„Reinkommen und sich wohlfühlen“

Vortrag „Home Staging“ im Mehrgenerationenhaus Brinkum

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Home Stagerin Michaela Schmidt kommt morgen Abend in das Brinkumer MGH.

Brinkum - Michaela Schmidt ist Home Stagerin. In dieser Funktion hält sie am Donnerstag um 18 Uhr einen Vortrag im Mehrgenerationenhaus an der Bremer Straße 9. „Home Staging – Wie bereite ich meine Immobilie für den Verkauf optimal vor?“ lautet der Titel ihres Referats. Was es damit auf sich hat, hat sie vorab in einem Interview mit dieser Zeitung erzählt. Die Fragen hat Redakteur Andreas Hapke gestellt.

Frau Schmidt, beschreiben Sie doch mal kurz, was Ihre Tätigkeit ausmacht.
Michaela Schmidt: Ich optimiere Immobilien für den Verkauf. Damit sie sich besser veräußern lassen, das heißt zu einem optimalen Preis und in möglichst kurzer Zeit.

Dafür richten Sie die zum Verkauf stehenden Immobilen mitunter neu ein, wie Ihrer Homepage zu entnehmen ist. Ein ziemlich großer Aufwand dafür, dass das Objekt schnell vom Markt soll.
Manchmal reicht es schon, an kleinen Stellschrauben zu drehen. Generell geht es darum, mit dem geringstmöglichen Aufwand eine angenehme Atmosphäre bereitzustellen. Die Leute verpacken Geschenke, aber ein sehr teures Haus präsentieren sie nicht adäquat. Wer dort 40 Jahre geraucht hat, muss zum Beispiel die Tapeten herunterreißen. Am Anfang steht ohnehin die individuelle Beratung und Analyse. Wenn jemand meine Empfehlungen nicht selbst umsetzen möchte, helfe ich aus. Dann suche ich bei Bedarf auch das Mobiliar aus, das den Charakter der Immobilie unterstreicht. Friesenhaus zum Beispiel ist nicht gleich Neubau.

Darf Ihre Arbeit dann auffallen, oder müssen Sie so vorgehen, dass der potenzielle Käufer sie eher beiläufig registriert?
Ich lege es nicht darauf an, dass man sieht, dass ich gearbeitet habe. Meine Arbeit muss in den Hintergrund treten, denn die Wirkung ist wichtiger. Ich suche selten auffällige Möbel aus, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Raum muss als Raum ansprechend wirken. Man muss reinkommen und sich wohlfühlen. Ein Hauskauf ist emotional, ein ungutes Gefühl darf nicht sein.

Wie sehr orientieren Sie sich dabei an den potenziellen Käufern?
Klar muss ich die Zielgruppe im Auge haben. Die ist auch ein Kriterium, zum Beispiel für die Auswahl der Möbel. Da tausche ich mich mit den Maklern aus, mit denen ich häufig zusammenarbeite.

Bei Ihrem Vortrag im MGH haben Sie es vermutlich überwiegend mit älteren Zuhörern zu tun. Wie hoch ist der Anteil der Senioren an ihrer Kundschaft?
Der Schwerpunkt liegt auf der Erbengeneration. Ältere Menschen tun sich schwer, sich von allem zu trennen, meistens kümmern sich die Kinder darum. Für Senioren, die beim Verkauf ihres Hauses keine Unterstützung haben, biete ich die komplette Abwicklung an, Einpackhilfe inklusive. Ich arbeite auch mit Pro Dem zusammen.

Würden Sie eine Immobilie anders aufhübschen, wenn Sie wüssten, dass Senioren einziehen?
Bislang ist mir das selten passiert. In diesem Fall kommt es auf Barrierefreiheit an. Teppiche oder Matten können Stolperfallen sein. Behagliche Schlafmöglichkeiten sowie Gelegenheiten, die Füße hochzulegen, dürfen nicht fehlen. Und es muss Platz da sein, Sachen auszuziehen und abzulegen, und zwar schon im Flur. Wichtiger in meiner Arbeit sind Senioren als Verkäufer. Dass die Interessenten oft zwei Generationen jünger sind, birgt eine Brisanz. Ältere Menschen leben oft noch mit ihren Hochzeitsmöbeln. Für sie ist es schwierig zu verstehen, dass sich 30-Jährige damit nicht wohlfühlen.

Wären Sie nicht besser Raumausstatterin geworden? Das hätte Ihr Wirken nachhaltiger gemacht.
(lacht) Ich wollte tatsächlich mal Innenarchitektin werden, habe dann aber als Bankbetriebswirtin eine Ausbildung zur Marketingfachwirtin gemacht und daher eine hohe Affinität zur Verkaufsförderung. Später, als ich erneut über Innenarchitektur nachdachte, habe die das Homestaging für mich entdeckt und gedacht: „Das ist der Job, der kombiniert viele deiner Fähigkeiten.“

www.homestagingweser.de

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