinholds Antrag geben. „Jedes Dezibel weniger hilft. Trotzdem wäre es eine gute Idee, wenn die betroffenen Kommunen das vorab unterstützen.“ Aus dem Protokoll zur Kommissionssitzung vom 8. Januar geht hervor, dass Huchting den Antrag nicht ablehnen werde, solange es keine Verschlechterung für den Bremer Ortsteil gebe. Ähnlich sieht es Stuhrs Erster Gemeinderat Ulrich Richter: „Der Lärm muss reduziert werden, ohne dass es woanders zu einer Mehrbelastung kommt.“

Nach Auskunft Bohrs muss der Antrag nach dem Votum Stuhrs noch den zuständigen Fachausschuss der FLK passieren, um anschließend als Empfehlung an die Flugsicherung weitergereicht zu werden. Ein DFS-Vertreter hat laut Protokoll bereits erklärt, dass er bis 2022 keine Kapazitäten habe.

Kurve für große Maschinen zu eng?

Und: Selbst wenn die Flugsicherung der FLK-Empfehlung folgen würde, könnten nicht alle Flugzeuge die gewünschte Kurve beschreiben, sagt Bohr. „Je größer und schwerer eine Maschine ist, zum Beispiel, wenn sie volle Tanks hat, desto schwieriger wird das. Einige fliegen auch erst nach Huchting und Delmenhorst und drehen dann in Richtung Süden ab. Das handhaben die Fluggesellschaften ganz unterschiedlich.“ Die DSF habe ebenfalls schon durchblicken lassen, dass die 180-Grad-Variante nicht durchgängig funktioniere.

Laut Bohr muss „später“ eine Evaluierung zeigen, wie viele Flugzeuge die neue Route nicht fliegen können. „Wir wollen keine Verlagerung des Lärms nach Huchtig“, betont er.

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