Klassische Philharmonie Nordwest spielt in Varrel

Vielseitiger Frankreichabend gefällt dem Publikum

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Martin Semrau dirigiert das Orchester 

Varrel - Von Angelika Kratz. Zum Herbstkonzert unter dem Motto „Vive la France“ hatte die Klassische Philharmonie Nordwest für Freitag in die Varreler Gutsscheune eingeladen. Wie stets bildeten die überwiegend jungen Musiker unter Leitung von Ulrich Semrau für die vielen erwartungsvollen Musikliebhaber im Publikum die Kulisse für das gut zweistündige Programm.

Das begann nach herzlichem Willkommensapplaus mit Maurice Ravel (1875 bis 1937). „Le Tombeau de Couperin“ hatte er in der dreisätzigen Variation im Jahr 1920 für das schwedische Ballett zusammengestellt. Mehr als 165 Mal sollte es aufgeführt werden und gehört somit zu Ravels erfolgreichsten Werken. Mit „Tombeau“ bezeichneten französische Komponisten des Barock Trauerstücke für verstorbene Kollegen. Maurice Ravel schrieb seinen Tombeau zur Erinnerung an den größten Barockkomponisten Frankreichs, Francois Couperin, während des Ersten Weltkrieges. Schon bald wurde das Werk zu einer Trauermusik der ganz anderen Art, denn der Komponist widmete die einzelnen Sätze den gefallenen französischen Soldaten aus seinem Freundeskreis. Somit spannte sich der musikalische Bogen zum anstehenden Volkstrauertag.

Pierre Max Dubois (1930 bis 1995) war ebenfalls ein französischer Komponist und dazu noch ein gesuchter Dirigent. Im Verlauf der „Cordée-Sonatine“ und ihren drei Sätzen „Allegro moderato“, „Tristement“ und „Vif et joyeux“ verzauberte die Harfenistin und abendlicher Stargast, Assia Cunego, das Publikum mit einem wunderschönen Solo. Die 1983 in Italien geborene Musikerin schloss ihr Harfenstudium bereits als 18-Jährige mit Auszeichnung ab. Sie gewann erste Preise bei vielen internationalen Musikwettbewerben und ist mittlerweile längst selber Jurorin in verschieden Harfenwettbewerben.

In der Gutsscheune wurde es mucksmäuschenstill, keiner hustete, kein leeres Weinglas fiel um, es war eine ganz besondere Atmosphäre.

Mit Camille Saint-Saens (1835 bis 1921) ging es weiter in die Romantik. Harfe und Orchester bildeten zum „Morceau de Concert op. 154“ eine gelungene Einheit, und wurden am Ende mit großem Applaus bedacht.

Im zweiten Teil des Programms folgte noch einmal Maurice Ravel mit einer relativ kurzen „Pavane pour une infante défunte“, einem spanischen Hoftanz für eine verstorbene Prinzessin. Die gewaltige Sinfonie d-moll von César Franck (1822 bis 1890) bildete den Abschluss einer herbstlichen Frankreichreise. Eine überzeugende Leistung der klassischen Philharmonie Nordwest, die erneut mit ihrer Vielseitigkeit erfreute.

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