Seckenhausen: Ein volles Haus wie an Heiligabend

Vor dem Laternelaufen ein Theaterstück in der Martin-Luther-Kirche

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Für das Theaterspiel haben sich die jungen Akteure verkleidet.

Seckenhausen - Nach der erfolgreichen Premiere eines Martinsfestes in der evangelischen Martin-Luther-Kirche Seckenhausen im vergangenen Jahr hat es nun eine nicht minder fröhliche Fortsetzung gegeben: Immer mehr Kinder, Eltern und bunte Laternen füllten das Kirchenschiff, und das Organisationsteam durfte zur großen Freude viele zusätzliche Stühle bereitstellen. Es war am Freitagabend voll wie an Weihnachten, und Pastorin Judith Matthes hatte einige Mühe, den fröhlichen Geräuschpegel nach unten zu drehen.

„Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“ wurde musikalisch von Organistin Brigitte Poppe begleitet, und die Gemeinde kam ein wenig zur Ruhe.

Wie bei einem normalen Gottesdienst galt auch bei der Mini-Ausführung die besondere Regel, bei einem Gebet aufzustehen. Pastorin Matthes legte beim Nachwuchs Wert auf gutes Benehmen und vermittelte den Jüngsten ganz nebenbei die richtigen Kirchenmanieren.

Hinsichtlich seines Namens sei das Seckenhausener Gotteshaus fast verpflichtet, ein Martinsfest zu feiern. Dieser Einstellung der Pastorin und der Kinderkirche folgten alle, denn was könnte schöner sein, als vor einem Laternelaufen gemeinsam zu singen, Theater zu spielen und anschließend noch einmal in der Kirche zusammen zu kommen?

Pastorin Matthes hätte „dem Martin“ gerne ein paar Fragen gestellt

Die Eltern von Martin Luther hatten ihrem Sohn den Namen des ehemaligen Bischofs Martinus von Tours gegeben und ihn an dessen Todestag, 11. November, taufen lassen. Sankt Martin gilt als einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche, er wird aber ebenso in anderen Kirchen verehrt.

„Den Martin hätte ich gerne mal getroffen und ihm ein paar Fragen gestellt“ – dieser Wunsch von Pastorin Matthes ging tatsächlich in Erfüllung. „Eigentlich sind Matthis, Arne und Noah der Kinderkirche entwachsen, aber sie machen noch gerne mit“, berichtete Nicole Hormann vom Team der Kinderkirche.

In den vergangenen Wochen hatten die Fünftklässler ein kleines Theaterstück rund um die wundersame Verwandlung des Soldaten Martinus in einen Mönch einstudiert. Der Legende nach zerschnitt er seinen warmen Soldatenmantel mit seinem Schwert und reichte eine Hälfte an einen frierenden Bettler. Diese barmherzige Geste sollte Martinus Leben völlig ändern.

Heiliger Martin auf Schusters Rappen

Kindgerecht vermittelten Matthis, Arne und Noah die Geschichte und schlüpften mehrfach in unterschiedliche Rollen. Wie das Leben des Martinus als Bischof weiterging, sei eine andere Geschichte, die beim nächsten Mal und somit dem damit verknüpften Versprechen eines weiteren Martinsfestes erzählt werden würde.

Eng wurde es im Altarraum als die Klasse 2a der Grundschule Seckenhausen ihr einstudiertes Martinslied vortrug. Die Lichter in der Kirche gingen aus und die Lichter in den im Unterricht gebastelten Laternen gingen an. Genau die richtige Stimmung, um sich gemeinsam auf den Weg durch Seckenhausen zu machen. Ein Pferd war in diesem Jahr nicht mit dabei und so musste der heilige Martin wie alle anderen auf Schusters Rappen gehen. 

Gesungen wurden unterwegs bekannte Laternenlieder, die sicherlich schon die Eltern und Großeltern drauf hatten. „Durch die Straßen auf und nieder“ oder „Ich geh mit meiner Laterne“ kann jedes Kind auch im Jahr 2017. Nach dem Lauf warteten in der Martin-Luther-Kirche zwar keine Weckmänner aus Hefe mit Rosinenaugen und einer tönenden Pfeife, aber die „Hot Dogs“ waren auch keine schlechte Alternative.

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