9,39 Prozent für AfD / CDU auf Platz eins

Wahl: Anderes Bild als bei Kundgebung

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Auch in der Grundschule Moordeich geben Stuhrer am Tag der Bundestagswahl ihre Stimmen ab. 

Stuhr - Von Katharina Schmidt. Mehr als 21.600 Stuhrer haben bei der Bundestagswahl mitentschieden. Die CDU schnitt in der Gemeinde am besten ab. Sie erhielt 36,8 Prozent der Zweitstimmen. 

Im Vergleich zur Bundestagswahl vor vier Jahren kehrten der Union allerdings einige Einwohner den Rücken. Auch die SPD büßte an Anhängern ein. Grund zur Freude hat die FDP. Sie ist drittstärkste Kraft in Stuhr, knapp gefolgt von der AfD. Letztere hat 9,39 Prozent bekommen – das entspricht rund 2.000 Wählern.

Kristine Helmerichs, Fraktionsvorsitzende der Grünen, findet es erschreckend, „dass eine offensichtlich nicht demokratische Partei so viele Wähler hat“. Sie erinnert an die AfD-Kundgebung in Brinkum vor einem Monat. Helmerichs schätzt, dass es keine 200 Zuhörer dort waren, die mit der AfD sympathisiert haben. In der Wahlkabine sehe die Situation anscheinend anders aus, bedauert sie.

Das Ergebnis ihrer Partei selbst ist im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 konstant. Die Grünen bekamen 7,8 Prozent der Zweitstimmen, ihr Kandidat Klaus Schmelz erhielt 7,2 Prozent. „Es könnte besser sein, es könnte aber auch schlechter sein“, so Helmerichs. Obwohl der Anteil der Stimmen fast unverändert ist, rücken die Grünen aufgrund auf der Liste der beliebtesten Parteien von Platz drei auf Platz fünf, hinter AfD und FDP.

„Im Großen und Ganzen zufrieden“

Jürgen Timm, Fraktionsvorsitzender der FDP, findet das Ergebnis der Wahl „durchaus ansprechend und gut“. Nach einem Debakel 2013 mit nur 4,4 Prozent steht die Partei in diesem Jahr mit 11,1 Prozent der Partei- und 9,91 Prozent der Kandidatenstimmen besser dar. Das sei ein „gewaltiger Teamerfolg“, meint Timm. Man habe die Mannschaft neu geordnet und mit Carapinha Hesse den richtigen Bewerber aufgestellt.

„Im Großen und Ganzen zufrieden“ ist Frank Schröder, Fraktionsvorsitzender der CDU. Die Union hat in Stuhr rund sechs Prozentpunkte im Vergleich zu 2013 eingebüßt – doch Schröder findet, dass die CDU nicht traurig sein müsse. Die meisten Wahlbezirke seien immer noch „schwarz“. Einzige Ausnahme ist die Kindertagesstätte Meyerstraße – dort hat die SPD die Nase vorn. Der Verlust der CDU-Wähler sei Protestwählern geschuldet, vermutet Schröder. Der Unionskandidat Axel Knoerig hat 41,8 Prozent der Erststimmen bekommen und steht somit etwas besser dar als die Partei. Schröder wundert das nicht. Axel Knoerig habe sehr viel Engagement gezeigt und die Mehrheit „absolut verdient“.

Die Sozialdemokraten bekamen in Stuhr rund 25 Prozent der Erststimmen (2013: 32,2), ihr Kandidat Tevfik Özkan etwa einen Prozentpunkt mehr. „Wir haben uns als SPD nicht mit Ruhm bekleckert“, findet die Stuhrer Fraktionsvorsitzende Susanne Cohrs. Das Ergebnis sei eine Chance für einen Neuanfang. Wie der aussieht? „Zumindest keine große Koalition“, sagt sie mit Blick auf den Bundestag. Die AfD hat ihrer Meinung nach „deutlich zu viele“ Stimmen.

Im Vergleich zu 2013 ist die Wahlbeteiligung in Stuhr von 78,3 Prozent auf 80,6 Prozent gestiegen. Am geringsten war die Beteiligung im Wahllokal KGS Moordeich I.

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