Neugeborene Kälber sorgen für Begeisterung

Weißgefleckter Nachwuchs bei Stuhrer Highlandrindern

Züchter Bernhard Helmerichs mit Kalb Nadette und Kuh Nanke.
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Unter skeptischem Blick von Mutter Nanke: Nadette mit Züchter Bernhard Helmerichs.

Sehr selten unter Hochlandrindern: In Stuhr sind Nadette und Clayton mit weißen Felltupfern zur Welt gekommen.

Blocken – Das haben Kristine und Bernhard Helmerichs in fast 35 Jahren Zucht noch nicht gesehen: Die beiden Highland-Kühe Nanke und Evelyn haben am Tag nach Ostern Nachwuchs bekommen und bei beiden setzen sich weiße Flecken vom ansonsten roten Fell ab. „Ein ganz, ganz großes Glück und eine Seltenheit“, sagt Kristine Helmerichs dazu. Und ergänzt: „Damit haben wir nicht gerechnet.“

Mit vollem Adelsnamen heißen die Muttertiere Nanke Fox of Blocken sowie Evelyn Fox of Blocken. Beide haben rotes Fell. Cliadhamh Mor (der dritte von Balmoral) ist bei beiden der Herr Papa. Er ist etwas dunkler gefärbt, auch bei ihm: keine Spur von Weiß.

Sehr selten unter schottischen Hochlandrindern: Mit ihren weißen Flecken ist Nadette bereits mit wenigen Tagen ein kleiner Star auf Facebook.

Bei Facebook, wo die Helmerichs erste Bilder der jungen Kälber veröffentlicht hatten, sorgten diese für Begeisterung. Die Weißfärbung löste aber auch Spekulationen aus, ob die beiden jungen Mütter womöglich mit dem netten Milchviehbullen von nebenan fremdgegangen sein könnten.

Das schließen die Helmerichs schon mangels Milchviehs in der Nachbarschaft aber aus. Unter dem Namen „Particolour“ (im Sinne von verschiedenfarbig) ist dieses Phänomen Highlandrind-Züchtern durchaus ein Begriff. Nur, sagt Kristine Helmerichs: „Viele Highland-Züchter werden noch nie so eins gesehen haben.“ Die Flecken seien im Genom enthalten, träten aber nur noch selten zutage. Vor 150 Jahren sei das noch anders gewesen, durch Zucht seien die Flecken aber so gut wie verschwunden.

Nun also bei zwei Kälbern, die am gleichen Tag Geburtstag haben. Beim Kuhkalb Nadette ist die Färbung stärker ausgeprägt: Sie hat zwei weiße Füße, eine weiße Schwanzspitze sowie einen großen weißen Fleck von der Seite bis zum Bauch. Ihr Halbbruder Clayton ist etwas unauffälliger mit einem weißen Streifen gemustert.

Nanke und Evelyn sind 14 und zehn Jahre alt und erfahrene Muttertiere. Sie haben bereits zehn beziehungsweise sieben Kälber zur Welt gebracht, keines davon hatte eine weiße Färbung.

Die weißen Tupfer haben die Hochlandrind-Züchter, mit denen die Helmerichs online vernetzt sind, „heftig diskutiert“, erzählt Kristine Helmerichs. „Ich musste das erst mal wieder nachlesen.“ In einem der wenigen Standardwerke ist sie fündig geworden und fasst das Phänomen so zusammen:„Die richtigen Gene haben im richtigen Augenblick Klick gemacht.“

Und so sorgen Nadette und Clayton für den buchstäblichen Farbtupfer auf dem kleinen Hof der Helmerichs. „Ein richtiger Hingucker“, sagt Bernhard Helmerichs und befindet: „Die Arbeit ist die gleiche, der Spaß ist aber doppelt so groß.“

Ohnehin ist die Zucht dergemächlich-genügsamen schottischen Hochlandrinder für die Helmerichs ein Hobby. Aber eines, bei dem sie, so Kristine Helmerichs, mit „viel Passion dabei sind“. Die Herde aus rund 25 Kühen und drei Zuchtbullen kommt auf sich alleine gestellt gut zurecht. Auch die Vermehrung laufe per Natursprung ab.

Nadette und Clayton sind Nummer zwei und drei von bisher vier Jungkälbern in diesem April. In den ersten Tagen brauchen sie eine etwas intensivere Betreuung: Jung- und Muttertiere kommen von der gegenüberliegenden Weide in den Stall beim Hof. Die kleinen bekommen ihre Ohr-Marke. Für die Kuh gibt es Extra-Portionen Bio-Futter. Als wichtigen Punkt, auf den besonders zu achten sei, hebt Bernhard Helmerichs das Trinken der „allerersten Milch“ hervor: „Gegen Krankheiten sind die dann gefeit.“

Wie es mit den beiden weißgefleckten Jungtieren weitergeht? Für Clayton, den kleinen Bullen, hat sich bereits ein Kauf-Interessent gemeldet. Helmerichs nehmen mit ihren Rindern an Tierschauen teil (und haben selbst schon welche veranstaltet). Wenn die Jungen sich gut entwickeln, könnten sie „gute Chancen“ haben, hofft Kristine Helmerich, auch mit Blick auf den Stammbaum der beiden. „Allein schon, damit der Rest der Welt mal eine Particolour gesehen hat.“

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