Bei vorzeitigem Start würde der Kreis das Erzieherinnenhonorar übernehmen

Café Kinderwagen könnte schon im Oktober öffnen

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Unterstützung erhalten Eltern von Babys und Kleinkindern im Cafe Kinderwagen. Archivfoto: Ehlers

Stuhr - Von Andreas Hapke. Im Münsterland sprießen sie wie Pilze aus dem Boden, jetzt soll eine solche Einrichtung auch in dieser Region Fuß fassen. Spätestens Anfang kommenden Jahres soll in Stuhr ein Café Kinderwagen öffnen. Es wäre und wird wohl das erste im Landkreis Diepholz. Der Ausschuss für Jugend, Freizeit und Kultur hat sich am Dienstagabend bei zwei Enthaltungen dafür ausgesprochen. Das letzte Wort hat der Verwaltungsausschuss.

Spätestens 2016 heißt: Das Café könnte auch schon im Oktober loslegen und Eltern mit Säuglingen oder Kleinkindern beratend unter die Arme greifen. Für diesen Fall hat Anke Brinkmann, Koordinatorin des Netzwerks Frühe Hilfen für den nördlichen Landkreis Diepholz, die Übernahme des Erzieherinnenhonorars in den ersten drei Monaten in Aussicht gestellt. „Das wäre das i-Tüpfelchen von mir.“

Der Name des Cafés ist wörtlich zu verstehen: Mit dem Kinderwagen können Eltern zu einem Treffen in lockerer Atmosphäre kommen und sich dort mit Gleichgesinnten austauschen. In der Einrichtung werden die Besucher nicht alleingelassen. Das niedrigschwellige und kostenfreie Angebot für alle werdenden Eltern und junge Familien sieht die Betreuung durch eine Erzieherin beziehungsweise Sozialpädagogin und eine Hebamme vor.

„Die Hebamme zum Beispiel kann das Kind regelmäßig wiegen und eine Einschätzung zum Entwicklungsstand geben“, erklärte Brinkmann im Ausschuss. Bei Bedarf gebe die Fachkraft auch Tipps zur Ernährung und Körperpflege des Babys, die Pädagogin berate in Erziehungsfragen. Notfalls könnten die Expertinnen auch auf die Ansprechpartner in den zuständigen Behörden verweisen.

Folgt man den Schilderungen Brinkmanns, drängt sich Stuhr für die landkreisweite Premiere des Cafés förmlich auf. „Die vorhandenen Angebote für Eltern mit Kindern bis zum ersten Lebensjahr sind entweder befristet oder kostenpflichtig“, sagt Brinkmann und nennt Pekip-Kurse als Beispiel. Das Angebot an Krabbelgruppen sei begrenzt und unterliege einem steten Wechsel.

Die Kooperation von Kreis und Kommune spiegelt sich in der Finanzierung wider. Während die Gemeinde einen Raum bereitstellt und die Kosten für die Erzieherin übernimmt, schickt der Landkreis eine Familienhebamme und sorgt für die Grundausstattung. Dazu zählen etwa eine Säuglings- und Kinderwaage, Krabbeldecken und Spielzeug.

Da der Raum im Frauentreff „Sie(h)da“ keine weiteren Ausgaben verursachen würde, säße die Gemeinde ab Januar nur mit dem Honorar für die Erzieherin von rund 4000 Euro im Boot. Die Rechnung geht von wöchentlichen Treffen à 90 Minuten aus.

Wegen der Vor- und Nachbereitung ist die Arbeit der Pädagogin mit drei Stunden veranschlagt. Den Landkreis würde die Abstellung der Hebamme 5700 Euro kosten, die Sachausstattung 2500 Euro.

Das Projekt soll zunächst ein Jahr laufen, „um die Akzeptanz zu beobachten“, wie es in der Beschlussvorlage heißt.

Dem stimmten die Politiker so zu. Sie konnten sich auch einen vorgezogenen Start des Cafés im Oktober vorstellen. „Warum nicht, das ist doch ein Geschenk“, sagte Grünen-Ratsherr Jens Schriefer. Auf die Frage der SPD-Fraktionschefin Susanne Cohrs, ob es im Erfolgsfall nach 2016 weitergehe, antwortete Brinkmann: „Die Verankerung des präventiven Ansatzes im Kinderschutzgesetz ist eine sichere Sache. Bund, Länder und Kommunen sind verpflichtet weiterzumachen.“

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