Allan Taylor macht auf seiner Deutschlandtour im Stuhrer Rathaus Station

„Vielen Dank für den Eintopf“

Gitarrist mit ruhigem, aber präzisem Fingerpicking: Allan Taylor im Rathaus in Stuhr. - Foto: Goldschmidt

stuhr - Von Uwe Goldschmidt. Im Rahmen seiner Deutschlandtour gastierte der englische Liedermacher Allan Taylor am Freitagabend im Rathaus Stuhr. Die mehr als 130 Besucher genossen einen vollkommen entspannten Abend mit Balladen, perfektem Gitarrenspiel und britischem Humor.

Taylor, Jahrgang 1945, ist im südenglischen Brighton geboren, gelernter Telekommunikationstechniker und promovierter Doktor der Philosophie. Als Teenager begann er, in den Folk-Clubs von Brighton zu singen und Gitarre zu spielen. 1970 tourte er mit der britischen Folkrock-Band Fairport Convention. Später zog es ihn nach New York, bis er Mitte der 1970er-Jahre nach England zurückkehrte.

Als Musiker war Taylor viel in der Welt unterwegs – er reiste quer durch die USA, die Karibik, Australien oder Neuseeland, er besuchte Paris, Amsterdam, Kopenhagen und Berlin. Er war in China und im kriegszerstörten ehemaligen Jugoslawien. Seine Songs erzählen von den Erlebnissen, feinen Beobachtungen und Menschen dieser Reisen. „Ich musste raus auf die Straße und mich selber auf den Weg machen. Unterwegs lernte ich die Leute und die Geschichten kennen, die mich dann zu meinen Liedern angeregt haben“, berichtete Taylor.

Die Figuren in seinen Liedern werden so lebendig wie gute Freunde, und Orte werden so vertraut, als hätte man sie selbst besucht. Sein Gitarrenspiel ist sparsam, ein ruhiges, aber präzises Fingerpicking, das seinen sonoren Gesang stimmungsvoll begleitet. So auch in seinem ersten Titel des Abends, „Down the Years“. Melancholisch erzählt er von den Reisen und Übernachtungen auf dem Rücksitz seines Autos. „Thank you for german Eintopf“ scherzt der 72-Jährige anschließend mit dem Publikum. Seiner Meinung die beste Erfindung, die ihm überall auf seinen Reisen gute Dienste geleistet habe.

Mit „New York in the Seventies“ beschreibt er seinen Aufenthalt in der Metropole und greift darin Themen wie den Vietnamkrieg, Drogenkonsum oder Christopher Street im Greenwich Village auf. Das ganze Konzert vermittelte eine familiäre Atmosphäre. Viele Zuhörer waren schon auf früheren Konzerten des Briten, kannten die Texte und sangen viele Passagen mit. So auch eine weiblicher Anhängerin, die eigens aus Köln angereist war.

Seine jüngsten Fans dürften sicherlich die Schwestern Shania (18) und Mayla (10) sein. Die beiden Stuhrerinnen hatten sich extra signierte T-Shirts angezogen und wurden persönlich von Taylor begrüßt, dem sie erstmals im Jahr 2009 in München begegnet waren.

Für einen slowenischen Singer und Songwriter komponierte Taylor den Titel „Let the Music flow“. Aber auch für Hannes Wader war er tätig, unter anderem komponierte er den Song „Es ist gut, hier zu sein“, den Taylor mit englischem Text vorträgt.

Insgesamt zwei Stunden wusste Taylor, gekonnt und eindrucksvoll zu unterhalten. Er wird hoffentlich nicht das letzte Mal in Stuhr zu Gast gewesen sein.

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