Investitionen in die Betreuung des Nachwuchses

Viele Kinder in Stuhr: Gemeinde braucht Kita-Anbau und Kita-Neubau

Das Außengelände der Kindertagesstätte Varrel.
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Für den Anbau müssen Teile des Außenspielgeländes (l.) sowie Bäume des Grünstreifens (r.) weichen. Es wird Ersatzpflanzungen geben. Das Außengelände kann in Richtung des freien Feldes erweitert werden. Das Grundstück gehört der Gemeinde.

Gerade erst hat die Politik den Bau einer Kita in Brinkum beschlossen, da steht schon der nächste Neubau an: Die Gemeinde rechnet mittelfristig mit einem Bedarf von vier oder fünf Kita-Gruppen für Varrel und Moordeich. Eine kurzfristige Lösung muss ebenfalls her: ein Anbau an der Schillerstraße in Varrel.

Stuhr – Die Gemeinde Stuhr muss weiter massiv in die Kinderbetreuung investieren. Aufgrund aktueller Prognosen kommt sie nicht umhin, eine neue Kindertagesstätte für die Ortsteile Moordeich und Varrel aus dem Boden zu stampfen. Bis dahin soll ein Anbau an die Kita an der Schillerstraße in Varrel für Entlastung sorgen. Den entsprechenden Baubeschluss hat der Gemeinderat am Mittwochabend einstimmig gefasst. Kosten: rund 2,2 Millionen Euro.

Nach Auskunft von Ann-Kathrin Dannemann, Fachdienstleiterin Bildung, Jugend und Sport, gibt es in Varrel bereits jetzt einen Bedarf an 25 zusätzlichen Plätzen für Kinder ab drei Jahren, festgestellt im Rahmen des Anmeldeverfahrens. Diesen Engpass hat die Gemeinde noch organisatorisch kompensiert. Doch schon im kommenden Kindergartenjahr funktioniert das nicht mehr, denn dafür hat das Rathaus einen Mangel an 50 Plätzen festgestellt. Der langfristige Bedarf ist sogar noch größer. Ursprünglich hatte es auch in Stuhr einen Engpass gegeben, der aber inzwischen durch die Kita Blocken abgefedert wurde.

„Auch wenn Prognosen bei den ganz kleinen Kindern schwierig sind: Nach unseren Erkenntnissen gibt es für Varrel und Moordeich einen Bedarf von vier bis fünf Gruppen“, sagt Dannemann. Der Bau einer neuen Kindertagesstätte ist demnach unumgänglich. Dafür sucht die Gemeinde laut der Fachdienstleiterin „schon eine Weile“ ein Grundstück, „am besten an der Moordeicher Landstraße. Ungefähr da, wo sich die Kita St. Paulus befindet. „Das ist ein Bereich, der für beide Ortsteile mittig liegt.“ Mangels Fläche kann sie noch keine Auskunft über die geplante Inbetriebnahme geben. Dannemann wünscht sich die Fertigstellung „natürlich am liebsten zeitnah“.

Aufstellen von Mobilbauten verworfen

Die erste Idee, den kurzfristigen Bedarf an zwei Gruppenräumen mit Mobilbauten an der Schillerstraße zu decken, hat die Gemeinde schnell wieder verworfen. Schon jetzt fehlen in der Einrichtung Ruhe- und Differenzierungsräume, ein Pausen- und ein Besprechungsraum sowie ein ausreichend großes Mitarbeiterzimmer. Die Kita könnte auch mehr Plätze für die Mittagsverpflegung gebrauchen. Die Einrichtung habe „verwinkelte kleine Räume“ und sei „vorne und hinten beengt“, erklärt Dannemann. Der Bedarf sei gewachsen, die Kita nicht.

Also muss eine größere Lösung her, ein Anbau, der westlich an die Kita anschließen soll. Die dafür notwendige, rund 600 Quadratmeter große Fläche beansprucht einen bislang kaum genutzten Bereich des Kita-Geländes sowie Teile der Außenspielanlage. Letztere kann aber in südliche Richtung erweitert werden, da das dort angrenzende Grundstück der Gemeinde gehört.

Zuletzt hat die Gemeinde vor 20 Jahren Geld für die Kindertagesstätte an der Schillerstraße in die Hand genommen. Damals entstand der Anbau für die Bewegungshalle. Seitdem ist der Bedarf gewachsen, die Kita aber nicht.

Der erste Bauabschnitt beinhaltet neben den beiden Gruppenräumen für je 25 Kinder zwei Ruhe- beziehungsweise Differenzierungsräume, die Garderobe, Sanitäranlagen, die Erweiterung des Küchentrakts, ein ausreichend großes Mitarbeiterzimmer, einen Pausen- und einen Besprechungsraum sowie Abstellräume.

Durch den Anbau wird die Kita vorübergehend sechsgruppig, was nach der Novelle des Kindertagesstättengesetzes eigentlich nicht mehr erlaubt ist. Doch der Rückbau auf fünf Gruppen im zweiten Bauabschnitt ist durch die Inbetriebnahme der neuen Kita gewährleistet. Der dann frei werdende Gruppenraum wird zu einem weiteren Differenzierungsraum.

Laut Dannemann sind die konkreten Planungen noch gar nicht abgeschlossen, da der Anschluss an das Bestandsgebäude herausfordernd sei. Für den im Rat präsentierten Vorentwurf seien die „letzten Pinselstriche“ erst am Dienstagabend entstanden. Die Rahmenplanung zu diesem Zeitpunkt sei allerdings notwendig, um den Start zum Kita-Jahr 2022/23 zu ermöglichen. Für das Projekt stehen 150 000 Euro aus dem laufenden Haushalt zur Verfügung, 2 050 000 Euro müssen in den Etat 2022 eingestellt werden.

Vor 20 Jahren Anbau für Bewegungshalle

Der CDU-Ratsherr Bernd-Artin Wessels machte auf den bereits bestehenden Investitionsstau zwischen 90 und 110 Millionen Euro aufmerksam. „Wir müssen dann noch weiter schieben“, sagte er. Den Anbau in Varrel wollte er aber nicht in Zweifel ziehen. Die CDU halte an ihrer Maxime fest, Schulen und Kitas zu unterstützen.

Dass die Gemeinde Stuhr zuletzt vor 20 Jahren am Kindergarten in Varrel „gebastelt“ habe, merkte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Kristine Helmerichs an. Damals entstand ein Anbau für die Bewegungshalle. Das aktuelle Vorhaben sei sachlich begründet.

Finn Kortkamp, Fraktionsvorsitzender der CDU, möchte sich zu gegebener Zeit die Verkehrsproblematik in dem Varreler Wohnviertel ansehen – „wenn die Kinder morgens gebracht werden“.

Von Andreas Hapke

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