Vorfreude auf die Premiere

Die Selbsthilfegruppe „Schlaganfall & Co.“ startet in Stuhr

Frau  an einem Fitnessgerät
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Nach ihrer Hirnblutung musste sich Viola Trein zurück ins Leben kämpfen. Jetzt freut sie sich auf den Start ihrer Selbsthilfegruppe.

2017 erlitt Viola Trein einen Schlaganfall. Schritt für Schritt kämpfte sie sich zurück ins Leben. Jetzt freut sie sich auf den Start ihrer Selbsthilfegruppe.

Stuhr – „Endlich!“ – Erleichtert berichtet Viola Trein über den Start ihrer Selbsthilfegruppe „Schlaganfall & Co.“ am Mittwoch, 26. Mai. „Ich tüddel ja schon länger rum und wollte eigentlich im April loslegen. Corona-technisch hätte sich ja eine Selbsthilfegruppe mit zehn Leuten Treffen können“, sagt Viola Trein. Dass es nun etwas später geworden ist, trübt ihre Freude nicht. Die Seckenhauserin fiebert der anstehenden Premiere mit zehn Teilnehmern entgegen, sie selbst eingeschlossen.

Die Gruppe richtet sich an Personen, die wie sie von einer Hirnblutung, von einem Schlaganfall oder von einer Behinderung infolge eines Unfalls oder Multipler Sklerose betroffen sind. Viola Trein ereilte das Schicksal am 29. Juli 2017. Damals war sie ohne jede Vorwarnung wie Kopfschmerzen oder Schwindel in einem Kirchweyher Restaurant umgekippt. Eine Einblutung in ihrem Stammhirn war dafür verantwortlich (wir berichteten).

Selbsthilfegruppe für den Austausch mit Gleichgesinnten

Drei Jahre später kam ihr der Gedanke, einen Austausch mit Gleichgesinnten zu suchen. Sie machte ihr Ansinnen im Herbst vergangenen Jahres über die Medien publik und richtete eine Whatsapp-Gruppe für potenzielle Teilnehmer ein. „Die Resonanz war sehr gut. Und alle Interessierten sind bei der Stange geblieben“, sagt Viola Trein. Trotz Corona und der damit einhergehenden Verzögerung. „Die Leute sind total happy, dass sie Leidensgenossen finden.“

Die Betroffenen kommen nicht nur aus der Region Stuhr, sondern auch aus Bremen, Walsrode, Sulingen und Bassum. In einer virtuellen, von Trein organisierten Konferenz via Zoom haben sie Anfang Mai schon mal gesehen, mit wem sie es bald live zu tun haben. Darüber hinaus seien „eine Menge andere Kontakte“ entstanden, etwa zur Physiotherapie Weyhe und zum Sportverein Melchiorshausen.

Treffen jeden letzten Mittwoch im Monat

Die Selbsthilfegruppe trifft sich an jedem letzten Mittwoch im Monat um 15 Uhr in einem Raum der Seckenhauser Kirche. Eigens dafür hat Viola Trein mit der Kirchengemeinde einen Vertrag über die Raumnutzung aufgesetzt. 20 Euro fallen dafür pro Monat an. Da sie ab und zu einen Referenten dazuholen möchte und „vielleicht auch mal eine Druckerpatrone wechseln muss“, will sie für ihre Selbsthilfegruppe noch eine Förderung beantragen.

Als einen der ersten Referenten hat Viola Trein das Leester Sanitätshaus Hüsing im Auge – um über neuroorthopädische Hilfsmittel für den Alltag zu informieren. „Zum Teil kennen sich Therapeuten damit nicht aus“, hat Trein festgestellt. Das Sanitätshaus habe sie bereits beim Druck ihrer Flyer unterstützt.

Das erste Treffen wolle sie „entspannt“ angehen, kündigt Trein an. „Jeder stellt sich vor und erzählt seine Geschichte. Wir wollen uns kennenlernen und locker quatschen – es sei denn, irgendwer hat ein bestimmtes Thema, das ihn interessiert.“

Gründerin erneuert Führerschein

Ihre eigene Geschichte ist bald vier Jahre alt. Wie es ihr geht? „Es ist nicht so, dass ich plötzlich ohne Stock laufen kann. Ich mache Mikroben-kleine Fortschritte“, berichtet Trein. „Seit neuestem krampft zum Beispiel die linke Körperhälfte nicht mehr, wenn ich aufwache. Das habe ich plötzlich morgens mal festgestellt.“

Zudem habe sie inzwischen ein Auto erworben und ihren Führerschein erneuert. „Das hätte ich vielleicht gar nicht machen müssen, doch ich wollte auf der sicheren Seite sein. Ich habe jetzt ein besseres Gefühl.“ Dafür seien unter anderem ein neurologisches Gutachten und Fahrstunden notwendig gewesen.

Für das Auto benötigt die Seckenhauserin einen speziellen Bedienungsknauf, eine elektrische Heckklappe und eine Ladehilfe für den Rollstuhl. Um eine finanzielle Unterstützung für die Umrüstung zu erhalten, habe sie beim Landkreis einen Antrag auf Wiedereingliederung gestellt. Die Behörde habe abgelehnt, der Widerspruch laufe. Auch das ist eine Erfahrung, über die sich Viola Trein bald mit Gleichgesinnten austauschen kann.

Infos

Wer mehr über die Selbsthilfegruppe erfahren möchte, kann dies unter Telefon 0162 / 586 18 10, im Internet auf www.viola-trein.de oder per E-Mail an viola@viola-trein.de tun.

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