Fazit nach einem Jahr 

Parkraumüberwachung bei McDonalds: „Viele Gäste finden das nicht schön“

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Rote Karte für Dauerparker: Wer auf diesem Parkplatz länger als eine Stunde steht, muss zahlen.

Einmal die Parkscheibe vergessen, zack, schon klemmt das Knöllchen hinter dem Scheibenwischer. Das ist ärgerlich. Für den McDonalds-Franchisenehmer Bernd Oude Hengel ist es aber auch ärgerlich, wenn Dauerparker die Kundenstellplätze vor seiner Filiale in Groß Mackenstedt blockieren.

Groß Mackenstedt - Deswegen lässt er den Parkplatz seit einem Jahr von der Firma „Park & Control“ (PAC) überwachen. Wer länger als eine Stunde oder ohne Scheibe parkt, muss 30 Euro zahlen. Das zeigt Wirkung, trifft aber auf Unverständnis.

„Viele Gäste finden das nicht schön“, sagt Hengel auf Nachfrage. „Aber wir brauchen den Parkplatz.“ Gerade in Stuhr sei es angesichts der knappen Flächen keine Alternative, die Parkfläche einfach zu erweitern. Die Kontrolle durch PAC bezeichnet er als „letzte Maßnahme“. Ihm sei bewusst, dass diese Maßnahme „grenzwertig“ sei – aber immer mehr Unternehmer würden sich, so wie er, dazu gezwungen sehen. In Bremen ließen fast alle Supermärkte ihre Parkplätze überwachen, erzählt er. „Und man macht das ja nicht, weil man seine Kunden verärgern möchte.“

Überwachung hat durchaus etwas gebracht

Die Überwachung des Parkplatzes in Groß Mackenstedt habe durchaus etwas gebracht, erzählt er. Es würden nicht mehr so viele Autos dauerhaft abgestellt.

Auch das Deichhorst-Center in Delmenhorst zählt zu den Kunden von „Park & Control“. Grundsätzlich sei die Überwachung von Parkplätzen durch Privatunternehmen in Ordnung, erklärt Mona Maria Semmler, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen in einer Pressemitteilung. „Der Eigentümer eines Parkplatzes hat das Recht, Nutzungsbedingungen aufzustellen. Wer sein Auto dort abstellt, erklärt sich mit diesen Bedingungen einverstanden.“ Allerdings müsse es deutlich sichtbare Hinweisschilder geben. Außerdem müssten sich die Strafen an dem orientieren, was auch im normalen Straßenverkehr üblich sei.

Kaum jemand geht freundlich auf Mitarbeiter zu

Wer ein Knöllchen einkassiert habe, für den lohne es sich selten, einen Rechtsstreit zu riskieren. „Leider haben Gerichte bereits zugunsten der Parkplatzbetreiber entschieden“, so Semmler. Manche Firmen seien aber kulant.

Auch Bernd Oude Hengel meint, dass es die Möglichkeit von Kulanzregelungen gebe. Es ärgert ihn aber, dass anscheinend kaum jemand in der Lage sei, freundlich auf die Mitarbeiter im Laden zuzugehen und zu sagen, dass man die Parkscheibe schlicht vergessen habe. Angestellte müssten sich zum Teil „bespucken und beleidigen“ lassen. „Ich finde es schlimm, wie viel Rücksichtslosigkeit herrscht“, sagt Hengel. Viele seien nur auf sich selbst bedacht. Als Beispiel nennt er Leute, die sich mit ihrem Auto auf zwei Stellplätze stellen, obwohl Parkraum rar ist.

Ignoranz und des fehlender Respekt

Aufgrund der Ignoranz und des fehlenden Respekts vieler Menschen reiche es leider nicht, Falschparker durch Worte auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Seine Mitarbeiter würden das durchaus machen, zum Beispiel wenn sie bei einer Raucherpause sehen, dass jemand sein Auto auf dem Parkplatz abstellt und zu jemand anderes in den Wagen steigt. „Was man sich dann von den Leuten anhören muss ... Da hört es dann auf.“

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