Noch nie einen Tierarzt gesehen

„Dann sieht es aus, als kippt er von der Stange“: Wellensittich Butschi ist über 15 Jahre alt

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Ein alter Schmuser, im wahrsten Sinne des Wortes: Butschi mit Besitzerin Ingrid Sadowski.

Die durchschnittliche Lebenserwartung von im Käfig gehaltenen Wellensittichen liegt bei fünf bis zehn Jahren, heißt es auf einschlägigen Expertenseiten wie haustiere-wissen.de oder einfachtierisch.de. Ein Alter von zehn Jahren komme aber selten vor.

  • Die Lebenserwartung von Wellensittichen liegt bei 5 bis 10 Jahren
  • Doch Sittich Butschi hat noch nie einen Tierarzt gesehen
  • Eine besondere Mahlzeit mag der Vogel äußerst gern

Heiligenrode - Das wiederum ist auf sittich.de nachzulesen. Darüber kann Butschi nur lachen. Der Wellensittich des Ehepaars Ingrid und Hans Jürgen Sadowski befindet sich bereits in seinem 16. Lebensjahr und macht immer noch einen aufgeweckten Eindruck.

Ingrid Sadowski erinnert sich noch genau an jenen Sommertag im Jahr 2004, als Butschi in Heiligenrode einzog. Eine bewusste Entscheidung war das nicht. Der Wellensittich ist ihnen zugeflogen, zumindest bildlich gesprochen. Ein Freund habe den sehr kleinen Piepmatz beim Gassi gehen auf der Straße gefunden und bei ihnen abgegeben, berichtet sie. 

„Mein Mann hatte die Tür geöffnet. Ich war zu diesem Zeitpunkt im Badezimmer und wollte das eigentlich verhindern. Wir hatten doch damals einen Hund und eine Katze.“ Doch es war zu spät, der Wellensittich hatte es bereits in das Haus an der Bürsteler Straße geschafft. Und da sich niemand auf die Aushänge an diversen Bäumen und in der örtlichen Bäckerei meldete, hatten die Sadowskis dauerhaft einen Bewohner mehr.

Käfigkauf für Wellensittich - ob sich das lohnt?

„Die Leute wollen gar nicht glauben, dassButschi schon so alt ist“, sagt Hans Jürgen Sadowski. Damit hatten auch er und seine Ehefrau nicht gerechnet, als sie damals über den Kauf eines neuen Käfigs nachgedacht hatten. „Wir haben uns gefragt, ob sich das noch lohnt. Er war ja schon sechs oder sieben Jahre alt“, erinnert sich Ingrid Sadowski. Und ob sich das gelohnt hat. Natürlich ist das Leben auch an Butschi nicht spurlos vorbeigegangen. Seine Krallen sind verkrüppelt, seine Ausflüge seltener und der Durchfall häufiger geworden. „Inzwischen schläft er viel, und manchmal sieht es dann aus, als würde er von der Stange kippen“, berichtet sie. Doch dann sei der Wellensittich plötzlich wieder hellwach und nehme am Geschehen teil.

Aus seinem Käfig türmt Butschi nur noch selten...

Strategisch ist sein Käfig dafür außerordentlich gut platziert. Der Wellensittich befindet sich in dem langen, verglasten Flur zum Wohnzimmer. Der Sittich bekommt alles mit, was sich draußen im Garten oder gegenüber in der Küche tut. Der Besuch der Kreiszeitung dürfte ihm also nicht entgangen sein. Von Angst keine Spur. Nur die Sprache scheint es ihm verschlagen zu haben. Laut Ingrid Sadowski plappert er immer noch gerne drauf los. „Pfui, pfui“, „Omi, Omi, Kussi, Kussi“ oder „Du Doofie, du“ nennt sie als Beispiele.

Butschi hat Heißhunger auf zermatschte Salzkartoffeln

Butschi hat noch nie einen Tierarzt gesehen. „Das wäre wahrscheinlich viel zu stressig für ihn“, vermutet Ingrid Sadowski. Zuneigung und gute Verpflegung führt sie als Gründe für das stattliche Alter des Wellensittichs an. Denn zusätzlich zur gängigen Hauptmahlzeit serviert das Ehepaar Hirse, Jodperlen oder Mauserfutter. „Manchmal schmiere ich ihm zermatschte Salzkartoffeln auf die Stange. Da ist er total gierig drauf“, sagt Ingrid Sadowski.

Lesen Sie auch: Wellensittiche brauchen einen Partnervogel

... aber eine Ausnahme macht er für die Kreiszeitung.

Hygiene und Pflege, die ebenfalls als Faktoren für ein erfülltes Leben des Wellensittichs gelten, kommen auch nicht zu kurz. Zweimal pro Woche wird mit dem Blumenzerstäuber geduscht, genauso häufig der Käfig gesäubert. Vielleicht tun Butschi auch die Ausflüge an die Ostsee gut. Denn der Wellensittich ist immer dabei, wenn die Sadowskis Urlaub in Kühlungsborn machen.

Dass Katze Grobi inzwischen nicht mehr lebt, dürfte ebenfalls zu Butschis Lebenserwartung beigetragen haben. „Wenn wir weggingen, mussten wir immer den Käfig schließen“, erzählt Ingrid Sadowski. Pudel Heika hingegen kann der Wellensittich bedenkenlos auf Augenhöhe begegnen. „Wir halten sie hin und wieder mal mit der Schnauze in den Käfig, weil sie das mag. Da passiert nichts.“

Wellensittich Butschi soll nicht ins Tierheim

Für den Fall, dass sie verunglücken sollten, haben die Sadowskis die Zukunft von Wellensittich Butschi per Verfügung geregelt. „Die Kinder sollen ihn dann zu Freunden bringen“, erklären sie. Denn eins wollen sie nicht: dass Butschi auf seine alten Tage noch ins Tierheim kommt.

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