Auf Wache am Silbersee

Schülerin Melanie Fink schiebt Dienst für die DLRG in Stuhr

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Melanie Fink engagiert sich seit rund sieben Jahren in der DLRG-Ortsgruppe Stuhr. Seit drei Jahren schiebt sie Wache.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Die Saison am Silbersee endet am kommenden Sonnabend mit dem Abbaden. Danach lässt es die DLRG-Ortsgruppe Stuhr ruhiger angehen. Für die 16-jährige Melanie Fink und ihre Mitstreiter bedeutet das: Die Zeit der Wachdienste ist vorbei.

Wochenende für Wochenende haben Ehrenamtliche seit Mai den Badebetrieb am Silbersee beaufsichtigt, darunter auch Melanie und fünf weitere Jugendliche, die dafür ausgebildet sind. Zwischen 14 und 18 Uhr sind sie in Zweier- oder Dreierteams um den See gelaufen, um nach dem Rechten zu sehen. „Häufig zwei bis drei Mal pro Nachmittag“, erzählt Melanie. Auch wenn die Mitglieder nicht mit Funkgeräten unterwegs waren, haben sie entweder an der DLRG-Station oder am Vereinshaus Präsenz gezeigt.

Jugendliche leisten 200 von 300 Wachstunden

Meistens teilen die Erwachsenen den Wachdienst ein, weil sie erfahrener sind. „Rein theoretisch könnte ich das aber auch“, erzählt Melanie. Bei den Rundgängen würden sie und ihre Kollegen nicht nur auf Personen im Wasser achten, sondern auch am Strand. „Ein Hitzschlag passiert schnell mal.“ In der Regel hätten sie es aber mit Badegästen zu tun, die sich geschnitten oder gestoßen haben. Nach eigener Auskunft hat die Bremerin noch keinen schlimmen Vorfall erlebt. Zuletzt sei das außerhalb der Saison passiert, berichtet Papa Detlef Ferling, der einer der beiden technischen Leiter der Ortsgruppe ist. Er erinnert an den Tod eines 20-Jährigen im vergangenen Jahr: „Einen Tag vor dem Anbaden, am Freitag, 13. Mai.“

Aus seiner Zwischenbilanz geht hervor, dass die Mitglieder bis zum Beginn der Ferien rund 300 Wachstunden geleistet hatten, die Jugendlichen davon 200. Mit ungefähr 40 Stunden ist Melanie ganz vorne dabei. „In den Ferien sind die Einsätze wegen des insgesamt schlechten Wetters weniger geworden“, sagt Ferling. Eine Wache werde nur angesetzt, wenn es genügend Badegäste gebe.

Seit drei Jahren eine Wachgängerin

Melanie gehört seit drei Jahren zum Stamm der Wachgänger. „Vorher habe ich dann und wann mal reingeschnuppert“, sagt sie. Wie die meisten Mitglieder der DLRG-Ortsgruppe hat die Familie einen Wohnwagen auf dem Campingplatz am Silbersee. Melanie ist, ebenso wie ihre sieben- und elfjährigen Geschwister, mit dem Verein groß geworden. Seit sieben Jahren schon hilft sie an Wochenenden bei der Schwimmausbildung von Kindern ab vier Jahren aus.

Damit die Badegäste im Notfall jederzeit Hilfe bekommen, bildet die DLRG ihre aktiven Mitglieder in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen laufend fort, sei es in Rettungsschwimmer-, Wachgänger-, Erste-Hilfe-, Wiederbelebungs- oder Funklehrgängen. Auch der Nachwuchs weiß, was er wann zu tun hat. „Die Jugend wird hier so gut wie möglich gefördert“, sagt Ferling und nennt den Bootsführerschein als weiteres Beispiel. Den könnte auch Melanie bald haben – vorausgesetzt, sie besteht die Prüfung am kommenden Wochenende.

Nachwuchs ermöglicht individuellen Schwimmunterricht

„Wir unternehmen viel miteinander, auch außerhalb der Dienste. Meistens treffen wir uns schon freitagnachmittags hier“, erzählt Melanie. Nur wer Wachdienst schiebt, darf auch im Vereinshaus übernachten. „Unter Aufsicht“, wie der Papa betont. Eigens dafür hat der Club im vergangenen Jahr das Schlafzimmer mit neuen Betten ausgestattet. Bei schlechtem Wetter können sich die Jugendlichen außerdem auf der neuen Couchgarnitur räkeln und fernsehen, der Satellitenschüssel sei dank. Über Unterstützung würden sich Melanie & Co. freuen: „Wir sind offen für neue Mitglieder.“

Der Papa geht noch einen Schritt weiter. „Wir brauchen die Jugendlichen für den Wachdienst“, betont er. Außerdem helfe der Nachwuchs in der Schwimmausbildung der ganz Kleinen, „da gibt es eine individuelle Betreuung“. Deshalb will die DLRG laut Ferling beim Ehrenamtsforum am 21. Oktober für sich und ihre Aufgaben werben.

Für Melanie steht fest, dass sie auch nach der Schule ihrem Ehrenamt treu bleiben will. Zurzeit besucht sie ein Gymnasium in der Neustadt und möchte später mal im „sozialen Bereich“ tätig sein, zum Beispiel als Sozialpädagogin. „Mal sehen, wie ich das vereinbaren kann.“

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