Neestädter Speeldeel gastiert in Varrel

Warum sich drei Brüder plötzlich wieder waschen, rasieren und kämmen

Und jetzt? Ratlos und überfordert betrachten „De dree Blindgängers“ das Findelkind, das ihr Leben auf den Kopf stellt. - Foto: Husmann

Varrel - Von Heiner Büntemeyer. Mit dem Lied „Jim, Johnny und Jonas“ verabschiedete sich der von Hans Adam dirigierte „Forebitter Shanty-Chor“ von den Besuchern in der Gutsscheune. Nach dieser gesanglichen Einstimmung amüsierte sich das Publikum über Krischan, Korl und Jörn – drei Brüder, die in dem „De dree Blindgängers“ die Protagonisten mimen. Mit dem plattdeutschen Dreiakter von Maximilian Vitus und Walter Gudegast war die Neestädter Speeldeel am Sonntag in Varrel zu Gast.

„De dree Blindgängers“ führen ein genügsames Leben auf ihrem gemeinsam bewirtschafteten Bauernhof, sind zufrieden und möchten gerne, dass alles so bleibt, wie es ist. Vor allem fürchten sie, dass Frauen „Unordnung“ in ihr Leben bringen könnten. Fürs Grobe haben sie ihre alte Magd Grete.

In einer Gewitternacht bringt ein vor ihrer Tür liegendes Findelkind ihr Seelenleben völlig aus dem Gleichgewicht. Der Pastor schickt ihnen ein hübsches, unbekümmertes Mädchen ins Haus, das sich um den Waisenknaben kümmern soll.

Plötzlich tauchen schon verloren geglaubte Eigenschaften der drei „Dröömbüdel“ wieder auf: Sie rasieren, waschen und kämmen sich; sie erinnern sich an Essmanieren, kaufen sogar Blumen ein und vergessen ihre Abmachung, dass außer Grete niemals eine Frau ins Haus kommen darf.

Nachdem der Viehhändler Thomsen (Hermann Meyer) vergeblich versucht hat, die aufgetakelte Frau Beckmann (Friedel Mester) an die Junggesellen zu verkuppeln, ahnen diese, dass es im Dorf über das Zusammenleben von drei Männern und einer jungen Frau zu einer „Sluderee“ kommen wird. Sie kommen selbst auf die naheliegende Lösung, dass einer von ihnen Hanne (Saskia Wendt) heiraten müsste. Aber wer?

Hanne selbst hat sich schon längst für Jörn (Andreas Garves) entschieden. Doch erst als Grete (Margret Rink) ihr ein Patentrezept verrät, dass auch den begriffsstutzigsten Mann zum Reden bringt, kommt es zu einem Happy End, das auch Krischan (Horst Stubbemann) und Korl (Hans-Dieter Lüllmann) akzeptieren. Sie bekommen einen Kuss von Hanne. „Dat is de erste un letzde Kuss in mien Leben“, wie der dröge Korl ganz ergriffen bemerkt.

Das Publikum hatte sein Vergnügen an dieser Komödie, obgleich die Akustik in der gut besuchten, aber nicht ganz ausverkauften Gutsscheune das Zuhören sehr erschwerte. Dass die Besucher den Akteuren der Neestädter Speeldeel nicht nur Szenenapplaus, sondern am Ende auch lange Beifall spendeten, war der Lohn dafür, dass die Darsteller den Inhalt des Stückes überzeugend auf die Bühne gebracht hatten.

Regie führten Hans-Dieter Lüllmann und Friedel Mester; Rena Worm war „Topustersche“, und Margret Rink sorgte zusammen mit Friedel Mester in der Maske für die gelungenen Verwandlungen der Akteure.

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