Erstes Gremium seiner Art im Kreis

„Pro – Das Netz“ feiert 25. Geburtstag: Vorreiter in Sachen Prävention

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Zum 25. Geburtstag von „Pro – Das Netz“ präsentieren Vertreter einiger beteiligter Institutionen einen Veranstaltungsflyer aus der Anfangszeit. 1996 hieß der Arbeitskreis noch „Lust auf Leben“. Das Bild zeigt (v.l.) Karin König-Schneider (AOK), die Brinkumer Schulsozialarbeiterinnen Stefanie von Bargen und Ariane Vollmer, Michael Elsner (Release) und Anne Roecken-Strobach („KuSS“).

Stuhr - Von Andreas Hapke. Die Präventionsarbeit der Gemeinde Stuhr feiert ihren 25. Geburtstag. So lange schon gibt es den Zusammenschluss „Pro – Das Netz“, der heute einen von mehreren Bestandteilen der kommunalen Präventionsarbeit bildet.

„Darauf können wir stolz sein“, sagt Mitgründer Michael Elsner, damals schon beim Verein für Suchtprävention Release tätig. Da der Verein seine Zentrale in Stuhr hatte, sollte auch der Arbeitskreis (AK) dort an den Start gehen – als erster seiner Art im Landkreis.

Das Gremium tagte zunächst unter dem Namen „Lust auf Leben – Kinder und Jugendliche stark machen“. Erst später wurde daraus „Pro – Das Netz“. „Es ging um Vernetzung, sich gegenseitig kennenlernen, um gemeinsame Ideen“, sagt Elsner. 

Vertreter der Schulen, der Kulturpflege, der AOK und die Gleichstellungsbeauftragte zählten zu den Mitgliedern der ersten Stunde; ebenso Hans Schüler, der für die Jugendarbeit in der Gemeinde zuständig war und erst kürzlich als Leiter des Teams Jugend in den Ruhestand verabschiedet wurde. Neben dem Austausch gab es gemeinsame Aktionen, etwa 1996 zum 20-jährigen Bestehen der KGS Brinkum.

Inzwischen breite Basis im Landkreis

Im Laufe der Jahre hat sich der AK erweitert für alle, die sich hauptamtlich mit Präventionsfragen beschäftigen. Überhaupt entwickelte sich der Bereich mit Hans Schüler als treibender Kraft strukturell weiter. Heute bildet „Pro – Das Netz“ gemeinsam mit dem Arbeitskreis Prävention, der Kriminalprävention und dem erst 2014 hinzugekommenen Netzwerk „Frühe Hilfen“ eine breite Basis.

Alle Einrichtungen treffen sich im zweijährigen Rhythmus beim Fachtag Prävention, dessen Gründung 2005 ebenfalls auf Schüler zurückgeht. Austausch und Fortbildung stehen dann auf der Tagesordnung.

Laut Anne Roecken-Strobach, Leiterin der Kunstschule Stuhr („KuSS“) und schon vor 25 Jahren dabei, wurde der AK-Name Mitte der 1990er-Jahre als zu lang empfunden. Seitdem stehe „Pro“ für „Lust auf Leben“ und „Das Netz“ für die Teilnahme der verschiedenen Einrichtungen. „Wir sind weit im Vorfeld tätig und holen die Kinder dort ab, damit sie keine Drogen nehmen“, sagt die „KuSS“-Leiterin.

Unverzichtbares Netzwerk

Für die Schulsozialarbeiterinnen Ariane Vollmer und Stefanie von Bargen ist das Netzwerk unverzichtbar, um über Angebote der Präventionsarbeit zu erfahren und diese in die KGS Brinkum zu holen. Umgekehrt sind Einrichtungen wie Release dankbar über den kurzen Draht zur Schule. „Suchtprävention funktioniert nur über die Schulen“, sagt Elsner. „Mitmachparcoure dorthin zu bringen, ist einfacher, wenn man Kontakte hat.“

Die AOK sei ebenfalls immer bemüht, Aktionen in den Schulen zu implementieren, berichtet Mitarbeiterin Karin König-Schneider und nennt Projekte zur gesunden Ernährung als Beispiel. „Wir wollen Synergieeffekte nutzen“, betont Stefanie von Bargen. Die aktuelle Zusammenarbeit drehe sich um die für November geplante Nacht der Jugend und sei bereits weit fortgeschritten.

Rund 30 Institutionen befinden sich laut Elsner im Verteiler, davon nehmen durchschnittlich 15 an den vier Treffen im Jahr teil. Wie es ohne Hans Schüler mit „Pro – Das Netz“ weitergeht, hängt laut Anne Roecken-Strobach maßgeblich von dessen Nachfolger Thorsten Meyer ab. Er tritt im Oktober seinen Job als Leiter des Teams Jugend an. Bis dahin übernimmt Christina Brinkmann, 0421/56 95 290, die Koordination. Im Sinne Schülers sei jeder, der sich berufen fühle, ein gern gesehener Gast, sagt Elsner.

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