Herbstkonzert der Klassischen Philharmonie Nordwest in der Varreler Gutsscheune

Virtuosin Ksenia Dubrovskaya setzt besonderen Glanzpunkt

Traditionelles Herbstkonzert in der Varreler Gutsscheune: Violinvirtuosin Ksenia Dubrovskaya und das Orchester der Klassischen Philharmonie Nordwest unter der Leitung von Ulrich Semrau. - Foto: Jysch

varrel - Von Rainer Jysch. Eine „Klangprächtige Romantik“ versprach das Programm, das am Samstag über die große Bühne der so gut wie ausverkauften Varreler Gutsscheune ging. Die Musiker der Klassischen Philharmonie Nordwest unter Leitung von Ulrich Semrau waren angetreten, dem Publikum ihr traditionelles Herbstkonzert zu präsentieren. Einen besonderen Glanzpunkt setzte dabei die in Moskau geborene Violinvirtuosin Ksenia Dubrovskaya, die es übernommen hatte, im Mittelteil Peter Tschaikowskys Violinkonzert in D-Dur darzubieten.

Insgesamt hatte sich das Orchester den Werken von drei der bedeutendsten romantischen Komponisten gewidmet. Zum Auftakt spielten die Musiker die Ouvertüre zu Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“. Das Stück beginnt mit einer Einleitung der Hörner und Fagotte und stellt anschließend die beiden Hauptthemen der Oper vor: „Abends will ich schlafen gehen“ und einen fulminanten Hexentanz. Humperdinck hat diese Motive in der Ouvertüre so raffiniert verarbeitet, dass sich das eindrucksvolle Vorspiel längst auch unabhängig vom Bühnenwerk als effektvoller Konzertbeitrag bewährt hat.

Den Musikern und ihrem Dirigenten Ulrich Semrau gelang es bei der Aufführung ganz hervorragend, die märchenhafte Stimmung und die wunderbare Dynamik des vom Komponisten mit vielen bekannten Volksliedern versehenen Werkes wiederzugeben.

Ksenia Dubrovskaya ist eine Geigerin von Weltformat. Mit ihrem Auftritt in der Varreler Gutsscheune und ihrer Interpretation von Tschaikowskys Violinkonzert in D-Dur bot die Künstlerin beim diesjährigen Herbstkonzert einen besonderen Höhepunkt. Die enormen technischen Anforderungen machen Tschaikowskys dreisätziges Werk zu einer Herausforderung für jeden Virtuosen; die Künstlerin vermochte diese in ausgezeichneter Weise zu meistern. Die bewundernswerte, faszinierende Spieltechnik und der ausdrucksstarke, leidenschaftliche Vortrag von Dubrovskaya begeisterten die Zuhörer, die nicht mit Beifall geizten.

Der dritte Teil des Konzertes galt im Jubiläumsjahr von Martin Luthers Reformation einem Werk von Felix Mendelssohn Bartholdy. 1830 hatte der Komponist die „Reformations-Sinfonie“ (Sinfonie Nr. 5) in vier Sätzen zu Papier gebracht. Im letzten Satz feiert Mendelssohn mit seiner Komposition musikalisch den „Sieg“ des Protestantismus, indem er Luthers Choral „Ein’ feste Burg ist unser Gott“, zunächst nur von einer Flöte gespielt, letztlich zum Hauptmotiv als Hymne ausbaut. In der kraftvollen und mit einem transparenten Klangbild dargebotenen Aufführung war es den Frauen und Männern der Klassischen Philharmonie Nordwest unter Ulrich Semrau gelungen, den geistlichen Charakter der Sinfonie herauszuarbeiten.

Das traditionelle Herbstkonzert lockt Jahr für Jahr eine große Schar von Klassik-Liebhabern zu dieser abwechslungsreich gestalteten Musikreihe, die sich dank hervorragender Interpreten eines wachsenden Zuspruchs erfreut.

Mit dem Programmhinweis auf das Neujahrskonzert am 7. Januar kommenden Jahres in der Gutsscheune verabschiedete sich Ulrich Semrau von einem hellauf begeisterten, frenetisch applaudierenden Publikum.

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