Lesung am 3. Mai im Rathaus

„Beppo“ Mayr veröffentlicht seinen dritten Roman

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„Beppo“ Mayr mit einem Vorabdruck seines Romans.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Der dritte Roman von Wilhelm Eugen Mayr beginnt mit einem Paukenschlag. Vor dem Haus eines Ärzteehepaars in Brinkum geht eine Autobombe hoch, die beiden sterben.

Ein weiterer Anschlag auf ein Busunternehmen in Hamburg fordert nur deshalb kein Opfer, weil sich die Inhaberin woanders aufhält. „Operation Kidal – IS-Kämpfer für Deutschland“ heißt das Buch, das wie Mayrs Erstlingswerk „Verschleppt in der Sahara – In der Hand von Terroristen“ im Verlag DeBehr erscheint. Ende April soll es in die Buchhandlung kommen.

2014, 2016, 2018 – es hat den Anschein, als wolle Mayr alle zwei Jahre einen neuen Roman raushauen. „Wenn man länger nichts von sich hören lässt, soll es ja schwierig werden in dem Geschäft“, vermutet er. Parallel zu seinen Afrika-Büchern verlegt Mayr die Musicals, die er einst mit seiner AG unter dem Dach der KGS Brinkum produziert hatte. Sechs der Stücke sind bereits in textlicher Form erschienen. „Nummer sieben schicke ich jetzt auf Reisen.“

In Afrika auf Tour

Die auf den ersten Blick unabhängigen Zweige seines Schaffens lassen sich bei genauerem Hinsehen nicht voneinander trennen. Tatsächlich war der Seckenhauser mit seiner Musical-Gruppe insgesamt sieben Mal in Afrika auf Tour, um die Produktionen im Rahmen eines kulturellen Austauschs dort aufzuführen. 

Den Anfang machte „Hair“ im Jahr 1989 in Marokko. Auch privat hat Mayr den Kontinent bereist. Er besucht dort regelmäßig Bekannte, und Bekannte besuchen ihn in Deutschland, wenn auch seltener. Er kennt sich aus mit den geografischen Gegebenheiten und damit, wie die Afrikaner ticken.

Schon bei „Verschleppt in der Sahara“ dient ihm die Realität als Vorlage: Terroristen entführen eine Musical-Gruppe nach Mali und halten sie in einem Camp in Kidal gefangen. Nur dank der heimlichen Kontakte ihres Leiters zur Eliteeinheit GSG 9 gelingt die Befreiung. Viele IS- und Al-Qaida-Kämpfer sterben bei diesem Einsatz, die führenden Köpfe kommen ins Gefängnis, vorerst.

Rachefeldzug ist Ausgangspunkt für das Buch

An dieser Stelle setzt Mayrs aktuelles Buch an. Rädelsführer Sharif bin Laden startet nach seiner Entlassung einen Rachefeldzug in Deutschland. Er verzeiht es den Jugendlichen nicht, dass sie die Kontakte ihres Leiters zur GSG 9 verheimlicht haben, und will alle Beteiligten umbringen. 

Dazu zählen auch das Ärzteehepaar, das die Gruppe seinerzeit begleitete, und die Chefin des Busunternehmens, mit dem die Deutschen unterwegs waren. Geläuterte Kämpfer missbilligen das Vorhaben, das mit dem Koran und dem Islam nichts zu tun habe.

Da schon der erste Roman bei DeBehr erschienen war, lag es für Mayr nahe, es auch diesmal dort zu versuchen. Mit Erfolg: In seinem Buch sah der Verlag „eine spannende Hommage an eine friedlichere Welt ( . . . ) Versöhnung und Miteinander, Akzeptanz und Menschlichkeit gegen Ideologie, Hass und Verblendung – auch gegenüber der westlichen Welt“. 

Zu dieser Einschätzung gelangte DeBehr wegen der weiteren Handlung: Auf seiner Flucht vor der deutschen Polizei findet Bin Laden ausgerechnet bei Vertretern der katholischen und der evangelischen Kirche Hilfe – bei jenen Christen also, denen er den Kampf angesagt hatte. Zurück in Mali, verfolgt er die Idee eines friedlichen Kalifats.

Vision von friedlicher Welt

Die Frage, ob das nicht ein bisschen zu blauäugig sei, verneint der Autor energisch. Er habe auf seinen Reisen Afrikaner kennengelernt, die ihm zunächst ablehnend bis feindlich begegneten, sich hinterher aber tolerant bis freundlich zeigten. „Die Vision von einer friedlichen Welt soll im Kleinen angestoßen werden“, sagt der Autor. „Wenn wir diese Vision nicht haben, dann können wir uns gleich in die Kiste legen.“

Karten bei der Kreiszeitung

Nach zwei Lesungen bei der Leipziger Buchmesse Mitte März stellt Mayr sein Buch am Donnerstag, 3. Mai, 19.30 Uhr, im Rathaus Stuhr vor. Karten gibt es ab sofort im Bürgerbüro und in den Filialen der Mediengruppe Kreiszeitung.

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