Mentoringprogramm

Mehr Frauen in die Politik: „Vielleicht schaffen wir mal die 50 Prozent“

Die Teilnehmerinnen des Mentoringprogramms: (v.l.) Gudrun Klomburg, Britta Buttelmann, Dörthe Siemers-Wulff, Anne-Lene Alyanak, Sonja Blaß und Susanne Cohrs. Es fehlen Kirstin Taberski und Ilse Zeineddine. Foto: Gemeinde Stuhr
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Die Teilnehmerinnen des Mentoringprogramms: (v.l.) Gudrun Klomburg, Britta Buttelmann, Dörthe Siemers-Wulff, Anne-Lene Alyanak, Sonja Blaß und Susanne Cohrs. Es fehlen Kirstin Taberski und Ilse Zeineddine.

Stuhr - Der Frauenanteil im Rat der Gemeinde Stuhr beträgt rund 34 Prozent. Das liegt über der Quote von Politikerinnen im Bundestag (rund 30 Prozent), erst recht über der im Landtag (26 Prozent). Doch es könnte mehr sein, findet nicht nur die Gleichstellungsbeauftragte Nicole Feldmann-Paske.

So sehen es auch vier Stuhrerinnen, die am Mentoringprogramm „Frau macht Demokratie“ teilnehmen und zumindest mit dem Gedanken spielen, bei den Kommunalwahlen im Herbst 2021 anzutreten. Vorerst wollen sie in das lokale politische Geschehen hineinschnuppern. Dabei begleiten sie aktuelle Ratsfrauen.

Mit dem Programm „Frau macht Demokratie“ möchte das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung zukünftigen Mandatsträgerinnen den Einstieg in die Politik erleichtern und die Parteien zum Handeln anregen. Es bringt den „Nachwuchs“, die Mentees, mit erfahrenen Kommunalpolitikerinnen zusammen, den Mentorinnen.

Grünen-Ratsfrau Dörthe Siemers-Wulff und Anne-Lene Alyanak bilden ein solches Tandem. Siemers-Wulff war selbst über das Mentoringprogramm in die Politik gekommen, Annegret Merke hatte sie 2010 für dieses Engagement gewonnen. „Es ist wichtig, dass mehr Frauen im Rat sind. Vielleicht erreichen wir mal die 50 Prozent“, sagt Siemers-Wulff.

An ihrem Mentee Anne-Lene Alyanak soll das nicht scheitern. Sie möchte 2021 auf jeden Fall in den Rat einziehen. Alyanak ist seit 2017 bei den Grünen, hat kürzlich den Posten der zweiten Vorsitzenden übernommen und den Wahlkampf des künftigen Bürgermeisters Stephan Korte begleitet.

Sie habe über den Treffpunkt „Sie(h)da“ von dem Programm erfahren, erzählt Alyanak, die dem Förderverein des Treffpunkts vorsteht. Die 36-Jährige vertritt die klassischen grünen Themen Gleichstellung und Klimawandel, ist als junge Mutter aber auch an Kinderbetreuung und Schulpolitik interessiert.

Diese Themen hat Sonja Blaß inzwischen hinter sich gelassen. Ein Sohn studiert, der andere ist 18. Sie habe sich früher durchgehend in Elternräten engagiert, sagt die 44-Jährige, vom Kindergarten über die Grundschule bis hin zum Gymnasium. Als selbstständige Heilpraktikerin habe sie zwar nicht die Seite gewechselt, doch sie interessiere sich nun mehr für Wirtschaftsthemen. „Ich bin gespannt, ob das ‘was für mich ist und ob ich das mit meiner Selbstständigkeit unter einen Hut bekomme.“

Sonja Blaß ist während der Podiumsdiskussion der Bürgermeister-Kandidaten im „Sie(h)da“ von Patricia Veigel-Runte, einst Chefin des Unternehmerinnenforums, angesprochen worden, ob sie am Programm teilnehmen wolle. SPD-Fraktionschefin Susanne Cohrs war ebenfalls vor Ort und wurde ihre Mentorin. 

„Mehr Frauen in die Politik“, lautet auch die Forderung von Cohrs. „Im Stuhrer Rat geht es noch einigermaßen“, stellt sie fest. Doch in einer Sitzung der Finanzkommission des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) sei sie die Quotenfrau, „ganz schlimm“. Cohrs nimmt zum dritten Mal an dem Mentoringprogramm teil, SPD-Ratsfrau Gudrun Klomburg war ihre erste Mentee.

Mit Ilse Zeineddine hat Cohrs diesmal eine zweite Mentee, Siemers-Wulff mit Britta Buttelmann ebenfalls. Weil dies auf Dauer ein bisschen viel wäre, erhalten sie „im Hintergrund“ Unterstützung von Gudrun Klomburg und Kirstin Taberski (Grüne).

Sie wolle die Hintergründe von Entscheidungsfindungen in der Politik kennenlernen und verstehen, begründet Ilse Zeineddine ihre Motivation. Buttelmann möchte auf „politische Entscheidungen Einfluss nehmen“. Geprägt von einem Aufenthalt in Frankreich, erachte sie die europäische Gemeinschaft, die Völkerverständigung und den Blick über den Tellerrand als wichtig.

Mentorinnen und Mentees wollen künftig in privaten Treffen und Veranstaltungen zusammenarbeiten. Der Auftakt erfolgt morgen in Hannover.

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